High Five! – Warum Sie besser keine Hand mehr schütteln sollten

Obama high five
Barack Obama macht es uns vor: Der US-Präsident hat die Gefahr des Händeschüttelns erkannt und bevorzugt den kurzen Fauststoß zur Begrüßung © Corbis

Forscher warnen immer wieder vor Türklinken, Geländern oder Geld. Da so viele Menschen damit in Berührung kommen, gelten diese Gegenstände als gefährliche Übertragungsflächen für Bakterien und Viren. Doch britische Forscher zeigen in einer aktuellen Studie, dass der vielleicht größte Krankheitsüberträger häufig vergessen wird.

Das Händeschütteln ist in der westlichen Kultur selbstverständlicher Teil einer Begrüßung. Doch ist das Zusammendrücken zweier Handinnenflächen auch der schnellste und einfachste Übertragungsweg für Bakterien und Viren. Das zeigen Forscher der Aberystwyth University in Wales in einer kürzlich veröffentlichten Studie. Der Fett-, Schweiß- und Säurefilm der Haut – besonders in der warmen und feuchten Innenhand – bietet demnach für potenzielle Krankheitserreger nicht nur ein optimales Umfeld, um sich zu vermehren, sondern auch, um von einer Hand in die andere zu wandern.

 

Bakterienhandschuh-Test

Für die Untersuchung trugen die Wissenschaftler selbst spezielle Handschuhe und tauchten damit präpariert die Hände in eine Flüssigkeit mit Escherichia-Coli-Bakterien (E. Coli-Bakterien). Danach testeten die Forscher mit den Bakterienhandschuhen drei Formen der händigen Begrüßung – das Händeschütteln, das Abklatschen und den Fauststoß – mit Probanden, die wiederum saubere Handschuhe trugen. Von allen Handschuhen wurden nach Ende des Versuchs Abstriche genommen, um die Übertragungswahrscheinlichkeit der Bakterienkulturen nachweisen zu können.

Die Ergebnisse sind eindeutig. Die mit Abstand höchste Übertragungswahrscheinlichkeit bestand beim klassischen Händeschütteln. Beim „High-Five“ oder Abklatschen mit offenen Handflächen wurden in jedem zweiten Fall keine – für eine Ansteckung – ausreichenden Bakterien übertragen. Bei der Begrüßungsform des sogenannten „DAPs“, also der Begrüßung mittels Fauststoß, war die Wahrscheinlichkeit, dass eine ansteckende Menge an E. Coli-Bakterien übertragen wurde, sogar um 90 Prozent geringer, als beim klassischen Händeschütteln.

 

Fauststoß: Die hygienische Art der Begrüßung

Der Grund für die erheblich bessere Hygiene beim Fauststoß lässt sich mit der kürzeren Kontaktzeit und den geringen Kontaktflächen zwischen den Fäusten im Vergleich zum klassischen Händeschütteln erklären. Je zeit- und flächenintensiver der Kontakt zwischen den Händen ist, desto wahrscheinlicher die Übertragung von Erregern.

Die Forscher raten vor diesem Hintergrund, in Zukunft Bekannte eher mit dem Fauststoß zu begrüßen. Denn „wenn sich die breite Öffentlichkeit mit der Faust begrüßen würde, gäbe es ein echtes Potential, die Ausbreitung von Infektionskrankheiten zu senken.“

Hamburg, 30. Juli 2014

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