Heuschnupfen an Weihnachten

Eine Frau putzt sich die Nase
Heuschnupfen im Dezember? Für viele Allergiker ist das bei diesen Rekordtemperaturen Realität Foto: Fotolia

Weiße Weihnachten gibt es dieses Jahr höchstens durch Pollenflug - die ersten Pollen machen vielen Allergikern bereits jetzt zu schaffen. Wie kommt es dazu?

Normalerweise können Pollenallergiker von November bis Januar durchatmen. Doch dieses Jahr macht der warme Dezember vielen Allergikern zu schaffen: Denn der Pollenflug setzt deutlich früher ein. Die ersten Haselpollen fliegen laut Deutschem Wetterdienst jetzt schon – vier Wochen eher als sonst. Betroffen sind das Rheinland, große Teile von Rheinland-Pflanz, des Saarlands und Baden-Württembergs.

Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) fliegen in einigen Teilen Deutschlands auch schon Pollen, die nicht ausgewertet werden – etwa die der Purpurerle. Hält das milde Winterwetter an, sei auch mit weiteren Pollen zu rechnen.

Das Problem ist Experten schon länger bekannt: Die Pollenflugzeit (früher etwa von Februar bis September) beginnt durch die Klima-Erwärmung immer früher und dauert länger. Die Hasel kann wie dieses Jahr schon im Dezember blühen, die Birke im Februar statt im April. Gräser blühen schon im Mai statt im Juni oder Juli, bis Ende Oktober blühen Kräuter. Vor allem das aus den USA eingeschleppte Aufrechte Traubenkraut (auch Ambrosia, Ragweed genannt) macht Probleme. Die Pollen sind extrem klein, werden tief eingeatmet, die Abwehr reagiert besonders heftig darauf.

Das können Betroffene tun

Spezielle rezeptfreie Nasensprays und Augentropfen lindern die Beschwerden. Bestimmte Medikamente (Antihistaminika) können die Allergie-Reaktion blockieren. Besser ist die Ursachen-Behandlung: Die Abwehr kann sich durch eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) an die Pollen gewöhnen. Der Arzt testet auf der Haut Allergene (z. B. Birkenpollen). Dann werden die gefundenen Allergene in verdünnter Form regelmäßig unter die Haut gespritzt, bis der entsprechende Pollenflug beginnt. Das wird drei Jahre lang wiederholt. Alles Wissenswerte zur Hyposensibilisierung finden Sie hier.

Video: Heuschnupfen

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