Herzogin Kate: extreme Schwangerschaftsübelkeit

Verena Elson Medizinredakteurin
Herzogin Kate
Herzogin Kate leidet bereits zum dritten Mal an einer extremen Form der Schwangerschaftsübelkeit © gettyimages

Prinz William und seine Frau Kate erwarten ihr drittes Kind. Doch die gute Nachricht hat eine Schattenseite: Wie bereits bei den ersten beiden Schwangerschaften leidet Kate an extremer Schwangerschaftsübelkeit. Was bedeutet das für sie und ihr ungeborenes Kind?

 

Was ist Schwangerschaftsübelkeit?

Etwa acht von zehn Schwangeren leiden in der Anfangsphase ihrer Schwangerschaft an Übelkeit – rund die Hälfte von ihnen muss sich regelmäßig übergeben. Dabei schlägt die Übelkeit keinesfalls nur morgens zu. Viele Betroffene fühlen sich von morgens bis abends elend. Das Unwohlsein kann den Alltag der Schwangeren beherrschen – tägliche Aufgaben werden zur Tortur, einige Frauen sehen sich nicht mehr in der Lage, zu arbeiten oder sich um ältere Kinder zu kümmern.

Die Ursachen der Schwangerschaftsübelkeit sind noch nicht vollständig geklärt – Mediziner vermuten aber, dass sie mit einem besonders hohen Spiegel des Schwangerschaftshormons HCG (Humanes Choriongonadotropin) zusammenhängt. Dieses Hormon wird in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen in großen Mengen produziert. Nach Ablauf des dritten Monats geht die Produktion des Hormons zurück und die Übelkeit lässt nach – in den meisten Fällen. Einige Betroffene leiden bis zum Ende des zweiten Schwangerschaftsdrittels oder sogar bis zur Geburt an Unwohlsein und Erbrechen.

Tipps bei Schwangerschaftsübelkeit
  • Legen Sie kleine Snacks wie Zwieback, Knäckebrot oder Mandeln auf Ihren Nachttisch. Essen Sie morgens nach dem Aufwachen etwas davon (wichtig: langsam und gründlich kauen!) und bleiben anschließend weitere 20 bis 30 Minuten  liegen.
  • Nehmen Sie über den Tag verteilt viele kleine Mahlzeiten zu sich und wählen Sie möglichst fettarme Speisen. Achten Sie darauf, immer einen kleinen Snack bei sich zu haben.
  • Viel trinken! Wenn es Ihnen wegen starker Übelkeit gerade nicht möglich ist, Flüssigkeit zu sich zu nehmen, lutschen Sie stattdessen Eiswürfel.
  • Probieren Sie (in kleinen Mengen) aus, ob Ihnen Ingwer hilft – als Tee oder in Tablettenform kann er den Magen beruhigen, aber er bekommt nicht jeder Betroffenen. Außerdem kann es helfen, an einer aufgeschnittenen Zitrone zu riechen, wenn die Übelkeit zuschlägt.
  • Müdigkeit, Schlafmangel und Stress können die Übelkeit verschlimmern – versuchen Sie so häufig wie möglich auszuschlafen und zu entspannen.
 

Was versteht man unter Hyperemesis gravidarum?

Herzogin Kate hat bereits zum dritten Mal die extremste Form der Schwangerschaftsübelkeit, die sogenannte Hyperemesis gravidarum. Diese Form ist sehr selten, nur etwa 0,5 bis zwei Prozent der Schwangeren leiden daran. Betroffene müssen sich über den Tag verteilt immer wieder übergeben, können kaum essen und trinken, verlieren Gewicht und sind mitunter dehydriert. Feste Kriterien, wann eine normale Schwangerschaftsübelkeit aufhört und eine Hyperemesis gravidarum beginnt, gibt es nicht. Einige Mediziner sprechen ab einer Gewichtsabnahme von fünf bis zehn Prozent oder drei Kilogramm von einer Hyperemesis gravidarum, die meist im ersten und zweiten Trimester einer Schwangerschaft auftritt. Aber auch im letzten Drittel kann das Phänomen entstehen.

Eine Hyperemesis gravidarum ist ein Fall für den Arzt – Schwangere mit heftiger Übelkeit sollten darum ihren Gynäkologen aufsuchen. Der Arzt kann feststellen, ob Sie noch genügend Nahrung zu sich nehmen. Außerdem sucht er nach anderen möglichen Ursachen für die Übelkeit und überprüft in einer Ultraschalluntersuchung, ob Sie gegebenenfalls Mehrlinge erwarten – denn dadurch steigt das Risiko einer Hyperemesis gravidarum.

Leiden Sie an Hyperemesis gravidarum, kann Ihr Arzt Ihnen Medikamente (z.B. Antihistaminika) verschreiben, die gegen die Übelkeit helfen. Einige davon können auch als Zäpfchen verabreicht werden, falls Ihnen das Schlucken von Tabletten aufgrund Ihrer Übelkeit nicht möglich ist. In besonders schweren Fällen ist eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich – etwa, wenn die Betroffene nicht essen und trinken kann und über eine Sonde ernährt werden muss. Auch Herzogin Kate musste während ihrer Schwangerschaft mit George (4) drei Tage im Krankenhaus behandelt werden.

 

Besteht Gefahr für Mutter und Kind?

Kate hat anstehende Termine abgesagt, um sich auszuruhen und sich bei ihrem Gynäkologen Dr. Guy Thorpe-Beeston in Behandlung begeben. Das ist genau das richtige Vorgehen – denn mit Behandlung und viel Ruhe besteht keine Gefahr für Mutter und Kind. Ohne Behandlung kann eine Hyperemesis gravidarum sogar lebensgefährlich werden. Grund ist die starke Dehydrierung, die bei zu geringer Flüssigkeitsaufnahme droht.

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