Herzmuskelentzündung-Behandlung: Schonen ist oberstes Gebot

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei einer Herzmuskelentzündung zielt die Behandlung sowohl auf die Linderung der Symptome als auch auf die Beseitigung der auslösenden Ursache ab. Grundsätzlich ist die Prognose für eine Herzmuskelentzündung gut. Bei adäquater Behandlung heilt sie in der Regel ohne bleibende Schäden oder Beeinträchtigungen aus. Nur in seltenen Fällen kommt es trotz Behandlung zu schweren Verläufen.

Schonung ist bei einer Herzmuskelentzündung für die Behandlung oberstes Gebot. Betroffene müssen für mehrere Wochen strikte Bettruhe halten, um den Herzmuskel und das gesamte Herz-Kreislauf-System zu entlasten. Da dauerhaftes Liegen und mangelnde Bewegung das Risiko von Blutgerinnseln (Thrombosen oder Embolien) erhöht, bekommen Menschen mit einer Herzmuskelentzündung vorbeugend Heparin verabreicht. Es hemmt die sogenannte Thrombozyten-Aggregation, also das Zusammenklumpen der Blutplättchen, und senkt damit das Risiko der Thromben-Bildung. Sobald die akuten Beschwerden nachlassen, können Betroffene ihren Bewegungsradius langsam wieder steigern und so ihre körperliche Leistungsfähigkeit trainieren. Zusätzlich werden Medikamente verabreicht, die den Herzmuskel und das Herz-Kreislauf-System insgesamt entlasten, zum Beispiel Medikamente aus der Klasse der Betablocker, ACE-Hemmer oder Diuretika.

Bei einer Herzmuskelentzündung ist Schonen oberstes Gebot
Bei einer Herzmuskelentzündung ist Schonen oberstes Gebot© Fotolia

Bei seltenen, schweren Verläufen kann für eine Herzmuskelentzündung eine intensivmedizinische Behandlung notwendig sein. Falls im Verlauf oder in der Folge ausgeprägte Herzrhythmusstörungen auftreten, wird den Betroffenen häufig ein Herzschrittmacher eingesetzt.

Ergänzend zur symptomatischen Therapie rückt bei einer Herzmuskelentzündung die Behandlung der jeweiligen Ursache in den Fokus. Liegt eine Virusinfektion zugrunde, so kann eine Interferon-Behandlung sinnvoll sein. Handelt es sich um einen bakteriellen Infekt, so gilt es, diesen mit einem erregerspezifisch wirksamen Antibiotikum zu behandeln. Falls eine Autoimmunreaktion des Körpers Ursache für die Herzmuskelentzündung ist, können Medikamente zum Einsatz kommen, die das Immunsystem bremsen (Immunsuppressiva). Im Idealfall bringen sie die Entzündung vollständig zum Stillstand. Liegen die Ursachen in bestimmten Giftstoffen wie etwa starkem Alkoholkonsum oder einer hohen Schermetallbelastung, so gilt es, die Auslöser zu vermeiden. Sind Medikamente die Ursache der Herzmuskelentzündung, kann der Arzt diese geringer dosieren, absetzen oder alternative Medikamente empfehlen, die den Herzmuskel nicht oder weitaus weniger angreifen.

Vorbeugung
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