Herzmuskel-Entzündung: Neue Kraft für ihr Herz

Wenn Stress zum Dauerzustand wird, kann er das Herz angreifen
Wenn Stress zum Dauerzustand wird, kann er das Herz angreifen © Fotolia

Wir können viel tun, um unser wichtigstes Organ gesund zu halten und uns effektiv vor einer Herzmuskelentzündung zu schützen. Praxisvita erklärt, wie oft schon winzige Veränderungen helfen.

Unser Herz leistet Schwerstarbeit. In jeder Minute schlägt es 80-mal, pumpt so unser Blut einmal durch den ganzen Körper und bewegt jeden Tag bis zu 7000 Liter. Behandeln wir ihn gut, arbeitet unser Lebensmotor zuverlässig bis ins hohe Alter. Doch jährlich sterben mehr als 350 000 Deutsche an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei können schon kleine Veränderungen des Lebensstils helfen, das Herz fit zu halten – und ihm neue Kraft zu schenken. Professor Thomas Meinertz, Facharzt für innere Medizin und Kardiologie erklärt, was jeder tun kann:

 

Muss man unbedingt aufhören zu rauchen?

Rauchen ist das Schlimmste, was man seinem Herzen antun kann. Ein Rauchstopp ist daher natürlich jedem zu empfehlen, ganz egal wie lange er schon raucht. Es ist nie zu spät! Auch wenn jede einzelne Zigarette dem Körper schadet, ist schon eine Reduzierung des Konsums, gerade bei Kettenrauchern, durchaus sinnvoll. Denn das Risiko eines Infarkts steigt auch mit der Anzahl gerauchter Zigaretten.

 

Sollte man seine Ernährung sofort komplett umstellen?

Nein, denn eine radikale Veränderung von heute auf morgen hält niemand lange durch. Sinnvoll ist eine möglichst ausgewogene Ernährung, bei der ab und zu auch kleine Sünden erlaubt sind. Sie essen gerne Hamburger oder ein Stück Schokolade? Dann tun Sie das! Problematisch wird das erst, wenn es zur alltäglichen Gewohnheit wird. Selbst Alkohol ist als Genussmittel in Maßen erlaubt. Um seine Gewohnheiten langfristig zu verbessern, helfen am Anfang kleine Schritte: Versuchen Sie etwa, nicht täglich Fleisch oder Wurst zu essen, und wenn doch, dann bitte keine abgepackte, sondern frische Ware.

 

Sind ein paar Kilo zu viel o. k.?

Ja, man muss nicht extrem dünn sein, um gesund zu bleiben. Starkes Übergewicht ist hingegen sehr gefährlich, da es das Diabetes-Risiko erheblich erhöht und damit auch Herzerkrankungen begünstigt. Statt durch strikte Diäten sollte man aber langsam abnehmen. Das heißt: Ein Kilo weniger pro Monat ist vollkommen ausreichend.

 

Was raten sie Sportmuffeln?

Wer sein Herz schützen will, kommt um Sport nicht herum. Wichtig ist dabei aber nicht, dass man möglichst viel, sondern dass man regelmäßig etwas tut. Ideal sind viermal pro Woche etwa 30 Minuten Ausdauersport. Das können auch zügige Spaziergänge sein, die man fest in den Alltag integrieren sollte, also zum Beispiel jeden zweiten Tag nach dem Mittagessen.

 

Wie vermeidet man Stress?

Das ist nicht möglich und auch nicht notwendig. Stress schadet uns nur dann, wenn er zum Dauerzustand wird. Entscheidend ist, wie man mit Stress umgeht, dass man sich also wieder entstresst. Wer beruflich stark eingespannt ist, muss auf regelmäßige Erholungsphasen, wie etwa entspannte Mittagspausen, achten. Privater Stress, zum Beispiel ein Streit mit dem Ehepartner, klingt durch ein Versöhnungsgespräch wieder ab.

 

Kann Aspirin helfen?

Aspirin sollte ohne ärztliche Anweisung auf keinen Fall langfristig eingenommen werden. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu Hirnblutungen führen. Generell sollte bei der Einnahme von Medikamenten in Kombination mit Sport Vorsicht gelten und gegebenenfalls mit einem Arzt abgeklärt werden.

 

Sollte man erst bei Beschwerden zum Arzt?

Nein, je früher Herzerkrankungen erkannt werden, desto besser sind die Heilungschancen. Männer sollten sich ab 40 Jahren, Frauen ab 50 Jahren alle zwei Jahre vorsorglich beim Kardiologen gründlich untersuchen lassen.

 

Verschleppte Erkältung war schuld

 

Plötzlicher Herztod mit 20

Sport spielt beim Herzschutz eine wichtige Rolle. Ist man aber durch eine Virusinfektion wie etwa eine Erkältung geschwächt, bedeutet jede körperliche Aktivität puren Stress, der schnell das Herz angreift. Wie gefährlich das sein kann, zeigt das tragische Schicksal von Model Jennifer Scherman, bekannt aus „Das perfekte Model". Zu früh mutete sie sich nach einer Grippe zu viel zu. Das führte zu einer Herzmuskelentzündung. Mit nur 20 Jahren starb die junge Frau vergangenes Jahr am plötzlichen Herztod. Vorbeugung: Stress und körperliche Anstrengung bis zum vollständigen Abklingen der Symptome meiden. Sport frühestens nach einer Woche.

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.