Herz & Kreislauf

Herzkranzgefäße: Was tun bei Verengung?

Susanne Petersen Medizinredakteurin

Über die Herzkranzgefäße wird das menschliche Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, damit es unermüdlich pumpen kann. Wie arbeiten Herzkranzgefäße, was schadet ihnen und wie hält man sie gesund?

Herzkranzgefäße: was tun bei Verengung?
Verengte Herzkranzgefäße können einen Druck in der linken Brust verursachen Foto:  PeopleImages
Inhalt
  1. Herzkrankgefäße: Wofür sind sie da?
  2. Die Anatomie der Herzkranzgefäße
  3. Verengte Herzkranzgefäße nicht über Nacht
  4. Risikofaktoren für Verkalkungen: Was schadet den Herzkranzgefäßen?
  5. Welche Symptome machen verengte Herzkranzgefäße?
  6. Therapie bei verengten Herzkranzgefäßen
  7. Herzkranzgefäße schützen durch einen veränderten Lebensstil
  8. Herzkranzgefäße stärken mit Naturheilkunde
  9. Mit Weißdorn die Gefäße schützen
  10. Weißdorn-Extrakt in der Anwendung
 

Herzkrankgefäße: Wofür sind sie da?

Wie jedes Organ muss auch das Herz selbst mit Blut versorgt werden. Es benötigt immerhin ein Zwanzigstel des gesamten gepumpten Blutes für die eigene Arbeit. Erwachsene haben ungefähr fünf bis sieben Liter Blut im Körper. Diese Blutmenge fließt ca. 2.000 Mal durch den Körper und damit 10.000 Mal durch die Aorta (Hauptschlagader). Sauerstoff und Nährstoffe erhält das Herz über die Herzkranzgefäße. Diese umgeben das Herz kranzförmig und werden daher in der Fachsprache auch Koronarien oder Koronar-Arterien (lat. „corona": Krone, Kranz) genannt.

 

Die Anatomie der Herzkranzgefäße

Das Herz besteht zum großen Teil aus Muskelgewebe. Muskeln müssen ernährt werden, sonst können sie nicht arbeiten. Damit das Herz richtig versorgt wird, laufen rund um das Herz Blutgefäße, die direkt dem Herzen aufliegen. Sie entspringen der Aorta, also der Hauptschlagader direkt nach deren Ausgang aus der linken Herzkammer. Diese teilen sich in eine rechte und eine linke Koronar-Arterie auf, bilden ein Netz aus feinen Blutgefäßen und winden sich um das gesamte Herz herum. So kann jede Zelle des Herzens ausreichend versorgt werden. Zwischen den Herzschlägen, wenn der Herzmuskel erschlafft, fließt Blut in die Herzkranzgefäße. Bei Störungen der Herzfunktion können Mediziner schnell erkennen, welches Gefäß womöglich verstopft ist, denn die rechte Koronararterie bedient hauptsächlich die Herzhinterwand, während die linke der Herzvorderwand wichtige Nährstoffe liefert.

 

Verengte Herzkranzgefäße nicht über Nacht

Wie jedes Blutgefäß können auch die Herzkranzgefäße durch Fett-, Cholesterin- und Kalkablagerungen oder Bindegewebsveränderungen verengt werden. Diese Verkalkung wird Arteriosklerose genannt. In Deutschland leiden fast vier Millionen Menschen an einer Gefäßverengung, besonders im Herzen kann diese gefährlich werden. Verengte Herzkranzgefäße entstehen in der Regel nicht plötzlich, sie entwickeln sich meist schleichend über Jahre hinweg. Sie beginnen mit einer Verletzung der innersten Zellschicht der Blutgefäße bzw. der Arterien. Dieses sogenannte Endothel kleidet die Arterien von innen als eine Art Schutzschicht aus. Wenn das Endothel verletzt ist, können sich Ablagerungen leichter festsetzen.

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Die verletzte Innenwand der feinen Arterien der Herzkranzgefäße ermöglicht die Einlagerung von Fetten und Kalk in der Arterienwand. So entstehen sogenannte Plaques, die das Blutgefäß zunehmend einengen und den Blutfluss behindern. Der Organismus versucht zwar, diesen Verschluss zu umgehen durch Bildung von Umgehungskreisläufen („Anastomosen“). Wenn auch das nicht mehr gelingt oder sogar die linke oder die rechte Koronararterie ganz verstopft ist, kann das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Besonders bei körperlicher Belastung kann es nicht mehr genügend Blut durch den Körper transportieren, und es treten Beschwerden auf. Schlimmstenfalls kommt es durch den kompletten Verschluss eines oder mehrerer Herzkranzgefäße zu einem Herzinfarkt.

 

Risikofaktoren für Verkalkungen: Was schadet den Herzkranzgefäßen?

Ältere Menschen sind häufiger von Arteriosklerose betroffen. Männer haben ab 45 Jahren ein erhöhtes Risiko, Frauen ab 55 Jahren.

Nach ihrer Wichtigkeit unterscheiden Mediziner Risikofaktoren erster und zweiter Ordnung.

Risikofaktoren erster Ordnung:

  • Zu hohe Cholesterinwerte
  • Zu hoher Blutdruck
  • Stoffwechselerkrankungen (Diabetes und Fettstoffwechselstörungen)
  • Zigarettenrauchen

Risikofaktoren zweiter Ordnung:

  • Übergewicht
  • Stress
  • Bewegungsmangel

Wer zwei Risikofaktoren erster Ordnung aufweist, ist bereits vier Mal so stark gefährdet, eine Arteriosklerose zu entwickeln als Personen ohne Risikofaktoren.

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Welche Symptome machen verengte Herzkranzgefäße?

Sind die Herzkranzgefäße verengt, liegt eine sogenannte Koronare Herzkrankheit (KHK) vor. Sie ist eine der weltweit am häufigsten auftretenden Herzerkrankungen. In Deutschland leiden rund sechs Millionen Menschen an einer solchen Unterversorgung des Herzmuskels mit sauerstoffreichem Blut, die durch verengte oder verschlossene Herzkrankgefäße verursacht wird. Die KHK ist häufig mit Schmerzen im Brustraum verbunden und löst im schlimmsten Fall einen Herzinfarkt aus, wenn durch die Unterversorgung Herzmuskelgewebe abstirbt.

Bei den meisten Patienten tritt ein Druckschmerz hinter dem Brustbein oder in der linken Brusthälfte auf. Dieser kann sogar bis in den linken Arm ausstrahlen. Dieses Engegefühl in der Brust oder das Zusammenschnüren des Herzens wird Angina pectoris genannt. In akuten Fällen, zum Beispiel bei einem Herzinfarkt treten starke Angstgefühle bis hin zur Todesangst auf. Manchmal zeigen sich die Schmerzen bei einem Herzinfarkt auch an anderen Orten wie zum Beispiel im Unterkiefer, im Magen oder im Schulterblatt. Besonders bei Frauen drückt sich ein Herzinfarkt nicht immer durch den typischen „Vernichtungsschmerz“ aus.

Weitere Symptome einer KHK sind:

  • Atemnot
  • Gesteigerte Herzfrequenz
  • Blutdruckabfall
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kaltschweißigkeit

Es gibt jedoch auch Fälle, in denen Patienten trotz ihrer Koronaren Herzkrankheit überhaupt keine Symptome verzeichnen oder ein Herzinfarkt nahezu stumm auftritt.

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Therapie bei verengten Herzkranzgefäßen

Eine Koronare Herzkrankheit lässt sich nicht heilen, aber mit verschiedenen Maßnahmen behandeln, damit die Schäden an den Herzkranzgefäßen zumindest aufgehalten werden. In akuten Fällen wie einem Herzinfarkt müssen verschlossene Herzkranzgefäße durch eine Ballondehnung wieder erweitert werden oder durch einen sogenannten Stent (gitterförmige Röhre) das betroffene Gefäß dauerhaft gestützt werden. Auch eine Bypass-Operation, bei der ein „Umgehungsgefäß“ eingebaut wird, ist eine häufig durchgeführte Therapie. Dazu kommen Medikamente wie Betablocker (zur Senkung der Herzfrequenz und des Blutdrucks) und Nitrate (zur Erweiterung der Arterien). Diese können auch in Form von Nitro-Sprays und Nitro-Kapseln eingesetzt werden.

Blutgerinnungshemmer wie Acetylsalicylsäure (ASS) können verhindern, dass sich Blutplättchen an den Wänden der Herzkranzgefäße festsetzen. Zudem verschreiben Ärzte Statine, damit sich die Blutfettwerte normalisieren.

Alle Risikofaktoren der KHK sollten möglichst ausgeschaltet werden. So lässt sich das Fortschreiten der Verkalkung der Herzkranzgefäße zumindest aufhalten und die Gefahr ernster Komplikationen wie Herzinfarkt, Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen vermindern.

 

Herzkranzgefäße schützen durch einen veränderten Lebensstil

Oberstes Gebot, um die empfindlichen Herzkranzgefäße dauerhaft zu schützen, ist eine Änderung des Lebensstils.

  • Gewichtsabnahme
  • Rauchstopp
  • Herzgesunde, fettarme und ballaststoffreiche Ernährung
  • Alkoholkonsum reduzieren
  • Bewegung in den Alltag einbauen
  • Mit Entspannungsübungen Stress reduzieren
 

Herzkranzgefäße stärken mit Naturheilkunde

Um einer Verkalkung der Herzkranzgefäße vorzubeugen und schwere Folgeerkrankungen gar nicht erst entstehen zu lassen, kann jeder aktiv werden! Zahlreiche Studien belegen, dass bei koronarer Herzkrankheit Yoga eine wirksame naturheilkundliche Therapie ist. So sank der Cholesterinwert bei den Yoga-Praktizierenden, das Körpergewicht sank ebenso – wichtige Risikofaktoren für eine Arteriosklerose der Herzkranzgefäße konnten also gemindert werden. Sogar die Schäden an der Gefäßwand, der Arteriendurchmesser und damit die Durchblutung des Herzmuskels stieg an. Unter der Yoga-Therapie gingen auch die Angina pectoris Beschwerden zurück, und zwar bis um 90 Prozent.

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Der wichtigste Faktor für gesunde Herzkranzgefäße ist der Zustand der Blutgefäße selbst. Wenn die Innenschicht der Arterien unverletzt ist, können sich schädliche Plaques erst gar nicht bilden. Arteriosklerose an den Gefäßen sorgt für unelastische und verhärtete Blutgefäße (Sklerose bedeutet Verhärtung). Je dehnbarer die Gefäße sind, desto besser kann das Herz den Körper vor allem bei körperlichen Belastungen mit Blut versorgen. Eine wichtige Rolle für elastische und gut geweitete Gefäße spielt das Stickstoffmonoxid (NO), das in der innersten Wandschicht der Blutgefäße gebildet wird. Eine wichtige naturheilkundliche Pflanze, die zur Stärkung der Elastizität der Blutgefäße eingesetzte wird, ist der Weißdorn.

 

Mit Weißdorn die Gefäße schützen

Schon seit dem 14. Jahrhundert wird die Weißdornpflanze für die Herz-Kreislauf-Gesundheit angewendet. Weißdorn wächst in gemäßigten Klimazonen, er mag kalkhaltige Böden und verträgt als Tiefwurzler Trockenheit. Der wissenschaftliche Name ist „Crataegus“ (griechisch „krataios“ für „hart, mächtig). Crataegus wird auch als „Baldrian des Herzens“ bezeichnet. Heute nutzt man hauptsächlich hochwertige Spezialextrakte aus Blüten und Blättern des Weißdorns. Der positive Einfluss von Extrakten des Weißdorns auf Durchblutung und Gefäße ist seit vielen Jahren bekannt. Sogenannte Procyanidine, pflanzliche Schutzstoffe, sorgen bei diesem Extrakt für elastischere Gefäße und für eine bessere Pumpkraft des Herzens.

 

Weißdorn-Extrakt in der Anwendung

Zur Vorbeugung und besseren Gesundheit von Herz und Kreislauf sollte ein Präparat mit hochwertigen Weißdorn-Extrakten gewählt werden. Täglich 900 Milligramm (zwei Kapseln mit je 450 mg) werden über einen längeren Zeitraum eingenommen. Mindestens sechs Wochen sollte die Einnahme dauern. Weißdorn-Extrakt ist gut verträglich und kann zusammen mit anderen Medikamenten verabreicht werden. (Packungsbeilage beachten).

Ein Arzt sollte hinzugezogen werden, wenn die Beschwerden nicht nachlassen oder besonders, wenn Herzschmerzen auftreten oder Wasseransammlungen zum Beispiel in den Beinen auftreten. Dann sollte untersucht werden, ob Erkrankungen der Herzkranzgefäße vorliegen.

Quellen:

Arteriosklerose, in: deutsche-gefaessliga.de

Koronare Herzkrankheit, in: uniklinikum-jena.de

Koronare Herzkrankheit - Plaquebildung, in: dr-heart.de

KHK- Wenn sich die Herzgefäße verengen, in: patienten-information.de

Koronare Herzkrankheit, in: rotkreuzkliniken.de

Die Behandlung Koronarer Herzkrankheiten (KHK) durch Yoga-Therapie, in: carstens-stiftung.de

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