Herzklappen-OP bei Berti Vogts

Berti Vogts
Ex-Bundestrainer Berti Vogts liegt nach einer Herzoperation auf der Intensivstation © Corbis

Ex-Bundestrainer Berti Vogts liegt auf der Intensivstation, nachdem ihm eine künstliche Herzklappe eingesetzt wurde. Praxisvita erklärt, was bei dem Eingriff passiert.

Berti Vogts (68) unterzog sich der Operation letzte Woche im Universitätsklinikum Tübingen. Sie verlief ohne Komplikationen und dem Ex-Bundestrainer geht es den Umständen entsprechend gut. Medienberichten zufolge war der Eingriff seit Monaten geplant.

 

Wann braucht man eine künstliche Herzklappe?

Mit jedem Schlag des Herzens öffnen und schließen sich in seinem Inneren die Herzklappen wie Ventile. Sie sorgen dafür, dass das Blut nur in den Körper gepumpt wird und nicht zurück ins Herz gelangen kann. Im Laufe eines Lebens können sich diese Klappen jedoch verändern. Dann sind sie verengt, öffnen oder schließen sich nur nicht richtig und die Funktion des Herzens ist eingeschränkt. Diese Veränderungen bemerken Betroffene beispielsweise durch Schmerzen in der Brust, Atemnot und Herzrhythmusstörungen.

 

So läuft die Herzklappen-OP ab

Kleine Veränderungen können vom Arzt durch eine einfache OP häufig behoben werden. In schwerwiegenderen Fällen müssen die Herzklappen jedoch ausgetauscht werden. Jüngeren Patienten werden meist künstliche Herzklappen aus Metall eingesetzt. Diese nutzen sich auch nach Jahren kaum ab, werden vom Körper aber nur in Kombination mit Medikamenten vertragen. Älteren Patienten werden in der Regel biologische Klappenimitate eingesetzt, die aus dem Gewebe von Rindern oder Schweinen hergestellt werden. Biologische Klappen haben eine Haltbarkeit von etwa 10 Jahren, werden aber ohne Medikamente vom Körper angenommen.

Bei einer klassischen Herzklappen-Operation wird der Patient an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen und das eigene Herz wird vorübergehend zum Stillstand gebracht. Biologische Herzklappen setzt der Arzt heute häufig mit einer schonenderen Methode ein: Er faltet sie zusammen und schiebt sie mithilfe eines dünnen Schlauchs an der Leiste in eine Arterie. Von dort werden sie durch die Blutbahn weiter bis zum Herzen geschoben, wo sie sich entfalten. Ein bis zwei Wochen nach dem Eingriff kann der Patient die Klinik verlassen, Ärzte raten aber zu einer Reha im Anschluss.

Hamburg, 19. Januar 2015

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.