Herzinsuffizienz: Lebenserwartung verlängern durch die richtige Therapie?

Können Patienten mit einer Herzinsuffizienz die eigene Lebenserwartung durch die richtigen Maßnahmen und Therapien verlängern? Wie hoch ist die Lebenserwartung überhaupt?

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Von einer Herzinsuffizienz bzw. einer Herzschwäche sprechen Mediziner, wenn das Herz eines Menschen nicht mehr genug Kraft hat, um ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen, und es dadurch zu einer Mangelversorgung der Organe sowie zu einem kontinuierlichen Leistungsabfall des Herzens kommt. Aber wie ist bei einer Herzinsuffizienz die Lebenserwartung?

Ein Arzt hält im Gespräch mit einer Patientin ein Modellherz in der Hand
Foto: iStock_SDI Productions

Schwaches Herz: Lebenserwartung in Zahlen erschreckend

Bei einem schwachen Herzen liest sich die Lebenserwartung in Zahlen zunächst erschreckend: Statistisch gesehen sterben 50 Prozent der herzschwachen Patient:innen innerhalb der ersten fünf Jahre nach ihrer Diagnose. Tatsächlich aber ist ein schwaches Herz bzw. die Herzinsuffizienz eine höchst individuelle Krankheit, bei der zahlreiche Faktoren eine Rolle spielen. Je früher sie erkannt wird, desto länger und mit höherer Lebensqualität können Betroffene damit leben

Lebenserwartung Herzinsuffizienz: Kernaspekt Therapietreue

Eine Herzinsuffizienz ist nicht heilbar, kann aber mit Medikamenten sowie unterschiedlichen Therapien und Maßnahmen gut behandelt werden.

Vonseiten der Patient:innen ist dabei vor allem die sogenannte Compliance, zu Deutsch Therapietreue, wichtig. Das bedeutet: Je genauer sich die Betroffenen an den Behandlungsplan des Arztes halten, desto wirksamer ist die Therapie und dementsprechend höher ist die Lebenserwartung bei einer Herzinsuffizienz.

Dazu gehört zum einen das regelmäßige und pünktliche Einnehmen der verschriebenen Medikamente sowie eine möglichst genaue Rückmeldung darüber, ob durch die Behandlung eine Besserung der Symptome eintritt. Zum anderen bedeutet Compliance, sich an aufgestellte Ernährungs- und Sportpläne zu halten, die Teil jeder soliden Therapie bei Herzinsuffizienz sein sollten, um die Lebenserwartung zu erhöhen.

Älter werdendes Herz: Herz-Kreislauf-Beschwerden ernst nehmen

Da meist ältere Menschen über 70 Jahre von einer Herzschwäche betroffen sind, bezeichnet man die chronische Erkrankung auch als Altersherz. Dieser Begriff kann allerdings irreführend sein, da sich eine Herzschwäche schon in jüngeren Jahren unbemerkt entwickeln und über die Jahre verschlimmern kann. Ein älter werdendes Herz ist also nicht zwingend an das biologische Alter eines Menschen geknüpft.

Grundsätzlich raten Expert:innen dazu, sich bereits in jungen Jahren bewusst um seine Herzgesundheit zu kümmern. So sollten auch leichte Symptome und Unregelmäßigkeiten ernst genommen werden, um das Risiko für eine chronische Herzinsuffizienz zu verringern.

Herzgesundheit durch Ernährung und Bewegung

Von einer gesunden Ernährung profitiert der ganze Organismus, angefangen bei den Blutgefäßen und vor allem den Herzkranzgefäßen. Wer sich herzgesund ernähren will, der sollte vor allem die sogenannten Endothels stärken. Diese Zellen in der Innenschicht unserer Gefäße arbeiten wie ein eigenes Organ und stellen sicher, dass die Zellen im Körper mit ausreichend Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Sie halten die Körperzellen aktiv und senken so das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Den Aufbau der Endothelwand kann man unter anderem durch ungesättigte Fettsäuren und sogenannte Polyphenole unterstützen.

Die Lebenserwartung bei Herzinsuffizienz lässt sich zusätzlich durch ausreichend Bewegung positiv beeinflussen. Körperliche Aktivität wirkt sich dabei nicht nur stärkend auf den Herzmuskel aus, sondern trainiert auch andere Muskeln, sowie Sehnen und Bänder, was Symptome einer Herzschwäche wie Wassereinlagerungen lindert.

Weißdorn hält die Gefäße jung

Tag und Nacht pumpt unser Herz durch flexible Arterien Blut durch unsere Organe und versorgt sie so mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Venenklappen stellen dabei sicher, dass das Blut gegen die Schwerkraft zum Herz zurückgepumpt werden kann. Die Blutgefäße können diese Aufgabe jedoch nur bewältigen, wenn sie elastisch bleiben. Eine herzgesunde Ernährung und Bewegung helfen dabei, die Elastizität zu erhalten. Unser Körper ist jedoch auch selbst in der Lage, mit Stickstoffmonoxid (NO) einen Gefäßschutz herzustellen. Dieses Monoxid schützt die Gefäße vor Ablagerungen und stärkt zudem das Herz. Es gibt einige Pflanzenstoffe, die die Produktion von NO ankurbeln.

Als besonders wirksam hat sich hierbei Weißdorn erwiesen. Studien zeigen, dass durch Weißdorn die Gefäßalterung deutlich gehemmt werden kann. Diese Besonderheit brachte dem Weißdorn 2019 sogar den Titel der Arzneipflanze des Jahres ein.

Wenn sich Patient:innen an den Therapieplan halten, auf ihre Ernährung und Bewegung achten sowie ihrem Herzen auf natürliche Weise etwas Gutes tun, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine höhere Lebenserwartung bei Herzinsuffizienz.

Quellen:

Ist Herzinsuffizienz heilbar und wie hoch ist die Lebenserwartung?, in: ratgeber-herzinsuffizienz.de

Chronische Herzinsuffizienz: Die Zahl der Patienten steigt, aber auch die der differenzierten Therapien, in: aerzteblatt.de