Herzinfarkt: Wie sieht die Diagnose aus?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Bei der Herzinfarkt-Diagnose spielt die Zeit eine wichtige Rolle. Denn der Arterienverschluss führt dazu, dass Herz-Gewebe abstirbt.

Je länger die Versorgung des Herzens mit Blut gestört ist, desto größer sind die Schäden. Beim Verdacht auf einen Herzinfarkt sollte daher sofort ein Notarzt verständigt werden.

Das Beschwerdebild liefert dem Arzt bereits wichtige Hinweise für die Herzinfarkt-Diagnose. Selbst bei sehr typischen Anzeichen kann er jedoch nicht sicher sein, dass tatsächlich ein Verschluss der Herzkranzgefäße vorliegt. Panikattacken sind beispielsweise häufig mit derart ähnlichen Symptomen verbunden, dass die Betroffenen selbst einen Herzinfarkt vermuten.

Mit diesen Untersuchungen stellt der Arzt beim Herzinfarkt die Diagnose:

  • Elektrokardiogramm (EKG) zur Messung der Herzströme. Anhand der EKG-Kurve kann der Arzt einen Herzinfarkt häufig deutlich erkennen. Wichtig ist dabei vor allem ein spezieller Kurvenabschnitt, die sog. ST-Strecke. Ihr Verlauf ist oft typisch verändert (sog. ST-Hebungsinfarkt) – ein Herzinfarkt kann aber auch ohne eindeutige ST-Veränderungen vorliegen. Im EKG kann der Arzt außerdem erkennen, ob der Herzinfarkt zu Herzrhythmusstörungen geführt hat.
  • Blutuntersuchung, denn bei einem Herzinfarkt verändert sich der Anteil der sogenannten Herzenzyme im Blut (u. a. Troponin T, CK-MB)

Unauffällige Ergebnisse schließen einen Herzinfarkt für die Diagnose zunächst nicht aus. Die Untersuchungen sollten in diesem Fall nach sechs Stunden wiederholt werden, weil sich die Auswirkungen des Herzinfarkts teilweise erst verzögert im EKG und in den Blutwerten zeigen. Erst nach 24 Stunden kann der Kardiologe daher eine endgültige Diagnose stellen.

Neben EKG und Bluttests sind oft auch zusätzliche Untersuchungen beim Herzinfarkt notwendig, zum Beispiel:

  • Echokardiografie: Der Herzmuskel kann durch den Herzinfarkt geschwächt sein. Die Diagnose muss deshalb um Verfahren ergänzt werden, die eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) feststellen. Hier spielt die Echokardiografie eine wichtige Rolle. Mit dieser Ultraschalluntersuchung des Herzens kann der Arzt unter anderem prüfen, ob das Herz noch ausreichend Blut in den Körper pumpen kann.
  • Herzkatheter: Beim Herzinfarkt liegen Diagnose und Behandlung oft nah beieinander, vor allem bei der Herzkatheter-Untersuchung. Sie dient zum einen dazu, die verengten oder ganz verschlossenen Herzkranzgefäße mittels Kontrastmittel sichtbar zu machen (Koronarangiografie). Zum anderen kann der behandelnde Kardiologe während der Herzkatheter-Untersuchung auch direkt den Herzinfarkt behandeln, zum Beispiel indem er das Gefäß mithilfe eines Ballons aufdehnt.
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