Herzinfarkt-Risiko um 70 Prozent senken

Erste Hilfe bei Herzinfarkt
Erste Hilfe bei einem Herzinfarkt: Rufen Sie zuerst den Rettungsdienst, Überprüfen Sie die Lebenszeichen, bei Herzstillstand starten Sie sofort eine Herz-Lungen-Wiederbelebung. Ist der Betroffene bei Bewusstsein, dann lagern sie seinen Oberkörper hoch © Fotolia

Herzinfarkt – über kaum eine andere Krankheit wissen Ärzte heute so viel. Trotzdem sterben jeden Tag Tausende daran. Warum? Forscher sagen: Wir haben verlernt, auf die Sprache unseres Herzens zu hören. Denn wer die richtigen Symptome kennt, kann sein Infarkt-Risiko gravierend verringern.

Eigentlich ist es ganz einfach, unser Herz zu schützen. Wir müssen nur zwei goldene Regeln kennen – und beherzigen. Die erste Regel lautet: Die Symptome eines Herzinfarkts richtig deuten. Dazu gehören nicht nur die Klassiker wie das Engegefühl in der Brust, Schmerzen im Arm und Übelkeit, sondern auch frühe Warnsignale wie Kieferbeschwerden, Bauchweh, Kurzatmigkeit, Abgeschlagenheit und Rückenprobleme. Regel Nummer zwei: Bei Infarkt-Verdacht sofort zum Arzt gehen! Er kann mit den geeigneten Untersuchungsmethoden sofort abklären, was sich hinter den Beschwerden verbirgt. Wissenschaftler haben jetzt erstmals ein umfangreiches Lexikon der wichtigsten Symptome zusammengestellt und die jeweils passenden Untersuchungsmethoden aufgelistet. Denn: Wer Herzprobleme rechtzeitig richtig behandelt, kann sein Infarkt-Risiko um bis zu 70 Prozent senken.

 

Die Symptome eines Infarkts erkennen

Symptome: 1. Plötzliches Herzrasen, stockender Atem, Gliederschmerzen wie bei einer Erkältung, 2. Drückende Schmerzen hinter dem Brustbein oder im ganzen Brustkorb, eventuell Ausstrahlen der Schmerzen in den linken Arm bis in die Hand, beklemmendes, würgendes Gefühl im Hals, Schweißausbrüche, 3. Magen- und Kieferschmerzen.

Das kann dahinterstecken: 1. Ein Defekt an der rechten oder linken Herzklappe, 2. Angina Pectoris, das bedeutet eine akute Unterversorgung des Herzmuskels aufgrund von verengten Herzkranzgefäßen, 3. Herzrhythmusstörungen. Empfohlene Untersuchungsmethode: Herzkatheterverfahren.

So funktioniert sie: Ein nur wenige Millimeter dünner Schlauch (Herzkatheter) wird über die Leistenvene zum Herzen geschoben. Ärzte steuern die Untersuchung per Röntgenbild. Der Eingriff erfordert nur eine lokale Betäubung, dauert nicht länger als 30 Minuten.

Das kann sie klären: Das Katheterverfahren ermöglicht dem Arzt, die Herzkammern sowie die Herzkranzgefäße auf einem Röntgen-Bildschirm mithilfe eines Kontrastmittels sichtbar zu machen. Entscheidender Vorteil: Der Arzt kann eventuelle Schwachstellen sofort beheben.

1. Bei einem Defekt an der Herzklappe wird durch den Katheter eine zusammengefaltete Rinderherzklappe bis zum Herzmuskel geschoben. Die Klappe entfaltet sich über eine eingebaute Stütze von selbst und drückt sich fest in das umliegende Gewebe.

2. Bei einer Verengung der Herzkranzgefäße kann ein sogenannter Stent eingebaut werden. Diese kleine Gefäßstütze fixiert Kalk-Ablagerungen in den Gefäßen und verbessert die Fließeigenschaften des Blutes, indem sie die Oberfläche des Gefäßinnenraumes glättet. Folge: Die Gefäße dehnen sich. Und: Ein Stent verhindert, dass sie sich nachträglich wieder zusammenziehen.

3. Herzrhythmusstörungen können genauestens erfasst und behandelt werden. Über den Katheter werden elektrische Impulse freigesetzt, die gezielt jenes Gewebe stilllegen, das den Herzschlag aus dem Takt bringt. Diese Methode wird nur bei Rhythmusstörungen angewandt, die medikamentös nicht zu behandeln sind. Das sollten Sie wissen: "Das Vorschieben des Katheters verursacht keinerlei Schmerzen, da die Blutgefäße im Inneren nicht mit Nerven ausgestattet und somit berührungsunempfindlich sind", sagt der Kardiologe Prof. Dr. Klaus Pethig. Risiken: Wie jede andere Operationsmethode birgt auch die Herzkatheter-Untersuchung Risiken. Beim Entfernen des Katheters kann es zu Nachblutungen und Blutergüssen kommen, die mehrere Wochen bestehen bleiben können. "Die Untersuchung sollte nur bei konkretem Krankheitsverdacht angewandt und nicht als Vorsorge-Check in Anspruch genommen werden", rät der Internist Prof. Dr. Manfred Zehetgruber aus Wien.

 

Echokardiographie: Was Schallwellen über unser Herz verraten

Symptome: 1. Von einer Sekunde zur anderen beginnt der Raum sich zu drehen, die Orientierung verschwindet, Sehstörungen nehmen zu, Ohnmachtsanfälle sind möglich, 2. plötzlich einsetzendes Fieber, verbunden mit körperlicher Schwäche und Schmerzen unter dem Brustbein oder im Bereich des linken Brustkorbs. Durch Bewegungen, flaches Liegen, Husten und tiefes Atmen verschlimmern sich die Beschwerden.

Das kann dahinterstecken: 1. Herzmuskelentzündung, 2. Herzbeutelentzündung, das heißt eine Flüssigkeitsansammlung (Erguss) in dem kleinen Beutel, der das Herz umschließt.

Empfohlene Untersuchungsmethode: Echokardiographie, auch Herzecho genannt.

So funktioniert sie: Bei der Untersuchung wird dem Patienten ein Ultraschallkopf auf die Brust gelegt, die Wellen durchdringen die Haut und werden vom Herzen sowie vom umliegenden Gewebe unterschiedlich stark aufgenommen und wiedergegeben.

Das kann sie klären: Spezialisten können mit diesem Verfahren die Struktur und Beweglichkeit von Herz und Gefäßen begutachten. Die Struktur von Herzwänden und -klappen, die Wanddicke von Herzvorhöfen und -kammern und die Größe des gesamten Herzens können eingesehen werden. Inzwischen sind die Echokardiographie-Geräte technisch so ausgefeilt, dass das Herz und die Blutströme mehrdimensional und farbig erfasst werden.

1. Bei einer Herzmuskelentzündung ist das Verfahren mittlerweile unverzichtbar geworden, da es wichtige Informationen über Vergrößerungen und Bewegungsstörungen des Herzmuskels und Auffälligkeiten über die Herzkammern liefert. Klarer Vorteil der Echokardiographie: Schon in einer frühen Phase der Herzmuskelentzündung kann der Arzt erkennen, ob es sich um eine milde oder eine schwerere Verlaufsform handelt.

2. Bei der Herzbeutelentzündung kann durch den Ultraschall ein Herzbeutelerguss nachgewiesen oder ausgeschlossen werden. Das sollten Sie wissen: Das Herzecho ist für den Patienten vollkommen schmerzfrei, erzeugt keine schädliche Strahlung und liefert überaus genaue Ergebnisse. Aber: Die Methode dient im Gegensatz zum Herzkatheter lediglich der Feststellung der Erkrankung. Behandeln kann der Arzt hiermit nicht. Risiken: Keine.

 

Das Elektrokardiogramm misst den Herzrhythmus

Symptome: 1. Chronischer trockener Husten, starke Nervosität und Unruhe, Schwäche und Müdigkeit bis hin zu Verwirrungszuständen, 2. Atemnot (auch im Liegen) und ein beklemmendes Gefühl im Brustkorb, Übelkeit, Rückenschmerzen, 3. bleierne Müdigkeit, nachlassende Leistungsfähigkeit, Atemnot bei Belastung, Schweregefühl in den Beinen, Brustschmerzen.

Das kann dahinterstecken: 1. Herzschwäche (Herzinsuffizienz), 2. Vergrößerte Herzkammern, 3. Verdickter Herzmuskel.

Langzeit-EKG bei Herzinfarkt-Risiko

 

Empfohlene

 

Untersuchungsmethode: Elektrokardiogramm (EKG)

So funktioniert sie: Das EKG zeigt die elektrischen Aktivitäten des Herzmuskels und lässt so Rückschlüsse über seine Gesundheit zu. "Das Gerät zeichnet eine Zickzackkurve  je nachdem, welche Impulse das Herz gibt", erklärt Kardiologe Prof. Dr. Klaus Pethig. So entsteht ein Bild der elektrischen Herzaktion (auch Herzschrift genannt). Der Arzt kann die Untersuchung im Ruhezustand durchführen, wesentlich aussagekräftiger ist allerdings das Belastungs-EKG, bei dem die Belastung beim Fahrradfahren oder auf dem Laufband langsam gesteigert wird.

Folge: Der Puls steigt, das Herz verbraucht mehr Sauerstoff. Falls eine Herzarterie verengt ist, fließt irgendwann nicht mehr genug Sauerstoff ins Herz. Das kann sie klären: Das EKG misst Herzfrequenz und -rhythmus und kann herausfinden, ob der Herzschlag unnatürlich langsam oder schnell ist (1. Anzeichen für Herzschwäche) und ob der Blutfluss zum Herzmuskel gestört ist (2. Anzeichen für vergrößerte Herzkammern) oder ob 3. eine Verdickung des Herzmuskels vorliegt.

Das sollten Sie wissen: Die Ergebnisse einer EKG-Untersuchung sind nicht immer eindeutig. Das bedeutet: Bei manchen Patienten zeigt das Belastungs-EKG vorhandene Durchblutungsstörungen nicht an. Bei anderen werden unter dem Belastungs-EKG Veränderungen angezeigt, obwohl der Patient gesund ist. Deshalb raten Ärzte immer noch zu einer zusätzlichen Untersuchung. Mit der Echokardiographie (siehe oben) oder der Computertomographie (siehe unten) können die EKG-Aufzeichnungen ergänzt werden. Risiken: Keine.

 

Computertomographie: Eine Moment-Aufnahme des Herzens

Symptome: 1. Nacken-, Rücken- und Oberbauchschmerzen, starkes Druckgefühl auf Zähnen und Kiefer, 2. Ohnmachtsanfälle, Atemnot, 3. starke Müdigkeit, Erschöpfung, das Herz schlägt unregelmäßig – mal zu schnell, mal viel zu langsam, Belastungseinschränkungen. Das kann dahinterstecken: 1. Verengte Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit), 2. leichte bis mittelschwere Veränderungen an den Herzklappen, 3. angeborener Herzfehler, der erst im Erwachsenenalter entdeckt wird.

 

Empfohlene Untersuchungsmethode: Computertomographie (CT)

CT bei Herzproblemen

So funktioniert sie: Bei einer Computertomographie wird der Patient auf einer Liege in eine Röhre geschoben, die sich Millimeter für Millimeter vorwärts bewegt. In weniger als 9 Sekunden werden bis zu 500 Schichtaufnahmen des Herzens aufgezeichnet. Diese können auch zu einem 3-D-Bild zusammengesetzt werden. So entsteht ein sehr klares, plastisches Abbild des bewegten Herzens, bei dem seine Funktion gut sichtbar ist. Wird bei der Untersuchung ein Röntgenkontrastmittel eingesetzt, kann das gesamte Gefäßsystem bis ins kleinste Detail untersucht werden. Das präzisiert die Diagnose.

Das kann sie klären: Verengungen und Verschlüsse der Gefäße, die auf Ablagerungen (Plaques) zurückzuführen sind, werden mit dem CT entdeckt. So können 1. eine koronare Herzkrankheit schon in einem frühen Stadium diagnostiziert und 2. Veränderungen an den Gefäßwänden und somit an den Herzklappen erkannt werden. Die Genauigkeit der dreidimensionalen Abbildung ermöglicht sogar die Diagnose 3. eines angeborenen Herzfehlers, der oft erst im Erwachsenenalter entdeckt wird.

Das sollten Sie wissen: Die Methode ist der größte Konkurrent des Herzkatheters. Nachteil: Probleme können nicht sofort behandelt werden. Vorteil: Bei einem Notfall kann die Untersuchung schnell durchgeführt werden, eine örtliche Betäubung ist nicht erforderlich. Risiken: Das CT ist keine gewöhnliche Vorsorgeuntersuchung und sollte nur bei medizinischer Notwendigkeit beziehungsweise konkretem Krankheitsverdacht angewandt werden.

 

Die beste Naturmedizin fürs Herz

Stress führt zur vermehrten Produktion von Bindungsmolekülen, die zu Engpässen in den Blutgefäßen führen. Bester Schutz aus der Natur: Nux vomica D12. Dosis: 3-mal täglich 5 Globuli.

Schlechte Durchblutung behindert die Pumpleistung des Herzmuskels und stört die Nährstoffversorgung. Folge: Das Infarkt-Risiko steigt. Erste Hilfe: Weißdornextrakt. Dosierung: 2-mal täglich 450 mg.

Herzrhythmusstörungen: Wer sie nicht behandelt, hat ein um 60 Prozent höheres Infarkt-Risiko. Als Zusatz zur medikamentösen Therapie beziehungsweise als Prophylaxe dient Aconitum D6. Es reguliert den Herzschlag. Dosis: 6-mal täglich 5 Globuli.

Hoher Blutdruck strapaziert den Herzmuskel, verschlechtert den Blutfluss zum Herzen, erhöht massiv das Infarkt-Risiko. Bester Schutz: 3-mal täglich 5 Globuli Adonis vernalis D6.

Krampfadern werden oft verharmlost. Dabei gilt: Sie erhöhen die Thrombose-Gefahr und somit das Infarkt-Risiko. Gegenmittel aus der Natur: Sabdariffa D6, 3-mal täglich 5 Globuli.

Hohe Cholesterinwerte sind die Infarkt-Vorboten Nummer Eins. 3-mal täglich 2 Kapseln Curucuma (Gelbwurz, Apo.) normalisiert die Cholesterinwerte. Die Erfolge sind bereits nach wenigen Wochen im Blutbild nachzuweisen.

Kreislaufprobleme können Anzeichen eines niedrigen Blutdrucks sein. Pflanzenmediziner empfehlen: Ein paar Blättchen Rosmarin in heißem Wasser aufkochen, 5 Minuten ziehen lassen, durchsieben, 1-mal täglich trinken. Die Wirkstoffe (u. a. Betulin) stärken den Herzmuskel, lindern akute Herz-Kreislauf-Beschwerden.

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