Heilpflanzenlexikon

Herbstzeitlose - die schöne und giftige Heilpflanze

Redaktion PraxisVITA

Ein aus der Herbstzeitlosen gewonnener Stoff lindert Gichtanfälle. Aufgrund ihrer Giftigkeit wird die Pflanze jedoch nicht mehr direkt als Arzneimittel eingesetzt.

Aus den Samen der Herbstzeitlose wird als Wirkstoff das Colchicin gewonnen, womit akute Gichtanfälle behandelt werden
Aus den Samen der Herbstzeitlose wird als Wirkstoff das Colchicin gewonnen, womit akute Gichtanfälle behandelt werden© Fotolia
 

Herbstzeitlose: Anwendung und Heilwirkung

Definition Herbstzeitlose

Bezeichnung: Colchicum autumnale Familie: Zeitlosengewächse              Gattung: Zeitlose (Colchicum)

Heute wird die Herbstzeitlose aufgrund ihrer Giftigkeit nicht mehr direkt als pflanzliches Arzneimittel eingesetzt. Aus den Samen wird als Wirkstoff das Colchicin gewonnen, womit akute Gichtanfälle behandelt werden. Die Kommission E (BGA/BfArM) führt als weiteres Behandlungsgebiet das „Familiäre Mittelmeerfieber“.

Die Einnahme eines Pflanzenteils der Herbstzeitlosen kann als Folge von Überdosierung zu starken Nebenwirkungen durch Vergiftung führen. Dazu gehören u. a. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Hautveränderungen, Haarausfall und Blutarmut.

 

In der Herbstzeitlose enthaltene Wirkstoffe

Alkaloide (hauptsächlich Colchicin)

 

Botanik

Schön, aber giftig: Die Blüte der Herbstzeitlose
Schön, aber giftig: Die Blüte der Herbstzeitlose© Fotolia

Die Herbstzeitlose ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die zwischen 8 und 30 Zentimeter hoch wird. Nur der unterirdische Teil der Pflanze überdauert der Winter. Erst im Frühjahr wird der oberirdische Teil dann wieder nachgebildet. Die Laubblätter der Herbstzeitlosen werden bis zu 40 Zentimeter lang. Sie sind schmal, stehen in einer grundständigen Rosette und haben eine längliche, lanzettliche Form. Im September und Oktober blüht die Pflanze mit dreizähligen Blüten blassrosa bis violett – in seltenen Fällen auch weiß.

 

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Herbstzeitlosen reicht vom südlichen Teil der britischen Inseln, dem nördlichen Teilen Spaniens und Portugals über Frankreich bis Norditalien. Sie ist bis in die Westukraine zu finden. Die Herbstzeitlose bevorzugt warme, windgeschützte Stellen mit feuchten, nährstoffreichen Böden.

 

Andere Namen der Herbstzeitlose

Giftkrokus

Wissenswertes über die Herbstzeitlose

Die Herbstzeitlose ist eine Giftpflanze. Ihre Ähnlichkeit mit Bärlauch kann zu Vergiftungen bei unerfahrenen Sammlern führen. Bei einem entsprechenden Verdacht wird dringend ärztliche Hilfe benötigt.

Der Name Colchicum leitet sich von Kolchis ab, einer antiken Stadt an der Schwarzmeerküste. Dort soll die in allerlei Gifttränken erfahrene Prinzessin Medea den Argonauten bei der Eroberung des Goldenen Vlieses behilflich gewesen sein.

In der Antike und im Mittelalter von der innerlichen Anwendung der Herbstzeitlosen aufgrund ihrer Giftigkeit abgesehen.

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