Hepatitis – So kann die Leberentzündung geheilt werden

Jetzt gibt es gute Nachrichten für alle Hepatitis-C-Patienten. Ein neues Medikament heilt die Form der Leberentzündung, die bislang als chronisch galt. Der beste Schutz ist jedoch immer noch das Vermeiden von Risikofaktoren. Welche das sind, erfahren Sie hier.

 

Leberentzündung wird nicht bemerkt

Die frühen Symptome gleichen denen eines grippalen Infekts: Müdigkeit, Übelkeit, manchmal Durchfall. Selbst bei erhöhten Leberwerten denken viele Allgemeinmediziner erst einmal an ungesunde Ernährung. "Zu fett gegessen, mehr Alkohol als sonst getrunken?", lautet oft ihre Frage. Eine Hepatitis (Leberentzündung) fällt deshalb anfangs kaum auf. Nach Angaben des Leberzentrums Hamburg merken 80 Prozent der Betroffenen zuerst nichts von der Erkrankung. "Viele Patienten haben sogar überhaupt keine Symptome und die Hepatitis wird nur zufällig diagnostiziert", so die Experten.

 

Frühzeitig behandeln

Schon bei ersten Warnzeichen oder dem Verdacht auf eine Leberentzündung sollte ein Internist aufgesucht werden. Im Gegensatz zum Allgemeinmediziner untersucht er nicht nur die Leberwerte, sondern führt auch einen Antikörper-Test durch. Vorhandene Immunzellen im Blut zeigen ihm außerdem, welche Form der Hepatitis besteht. So kann er diese frühzeitig behandeln. Eine im Anfangsstadium einsetzende Therapie verhindert mögliche schwere Folgeschäden: Leberzirrhose ("Schrumpfleber"), Nierenprobleme und sogar Leberkrebs. Denn Beschwerdefreiheit bedeutet nicht, dass das Virus untätig ist.

 

Wasser abkochen

Es gibt drei Hauptformen der Hepatitis: A, B und C. Die häufigste und harmloseste Variante, Hepatitis A, wird durch Fäkalien, verunreinigtes Wasser und ungewaschene Lebensmittel übertragen. Rund 25 000 Deutsche infizieren sich jährlich mit ihr, oft beim Urlaub in den Tropen. Als Vorsichtsmaßnahme sollte man sich vor Reisen in gefährdete Gebiete impfen lassen. Außerdem empfiehlt es sich, dort nur abgekochtes Wasser zu trinken und kein rohes Obst oder Gemüse zu verzehren.

In unseren Breitengraden lauert die Gefahr in Meeresfrüchten – mindestens 20 Prozent aller Muscheln sind mit Hepatitis A verseucht. Kochen tötet das Virus in ihnen übrigens nicht ab. Es löst "Gelbsucht" aus, eine Gelbfärbung von Haut und Augen. Diese verschwindet aber meist schnell, die Leberentzündung heilt anschließend folgenlos aus.

 

Leberentzündung vermeiden – Impfen lassen

Gefährlich und äußerst ansteckend ist Hepatitis B: Bereits ein millionstel Milliliter Blut oder Speichel reicht für eine Infektion aus. Bluttransfusionen stellen heute aber kein Risiko mehr dar.

Der Promi-Fall Pamela Anderson

Nach dem Ende ihrer Karriere als begehrte Badenixe wurde "Baywatch"-Star Pamela Anderson schwer vom Schicksal geprüft. Ihre Skandal-Ehe mit Rocksänger Tommy Lee hielt nur drei Jahre. Und auf die Scheidung folgte ein Schock: Die Schauspielerin hatte sich bei ihrem Ex-Mann mit Hepatitis C angesteckt! Doch Anderson gab nicht auf. Sie sagte ihrer Krankheit und den schlimmen Erinnerungen an die Ehe den Kampf an. Heute ernährt sie sich vegan, macht einen Bogen um Alkohol.

Bei neun von zehn Betroffenen verschwindet das Virus, ohne Spuren zu hinterlassen. Jeder Zehnte muss jedoch mit Leberschäden rechnen, etwa einer Zirrhose. Wer eine chronische Hepatitis B entwickelt, bleibt lebenslang Träger des Virus und kann es weiterverbreiten.

Der Erreger lässt sich bisher nicht bekämpfen, nur die Symptome können behandelt werden. Umso wichtiger, sich impfen zu lassen. Der Schutz hält bis zu 15 Jahre (Kombi-Impfung Hepatitis A + B: rund 230 Euro, manche Krankenkassen übernehmen die Kosten). Außerdem ist es ratsam, beim Verarzten von "fremden" Wunden Handschuhe zu tragen. Die gute Nachricht: Wer einmal Hepatitis A oder B überstanden hat, ist dagegen immun.

 

Den Erreger stoppen

Das Hepatitis-C-Virus kommt sehr selten vor. Nur vier von 10 000 Deutschen sind damit infiziert. Die Ansteckung erfolgt wie bei Hepatitis B über Körperflüssigkeiten. Eine Infektion war bisher hochriskant: Bei drei Vierteln der Betroffenen wurde die Leberentzündung chronisch. Die Therapie hingegen war langwierig – und oft erfolglos. Forscher haben nun jedoch ein neues, leistungsstarkes Medikament entdeckt, das wenige Nebenwirkungen hat: Der Wirkstoff "Sofosbuvir" stoppt die Vermehrung des Virus bereits nach ein paar Wochen. So heilt die Hepatitis vollständig aus. Zum Glück, denn man kann sich wieder anstecken und eine Impfung gibt es bislang nicht.

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