Hepar sulfuris: Homöopathischer Wirkstoff gegen Entzündungen und Eiter

Julia Brandt Medizinjournalistin

Wenn Erwachsene oder Kinder von eitrigen Entzündungen geplagt werden, empfehlen Homöopathen in bestimmten Fällen das Präparat Hepar sulfuris. Auch bei Hautkrankheiten oder Erkältungsinfekten kommt es zum Einsatz. Das gilt es bei der Anwendung zu beachten.

Asthma
Heilpraktiker empfehlen Hepar sulfuris insbesondere bei Beschwerden wie Entzündungen und Eiterbildung Foto:  iStock/catinsyrup
 

Hepar sulfuris: Was ist es?

Das homöopathische Arzneimittel Hepar sulfuris calcarea, auch Kalk-Schwefelleber genannt, ist ein Gemisch aus zwei Mitteln: Calcium carbonicum, dem Kalk aus der Austernschale, und Sulfur, das aus Schwefelblumen gewonnen wird. Diese beiden Stoffe werden unter Einwirkung von Hitze miteinander verschmolzen, bis aus ihnen eine weiche Masse entsteht: Hepar sulfuris. Sie wird stark verdünnt (potenziert) eingesetzt. 

 

Einsatzbereiche: Für welche Beschwerden wird es angewandt?

Heilpraktiker empfehlen Hepar sulfuris insbesondere bei Beschwerden wie Entzündungen und Eiterbildung, die zum Beispiel bei Krankheiten wie Hals-, Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündungen entstehen. Auch bei Furunkeln und Abszessen in der Haut, aber auch als Mittel gegen Husten kommt Kalk-Schwefelleber zum Einsatz.

Globuli bei Halsschmerzen: Welche helfen?
Globuli Globuli bei Halsschmerzen: Welche helfen?

Weitere Anwendungsgebiete von Hepar sulfuris sind:

  • Erkältungen und grippale Infekte
  • Halsschmerzen
  • Ohrenschmerzen
  • Bronchitis
  • Asthma
  • Akne
  • Nagelbettentzündungen
  • Auch diese Zustände des Körpers und Symptome weisen auf Hepar sulfuris als mögliches Mittel zur Behandlung hin:
  • Empfindlichkeit gegen Kälte und Zugluft
  • stechende Schmerzen
  • Berührungs- und Schmerzempfindlichkeit
  • Schwellung und Verhärtungen von Lymphknoten
  • übelriechender Schweiß
  • bohrende Kopfschmerzen an der Nasenwurzel
  • Risse in der Mitte der Ober- oder Unterlippe
  • starke Reizbarkeit und Unzufriedenheit
 

Hepar sulfuris: Welche Dosierung und Anwendung werden empfohlen?

Wer bei eitrigen Symptomen und Entzündungen Hepar sulfuris zur Selbstbehandlung nutzen möchte, sollte Tropfen oder Kügelchen, sogenannte Globuli, in der Potenz C12 wählen – das empfiehlt der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ). Pro Dosis können immer zwei bis drei Globuli auf der Zunge zerlassen werden. Dann gilt es, die Wirkung abzuwarten. Bis zu viermal täglich kann die Anwendung wiederholt werden. Für den bestmöglichen Effekt sollte idealerweise etwa eine Viertelstunde vor und nach der Einnahme nichts gegessen oder getrunken werden. 

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Hepar sulfuris: Was gilt für die Anwendung bei Baby und Kind?

Bei Kindern wird Hepar sulfuris eingesetzt, um Beschwerden zu lindern, die typischerweise im Rahmen eines Infekts auftreten, zum Beispiel Husten, Halsschmerzen oder Ohrenschmerzen. Auch Krankheiten wie Hautausschläge bei Babys und Kindern sowie Akne bei Jugendlichen können versuchsweise mit Hepar sulfuris behandelt werden. Bei Entzündungen, insbesondere mit Eiterbildung, aber auch bei trockenem, bellenden Husten sollte jedoch immer ein Kinderarzt aufgesucht werden. Hier wird Hepar sulfuris gegebenenfalls begleitend zur schulmedizinischen Therapie angewandt.

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Globuli Galphimia glauca: Homöopathischer Wirkstoff bei Heuschnupfen

Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Quellen:

Bleul, G. et al. (2015): Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs. DZVhÄ, Berlin
Hepar Sulfuris in: Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte

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