Helmut Kohl auf Intensivstation

Helmut Kohl liegt nach einer Darm-Op auf der Intensivstation
Helmut Kohl liegt nach einer Darm-Op auf der Intensivstation © Fotolia

Helmut Kohl soll nach Medienberichten seit drei Wochen auf der Intensivstation im Krankenhaus liegen. Welche Komplikationen nach Darm-OPs Grund für eine Verlegung auf die Intensivstation und ins künstliche Koma sein können, erfahren Sie hier.

 

Die Krankenakte Helmut Kohl

  • 2007: künstliches Knie-Gelenk im rechten Knie
  • 2008: Helmut Kohl erlitt bei einem Treppensturz ein Schädel-Hirn-Trauma. Seit diesem Sturz sitzt er im Rollstuhl
  • 2010: Entfernung der Gallenblase
  • 2012: Helmut Kohl bekommt eine neue Herzklappe und einen Herzschrittmacher eingesetzt
  • 2015: Am 04. Mai bekommt Helmut Kohl ein neues Hüftgelenk – Praxisvita berichtete

Nach einer Darm-OP wurde der Altkanzler Helmut Kohl (85) auf die Intensivstation des Universitätsklinikums Heidelberg verlegt. Das berichtet die Nachrichtenseite Spiegel Online und beruft sich dabei auf das Umfeld des Altkanzlers. Sein Zustand sei kritisch. Kohls Büro und die Klinik wollten sich nicht zu dem Fall äußern. Ein Sprecher der Familie kündigte an, dass es im Laufe des Tages „eventuell“ zu einer Stellungnahme kommt.

Ursprünglich wurde Kohl Anfang Mai ein neues Hüftgelenk eingesetzt. Damals hieß es noch, die Operation sei gut verlaufen.

Bild-Chef Kai Diekmann twittert dazu:

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Komplikationen nach Darm-OPs

Zu den Risikofaktoren für Komplikationen nach Operationen zählen unter anderem ein hohes Lebensalter, Übergewicht und vorherige Herzerkrankungen.

Dass ältere Menschen nach Darm-Operationen auf die Intensivstation und in ein künstliches Koma verlegt werden müssen, ist nicht ungewöhnlich: Während der Operation muss der Darm komplett gereinigt sein und darf sich nicht bewegen. Dafür wird er sozusagen künstlich gelähmt. Doch gerade bei Patienten über 80 schafft es der Darm nach der Operation oft nicht von allein, wieder in Gang zu kommen. Um die normale Darmbewegung (Peristaltik) wiederherzustellen, werden Medikamente verabreicht, die jedoch starke Nebenwirkungen haben können. Um Nebenwirkungen abzumildern, dem Patienten Schmerzen zu ersparen, und damit der Körper sich ganz auf die Heilung des Darms konzentrieren kann, wird der Patient in ein leichtes künstliches Koma versetzt.

Eine weitere mögliche Komplikation nach einer Darm-OP bei älteren Menschen ist der Darmverschluss (Ileus) oder eine Infektion mit multiresistenten Keimen.

Hamburg, 02. Juni 2015

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