Heiserkeit: Was tun, wenn die Stimme weg ist?

Redaktion PraxisVITA

Wenn die Stimme weg ist oder durch Heiserkeit immer wieder versagt, können verdickte Stimmbänder die Ursache sein. Erfahren Sie hier, wie Ihre Stimme wieder fit wird.

Bonbons gegen Heiserkeit
Gegen Heiserkeit gibt es zuckerfreie Lutschbonbons. Wenn aber immer öfter die Stimme weg ist, kann nur noch eine Operation helfen © istock/Ake Dynamic
 

Auf einmal war die Stimme weg

„Bitte bleiben Sie noch so lange angeschnallt sitzen, bis die Anschnallzeichen erloschen sind.“ Die Stewardess Karen Möller hat diesen Satz schon oft gesprochen. Aber dieses Mal kurz nach der Landung auf dem Flughafen Berlin-Tegel bekam sie ihn kaum noch verständlich über die Lippen. Die 37-Jährige hatte schon häufiger unter einem lästigen Kratzen im Hals gelitten, das einfach nicht verschwinden wollte. Doch am Ende des Rückflugs von Fuerteventura brach ihr zum ersten Mal vollständig die Stimme weg. Den Rest musste die Kollegin aufsagen.

Frau mit Heiserkeit
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Heiserkeit (Dysphonie)

 

Stimme weg bei trockener Luft

„Die trockene Luft an Bord, häufige Infekte durch den Kontakt mit den vielen Menschen und das viele und laute Sprechen machten meiner Stimme bereits seit zwei Jahren zu schaffen“, erinnert sich Karen Möller. „Weder das ständige Lutschen von Halspastillen noch die Stimmübungen, die mir der HNO-Arzt empfohlen hatte, konnten daran nachhaltig etwas ändern. Die Stimme blieb weg – es war zum Verrücktwerden.“

Die Tage nach der Landung in Berlin verbrachte Möller krankgeschrieben, schweigend und inhalierend zu Hause. Unterdessen durchsuchte sie das Internet. Ihr Ziel: Es sollte sich endlich langfristig etwas ändern. Dabei stieß sie auf den renommierten HNO-Arzt Prof. Dr. Hans Behrbohm, einen ausgewiesenen Experten für Operationen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Und sie bekam sogar rasch einen Termin bei dem Chefarzt der Park-Klinik Weißensee in Berlin.

 

Wenn die Stimme wegbleibt, können Stimmbänder Schuld sein

Prof. Dr. med. Hans Behrbohm, Chefarzt der HNO-Abteilung in der Park-Klinik Weißensee, Berlin
Prof. Dr. med. Hans Behrbohm, Chefarzt der HNO-Abteilung in der Park-Klinik Weißensee, Berlin© privat

„Außer Rauchern haben vor allem Vielsprecher wie Sie, Allergiker und Schnarcher ein erhöhtes Risiko, dass die Stimme wegbleibt“, erklärte ihr Prof. Dr. Behrbohm wenig später. „Die Beschwerden werden durch Austrocknen und Reizung der Schleimhäute im Rachen begünstigt.

Die Überbeanspruchung der Stimme kann außerdem zu Gewebeveränderungen an den Stimmbändern führen. Es drohen Verdickungen bis hin zu den gefürchteten Sängerknoten.“ Tatsächlich stellte Prof. Behrbohm im Rahmen der anschließenden HNO-Untersuchung per Endoskop eine kleine Verdickung fest – und schlug ihr einen kleinen Eingriff mit örtlicher Betäubung vor.

„Dazu werde ich vorsichtig mit einem winzigen Messerchen die Verdickung vom Stimmband abtragen“, erklärte der erfahrene Arzt, der bereits bekannte Schauspieler und Sänger so behandelt hat. „Dank der lokalen Betäubung des Gaumens und des Rachens werden Sie davon kaum etwas spüren. Dafür können wir – im Gegensatz zum Eingriff in Vollnarkose – während der Behandlung fortlaufend die Stimmenfunktion kontrollieren.“

Bei Karen Möller dauerte der Eingriff schließlich keine 20 Minuten. Zur Förderung der Wundheilung und Nachbehandlung empfahl Prof. Behrbohm die regelmäßige Selbstbehandlung mit einer neuen Lutschtablette mit einem sogenannten Hydrogel-Komplex, in dem Hyaluronsäure enthalten ist.

 

Stimme weg? Hyaluronsäure lindert Heiserkeit

„Hyaluronsäure kommt im Körper natürlich vor und hat die Aufgabe, Wasser zu speichern“, erklärte der Arzt. „Vor wenigen Jahren kam man dann auf die Idee, einen Hydrogel-Komplex in eine Lutschtablette zu verpacken. Der Inhalt legt sich wie ein Schutzfilm über die Schleimhaut, verbleibt dort bis zu 60 Minuten und fördert so die Wundheilung. Außerdem beugt er Reizungen vor, lindert Schluckbeschwerden, Heiserkeit und Reizhusten“, so der Professor.

Leitungswasser gegen Heiserkeit
Wenn die Stimme bereits angegriffen ist, hilft viel Flüssigkeit. Am besten trinken Sie zweieinhalb Liter Leitungswasser am Tag © istock/jurisam

Karen Möller konnte gleich nach der Behandlung nach Hause gehen. Fünfmal täglich nahm sie eine Lutschtablette, trank zusätzlich viel Wasser und inhalierte regelmäßig. Als sie nach drei Tagen zur Kontrolle in die Klinik kam, war auch der Professor mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Eine Woche später konnte ich dann endlich wieder arbeiten“, sagt die 37-Jährige erleichtert. „Heute achte ich im Alltag darauf, immer ausreichend zu trinken, und greife im Flugzeug außerdem regelmäßig zu meinen Hydrogel-Lutschtabletten.“ Das Problem „Stimme weg“ ist damit Geschichte.

Unser Experte

Prof. Dr. med. Hans Behrbohm ist Chefarzt der HNO-Abteilung in der Park-Klinik Weißensee, Berlin. Website: https://www.park-klinik.com/

 

Was hilft bei einer Heiserkeit?

Prof. Markus Hess, HNO-Arzt und Phoniater, erklärt, was bei einer Heiserkeit hilft:

 

 

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