Heimische Superfoods: Gesunde und günstige Alternativen

Redaktion PraxisVITA

Warum exportierte Produkte aus fernen Ländern kaufen, wenn es doch auch hierzulande gesunde und leckere Superfoods gibt?

Beeren im Korb
Superfoods gibt es auch aus regionalem Anbau Foto:  iatock/cjp

Gesunde Superfoods findet man auch aus dem heimischen Anbau. Und die strapazieren deutlich weniger den Geldbeutel. Warum diese nicht so bekannt sind? Hinter dem Begriff "Superfood" steckt eine lukrative Geldquelle. Daher läuft die Superfood-Vermarktungsmaschine auf Hochtouren. Immer wieder werden neue Produkte aus fernen Ländern aufgetan, die einen positiven Nutzen auf unsere Gesundheit haben sollen. Schnell finden sie sich in zahlreichen Lebensmitteln, Getränken und Nahrungsergänzungsmitteln wieder. Dabei gibt es hierzulande etliche Alternativen, die mit der exotischen Konkurrenz mithalten können.

 

Superfoods – Das Versprechen der Industrie

Die im Geschäft als Superfood angebotenen Produkte enthalten meist Inhaltsstoffe, die als besonders gesundheitsfördernd eingestuft werden. So sollen sie beispielsweise das Immunsystem stärken, den Cholesterinspiegel senken und zellerneuernd wirken. Prall gefüllt mit Vitaminen und reich an Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, gelten sie geradezu als kleine Wundermittel. Besonders für Veganer würden Superfoods wichtige Versorgungslücken für bestimmte Nährstoffe füllen – so zumindest vermarktet es die Lebensmittelindustrie. Doch diese “Wunderkräfte” haben ihren Preis. Da die Produkte lange Wege zurücklegen müssen, bezahlt man den Transport beim Kauf gleich mit. Das belastet nicht nur die Finanzen, sondern auch die Umwelt. Denn kürzere Transportwege verbrauchen weniger Energie und produzieren somit weniger schädliche Klimagase. Da Marketing, Werbung und wissenschaftliche Studien kontinuierlich dafür sorgen, dass die exotischen Superfoods weiter als Trend-Lebensmittel beworben werden, wissen viele Menschen nicht, dass Blaubeere, Leinsamen und Co. ebenfalls kraftvolle und äußerst gesunde Eigenschaften haben.

Frau sitzt mit gesunder Bowl auf dem Sofa
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Mit diesen heimischen Superfoods kann man die Exoten ersetzen

Blaubeere, Holunderbeeren & blaue Trauben vs. Açai-Beere

Der Trend um die Açai-Beeren hat vor allem mit ihrem hohen Gehalt an Anthocyanen zu tun. Diese blauen Pflanzenfarbstoffe können den Körper vor schädigenden Oxidationsprozessen schützen. Doch das geht auch preiswerter und weniger umweltschädlich. Denn die in ihrer Heimat Brasilien als ganz normales Lebensmittel geltenden Beeren, können wunderbar durch Heidelbeeren ersetzt werden. Aber auch alle anderen heimischen blauen und violetten Obst- und Gemüsearten eignen sich als Ersatz. Ideal sind hier Holunderbeeren, blaue Trauben oder Rotkohl.

Leinsamen vs. Chiasamen

Chiasamen bestechen mit einem sehr hohen Gehalt an Proteinen, Ballaststoffen und Omega-3-Fettsäuren. Außerdem sind sie reich an Kalzium und Vitamin A. Doch da Chia-Saat heutzutage mehrheitlich aus Herkunftsländern wie China, Mexiko, Bolivien, Chile und Australien kommt, sollte man über Alternativen nachdenken. Leinsamen sind da die erste Wahl: Sie erreichen in vielen Bereichen den Nährstoffgehalt von Chiasamen – bei den Werten von Kalium und Vitamin E übertrifft das heimische Superfood den exotischen Konkurrenten sogar. Doch auch hier sollte man darauf achten, dass die Leinsamen aus Deutschland kommen und es sich nicht um Importware aus China und Co. handelt.

Tipp: Besteht die Möglichkeit, die Samen selbst zu schroten, sollte das erst kurz vor dem Verzehr geschehen. So oxidieren die wertvollen Inhaltsstoffe nicht bereits und können noch in vollem Maße vom Körper aufgenommen werden.

Sanddorn und Schwarze Johannisbeere vs. Goji-Beere

Während die meist nur getrocknet angebotenen Goji-Beeren mit ihrem hohen Vitamin-C-, Kalzium-, und Eisengehalt sowie vielen Antioxidantien punkten, liefern schwarze Johannisbeeren oder Sanddornbeeren nicht nur mehr Vitamin C – sie sind auch deutlich preiswerter.

Tipp: Statt die getrockneten Goji-Beeren aus China zu kaufen, gibt es auch die Möglichkeit, das Superfood aus heimischen Gefilden zu beziehen. Der Grund: Die Pflanze wächst auch hierzulande prächtig und kann sogar selbst angepflanzt werden.

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Hirse vs. Quinoa

Das in Südamerika wachsende Quinoa überzeugt durch seinen hohen Proteingehalt und erreichte vor allem als glutenfreie Getreidealternative Berühmtheit. Doch der lange Importweg schreckt ab. Die glutenfreie, in Deutschland wachsende Hirse hingegen liefert neben Eisen und Magnesium auch einen hohen Proteingehalt und ist zudem noch leicht bekömmlich.

Weitere heimische Superfoods sind:

  • Pastinake
  • Portula
  • Radicchio
  • Feldsalat
  • Grünkohl
  • Himbeere
  • Sonnenblumenkerne
  • Topinambur
  • Wirsing
  • Ackersenf
  • Brennnessel
  • Buchweizen
  • Meerrettich
  • Walnüsse

Fest steht, dass zahlreiche heimische Superfoods genauso viele wertvolle Inhaltsstoffe haben wie die Produkte aus weit entfernten Ländern. Darüber hinaus erhält man sie meist in frischer Qualität, aus regionalem oder biologischem Anbau und häufig unverpackt. Ein weiterer

Vorteil: Die in Europa geltenden Richtlinien zu Lebensmittelkontrollen sorgen für mehr Sicherheit – vor allem, was die Herkunft betrifft. Zudem besteht ein seriöses Netzwerk an validen Quellen hinsichtlich der Nährstoffangaben. Und nicht zuletzt unterstützen Sie mit dem Kauf heimischer Ware die Bauern der einzelnen Regionen hierzulande.

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