Heilungsdauer bei Hörsturz: Was beschleunigt, was verzögert?

Ein Hörsturz muss nicht der Anfang eines chronischen Leidens sein: Betroffene können sowohl die Heilungsdauer als auch den Heilungsprozess positiv beeinflussen.

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Was ist ein Hörsturz?

Laut Definition ist ein Hörsturz – auch Ohrinfarkt genannt – eine ohne zunächst erkennbare Ursache plötzlich auftretende, in der Regel einseitige Innenohrschwerhörigkeit unterschiedlichen Schweregrades bis hin zur Taubheit. Der Hörverlust wird häufig durch Symptome wie Tinnitus, Schwindel und einem starken Druckgefühl im Ohr begleitet.

Wie lange dauert es, bis ein Hörsturz ausgeheilt ist?

Als Richtwert gilt, dass ein Hörsturz nach maximal 14 Tagen ausgeheilt ist. In dieser Zeit sollte sich das betroffene Ohr – bei richtiger Behandlung – erholt haben.

Das Schwierige bei Hörstürzen: Sie werden oft unterschätzt. Die meisten Betroffenen gehen davon aus, dass sich der Hörverlust von allein bessert. In etwa 50 Prozent aller Fälle ist dem auch so: Bei knapp der Hälfte aller Hörsturz-Patienten tritt eine spontane Selbstheilung auf. Das bedeutet, dass die Innenohrschwerhörigkeit sowie die Begleitsymptome von selbst wieder verschwinden; häufig innerhalb der ersten 24 Stunden. Gleichzeitig erleiden etwa 30 Prozent aller Betroffenen im Laufe ihres Lebens mindestens einen erneuten Ohrinfarkt. 

Hörsturz-Behandlung beim Arzt

Gerade mit Blick auf das Risiko, einen erneuten Hörsturz zu erleiden, sollten Betroffene nicht abwarten, sondern einen HNO-Arzt aufsuchen – im besten Fall direkt nach Auftreten der ersten Symptome, in jedem Fall aber innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Wie bei so vielen anderen Krankheiten gilt: Je früher die Behandlung beginnt, desto besser ist die Heilungsprognose. 

Der Arzt greift bei Hörsturz meist zu durchblutungsfördernden Medikamenten, die per Infusion verabreicht werden – ausgehend von einer Durchblutungsstörung als Ursache des Hörsturzes. Außerdem kann eine Behandlung durch eine sogenannte Glukokortikoid-Therapie erfolgen, bei der Kortison ähnliche, entzündungshemmende Wirkstoffe als Tabletten oder mittels einer Spritze verabreicht werden. 

Die Heilungsdauer selbst beschleunigen

Unterstützend zu der Behandlung, die der HNO vornimmt, kann jeder Hörsturz-Patient die Heilungsdauer selbst positiv beeinflussen. 

Da die Ursachen eines Ohrinfarkts vielseitig und individuell sind, gibt es keinen klaren Fahrplan, wie man sich am schnellsten von einem Hörsturz erholt. Als hilfreich erwiesen hat sich jedoch eine deutliche Stressreduktion im Alltag. Stress ist, wie bei so vielen körperlichen Beschwerden, zum einen Auslöser einer Krankheit und zeitgleich deren Symptom. Gezielte Entspannungsübungen, Yoga oder autogenes Training helfen dem Körper, zur Ruhe zu kommen und Heilungsprozesse in Gang zu setzen. Stecken hinter dem Stress tiefsitzendere, emotionale Probleme, kann eine Psychotherapie helfen. 

Mit Ginkgo den Heilungsprozess unterstützen

Bei der Behandlung eines Hörsturzes vertrauen viele Menschen auf das Naturpräparat Ginkgo, genauer gesagt auf einen Ginkgo-Spezialextrakt (EGb 761). Ginkgo Blättern enthalten etwa 3000 Inhaltsstoffe; der Spezialextrakt enthält davon noch etwa 250 wertvolle Substanzen. Besonders wirksame Bestandteile wie Flavonolglykoside und Terpenlaktone, darunter Bilobalid und Ginkgolide, werden im Spezialextrakt angereichert. Sie verbessern die Fließfähigkeit des Blutes, sodass selbst kleinste Gefäße wieder versorgt werden und machen die Heilpflanze damit für die Medizin so interessant. Zusätzlich steigern die pflanzlichen Inhaltsstoffe die Sauerstoffversorgung der Zellen. Nach wie vor ist nach Hörsturz für viele Ärzte eine Verbesserung der Durchblutung Ziel der Behandlung, auch wenn in Deutschland Ginkgo-Arzneimittel formal zur Behandlung von Tinnitus, aber nicht zur Behandlung von Hörsturz zugelassen sind. Ein Hörsturz oder andere Ursachen von Hörminderung werden Häufig von Tinnitus begleitet. EGb 761 fördert neben der Durchblutung auch die Vernetzung von Nervenzellen und außerdem die Signalverarbeitung im Gehirn unter anderem genau dort, wo die vermeintlichen Ohrgeräusche entstehen. Mit Hilfe aus der Natur verschwinden die Ohrgeräusche im besten Fall komplett.

Was die Heilungsdauer verzögert

Zusätzlich zur bewussten Stressreduktion sollten Hörsturz-Patienten in den ersten Wochen darauf achten, laute Musik und Krach zu vermeiden, um das Ohr nicht zusätzlich zu belasten. 

Auch Flugreisen sollten vorab unbedingt mit dem HNO abgesprochen werden. Der Druckausgleich, der bei Start und Landung des Flugzeugs gemacht werden muss, stellt eine Belastung für das Innenohr dar. Ähnlich verhält es sich bei Sportarten, bei denen Druck im Ohr entsteht (Tauchen, Fallschirmspringen etc...). 

Grundsätzlich gilt: Wer die Heilungsdauer eines Ohrinfarkts beschleunigen will, sollte seinen Körper nicht zu stark belasten. Egal, ob durch Stress, Sport, lange Reisen oder eine laute Umgebung. 

 
Quellen:
Ist ein Hörsturz heilbar?, in: thieme.de
Hörsturz: Ein dumpfes Gefühl im Ohr, in: amplifon.com/de