Heilt Kurkuma Magengeschwüre?

Carolin Banser
Kurkuma heilt Magengeschwür
Kurkuma kann – ergänzend zur Standardtherapie – die Beschwerden eines Magengeschwürs lindern © alamy

Wer ein Magengeschwür hat, sollte Kurkuma essen – so eine aktuelle Studie. Zu den Hintergründen.

Etwa fünf Prozent der Kinder und 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland  sind mit Helicobacter pylori infiziert. Das Bakterium gilt als Hauptauslöser für Magenschleimhautentzündungen und ist für etwa 75 Prozent aller Magengeschwüre verantwortlich.

Antibiotika: Standardtherapie bei Magengeschwür

Forscher wissen heute, dass Magengeschwüre genauso ansteckend sind wie eine Grippe. Schon beim Küssen können Helicobacter-Bakterien übertragen werden. Und die Magenfeinde siedeln sich sogar im Essen an. Zu den häufigsten Symptomen einer Helicobacter-Pylori-Infektion gehören Schmerzen im Oberbauch, Appetitlosigkeit, aber auch Übelkeit und Erbrechen. Die Standardtherapie ist eine Kombination aus Antibiotika und Säureblockern (z.B. Omeprazol). Aber auch Kurkuma ist zur Behandlung von sogenannten dyspeptischen Beschwerden (Beschwerden des oberen Magen-Darm-Traktes z.B. Sodbrennen, Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen) anerkannt. Forscher wollten jetzt herausfinden, ob Kurkuma auch einen Einfluss auf Magengeschwüre haben kann.

Wirkung von Kurkuma auf Magengeschwür

Das Ergebnis der Studie: Die zusätzliche Gabe von Kurkuma zur Standardtherapie verringerte die Verdauungsbeschwerden bei einem Magengeschwür im Placebovergleich deutlich, zeigte jedoch keinen verstärkenden Effekt auf die Bekämpfung von Helicobacter pylori.

Die Probanden mit einem sogenannten peptischen Magengeschwür erhielten über vier Wochen zusätzlich zur Standard-Dreifach-Therapie (Clarithromycin = Antibiotikum, Amoxicillin = Antibiotikum und Pantoprazol = Magensäureblocker) täglich 500 Milligramm Kurkuma oder ein Placebo.

In 27,6 Prozent der Fälle kam es unter Kurkuma zu einem völligen Abklingen der Beschwerden, während dies unter Placebo nur bei 6,7 Prozent der Fall war. Bei der Auslöschung von Helicobacter pylori zeigten sich laut Harnstoff-Atemtest keine Unterschiede; jeweils 73 Prozent der Patienten pro Gruppe waren nach der Therapie erregerfrei. Die Verträglichkeit von Kurkuma war gut.

Kurkuma bei Verdauungsbeschwerden

Kurkuma gilt seit Jahrtausenden als heiliges Gewürz. Das sogenannte „gelbe Gold“ schützt den Menschen vor zahlreichen Krankheiten. Bekannt ist es vor allem dafür, die Bildung von Magensaft und Gallensäure zu fördern. Deshalb hilft es besonders gut gegen Verdauungsbeschwerden.

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