Heilpflanzen in der Rosazea-Therapie

Carolin Banser

Glühende Wangen, rote Äderchen im Gesicht, Pickel oder eine verdickte Nase – jeder Zehnte leidet unter Rosazea. Doch eine neue Studie beweist: Es gibt wirksame Hilfe aus der Natur.

Rötungen, vergrößerte Poren, akneähnliche Hautreaktionen, "Knollennase": Die Symptome einer Rosazea sind vielfältig. Wichtig ist eine frühzeitige Therapie, um schwere Verläufe zu vermeiden. Heilbar ist die Hautkrankheit zwar nicht, Antibiotika und spezielle Salben können die Symptome aber lindern. In schweren Fällen setzen Ärzte Vitamin-A-Säure ein. Leider hat das Medikament aber viele Nebenwirkungen. Forscher haben daher untersucht, welchen Einfluss alternative Naturheilmethoden auf die Hautkrankheit haben.

Das Ergebnis: Einige Pflanzenextrakte können das Hautbild bei Rosazea deutlich verbessern. Zum Einsatz kommen dabei Arzneien zur innerlichen und äußerlichen Anwendung. So konnten vor allem Süßholz-Extrakte sowie Inhaltsstoffe des Quassiabaums, der Mariendiestel und der Chrysantheme einen Rückgang der Rötung bewirken. Pusteln wurden am wirkungsvollsten durch den Quassiabaum, die Mariendiestel sowie Vitamin B3-Ergänzungen gelindert. Die Pflanzenextrakte greifen nachweislich in die Gefäßbildung ein und sind damit für eine Verbesserung des Hautbildes bei sogenannten Telangiektasien (Erweiterung der oberflächlichen Blutgefäße des Gesichts) verantwortlich. Für die genannten Pflanzen sind entzündungshemmende und zellschützende Effekte bekannt.


Was passiert bei Rosazea?

Bei Rosazea kommt es zu einer Vermehrung und Erweiterung der feinen Blutgefäße in der Unterhaut, von Bindegewebe und Talgdrüsen. Anfänglich zeigt sich die Veränderung der Gefäße durch Rötungen, später werden die einzelnen Äderchen sichtbar. Die Haut wird grobporig, die Talgdrüsen entzünden sich, das Bindegewebe kann sich stark vermehren. Bei Männern zeigt sich dann oft eine Knollennase (Rhinophym). Betroffen sein können aber auch Kinn, Ohrläppchen oder Augenbrauen.

Was ist die Ursache für eine Rosazea?

Die Ursachen sind bis heute nicht ganz geklärt, es wird aber vermutet, dass Vererbung eine Rolle spielt. Auch starke UV-Bestrahlung und Cortison-Cremes begünstigen eine Rosazea. Ebenfalls mit der Erkrankung in Verbindung gebracht wird die Demodex-Milbe, die sich in den Talgdrüsen ansiedelt. Keinen Einfluss dagegen haben Darm- oder Gallenerkrankungen, der als Magenkrebs-Verursacher bekannt gewordene Keim Helicobacter pylori sowie bestimmte Ernährungs- oder Pflege-Gewohnheiten.

Woran erkenne ich, ob ich betroffen bin?

Vorboten der Krankheit treten oft schon Jahre vorher auf: plötzliche Rötungen mit Hitzegefühl oder leichtem Brennen. Erste bleibende Rötungen können schon vor dem 20. Lebensjahr auftreten, so Prof. Dr. Breitbart, Direktor des Dermatologischen Zentrums Elbe Klinikum Buxtehude und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention. Die Erkrankung tritt am häufigsten zwischen 40 und 60 Jahren auf. Betroffen sind vor allem sehr hellhäutige Menschen. Auch Tränensäcke oder geschwollene Lider können eine Rosazea verraten. Denn diese Ödeme (Wasseransammlungen im Gewebe) zeigen: Hier staut sich Blut oder Lymphflüssigkeit zurück. Sind die Augen selbst befallen, kann es zu Lidrand-, Bindehaut- oder Hornhautentzündungen kommen.

Die 4 besten Pflegetipps bei Rosazea

Sanfte Reinigung: Statt Seife sollten Sie sogenannte pH-neutrale "Syndets" oder Reinigungsmilch verwenden. Gut sind Produkte mit "Mizellen", speziell für zu Rötungen neigende Haut.

UV-Schutz: UV-Licht gilt als ein Auslöser der Rosazea. Deswegen brauchen Sie einen täglichen hohen Lichtschutz (mindestens 25). Solarien sind tabu.

Spezialpflege: Diese oft grünlichen Cremes (Apotheke) stärken die Gefäßwände, schützen so vor Verschlimmerung und lindern bestehende Rötungen.

Gesichtsmassage: Nehmen Sie sich morgens und abends Zeit, und massieren Sie die Creme gründlich ein. Das stimuliert den Abfluss der Lymphflüssigkeit und entlastet die Gefäße.

Hamburg, 14. Januar 2015

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