Heilerde: Wirkung überzeugt selbst Kritiker

Redaktion PraxisVITA
Heilerde
Heilerde wirkt wohltuend gegen viele verschiedene Beschwerden © Fotolia

Medizin aus der Tiefe des Bodens: Die Heilerde-Wirkung ist enorm. Ob bei Hautverletzungen, Problemhaut, Halsschmerzen oder Darmbeschwerden - Heilerde scheint ein echter Allrounder zu sein.

"Das beste Heilmittel der Natur", das soll der Naturheilkundler Adolf Just über Heilerde gesagt haben. Noch heute weisen zahlreiche Naturheilärzte auf die enorme Heilerde-Wirkung hin. Was macht die aus zehn bis dreißig Meter tiefen Erdschichten gewonnene Erde so gesund?

 

Mineralien ermöglichen enorme Heilerde-Wirkung

Sie enthält Mineralien und Spurenelemente wie Magnesium, Eisen, Kalzium, Kalium und Phosphor. Aufgrund des Herstellungsverfahrens ist Heilerde garantiert keimfrei. Zudem haben die vielen feinen Körnchen des Pulvers insgesamt eine sehr große Oberfläche. Das erklärt die Heilerde-Wirkung. Die Körner können wie ein Schwamm andere Stoffe an sich binden: Nahrungsgifte und schädliche Stoffwechselprodukte, Fette und Bakterien. Wegen dieser Eigenschaften wurde das Naturheilmittel schon im alten Ägypten verwendet – und erfreut sich heute wieder zunehmender Beliebtheit.



Eine Frau mit einer Heilerde-Maske
Gerne auch mal für Zwischendurch: Eine Gesichtsmaske mit Heilerde lässt die Haut frisch und rosig aussehen© Geber86/iStock

Heilerde kommt in verschiedenen Farbtönen vor. Die Farbe zeigt den jeweiligen Mineralgehalt an. In grüner Heilerde steckt beispielsweise viel Kupfer, während weiße Heilerde besonders viel Kalzium und Silikate enthält.

 

Heilerde-Wirkung bei Verletzungen

Bakterien und Wundsekrete werden von Heilerde aufgesaugt. Zudem sollen die Mineralien den Heilungsprozess fördern. Für die optimale Heilerde-Wirkung streuen Sie bei kleineren offenen Verletzungen oder nässenden Ekzemen die Erde direkt in die Wunde und pusten danach überflüssiges Pulver einfach weg. Die Heilerde fördert die Krustenbildung – die Wunde heilt besser und schneller. Für die äußere Anwendung reicht übrigens die grobkörnige, kostengünstigere Erde aus.



Eine Frau streicht sich Heilerde auf das Gesicht
Heilerde wird aufgrund seiner Saugfähigkeit gerne als Gesichtsmaske verwendet© Voyagerix/iStock
 

Heilerde-Wirkung bei Akne

Heilerde aktiviert den Stoffwechsel, entschlackt und strafft. Sie saugt überschüssiges Fett auf, wirkt entzündungshemmend und reinigt die Haut porentief – Unreinheiten trocknen aus und heilen ab. Laut Studien verbessern äußerliche Heilerde-Anwendungen das Hautbild um bis zu 80 Prozent. Außerdem lindert sie den quälenden Juckreiz bei Neurodermitis, Schuppenflechte, Insektenstichen und Allergien. Für eine Gesichtsmaske vermischen Sie sieben Teelöffel Heilerde mit zwei Teelöffeln Wasser. Auftragen und trocknen lassen, mit klarem Wasser nachspülen.



 

Mit Heilerde gurgeln

Die Heilerde-Wirkung kommt auch bei Entzündungen in Mund, Rachen und Hals zum Tragen. Gurgeln oder Spülen Sie hierfür eine Mischung aus einem Teelöffel Heilerde und einem halben Glas lauwarmem Wasser oder Kamillentee.

 

Heilerde-Wickel bei Gelenkschmerzen



Eine Paste aus fünf leicht gehäuften Esslöffeln Heilerde und vier Esslöffeln kaltem Wasser kühlt und lindert Gelenkschmerzen. Der Brei wird direkt auf die betroffene Stelle aufgetragen – je großflächiger diese ist, desto dünner. Darauf ein nasses Tuch legen. Ist der Wickel nach 30 Minuten trocken, die Erde mit warmem Wasser abspülen.



Eine Frau macht Yoga
Heilerde soll den Magen beruhigen und bei Reizdarm helfen© SrdjanPav/iStock
 

"Dreck reinigt den Magen"

Innerlich angewendet hilft Heilerde bei Verdauungsbeschwerden. Reizdarm, Durchfall, Blähungen, Aufstoßen, Sodbrennen, Magendruck und Völlegefühl bessern sich. Im Darm bindet Heilerde Giftstoffe und verhindert so, dass diese in die Blutbahn gelangen – Gelenk- und Gliederschmerzen wären sonst die Folge. Für eine optimale Heilerde-Wirkung empfiehlt sich folgende Mischung: ein bis zwei leicht gehäufte Teelöffel in ein Glas Wasser rühren, bis das Pulver kräftig darin herumwirbelt – und das Ganze sofort möglichst in einem Zug auf nüchternen Magen trinken. Für eine Kur wird diese einfache Prozedur vier bis sechs Wochen lang zweimal am Tag durchgeführt. Ärzte weisen daraufhin, dass eine Wirkung meist erst drei Wochen nach der ersten Einnahme eintritt.

Wer den Geschmack der Heilerde unangenehm findet, kann auf Heilerde-Kapseln (Apotheke) zurückgreifen, die unzerkaut geschluckt werden. Vorsicht ist bei Nierenleiden angebracht: Das mineralreiche Heilmittel ist dann nicht verträglich. Und Sie sollten beachten, dass Heilerde auch die Wirkstoffe von Medikamenten bindet und dadurch unwirksam machen kann. Daher ist es wichtig, zwischen der Einnahme Ihrer Medikamente und der Erde immer mindestens zwei Stunden zu warten.

 

Unklare Studienlage hinsichtlich der Heilerde-Wirkung

Heilerde ist ein zugelassenes Arzneimittel und unterliegt keiner gesetzlichen Wirksamkeits- und Risikoprüfung. Einige wissenschaftliche Untersuchungen berichten kritisch über die Heilerde-Wirkung, insbesondere dann, wenn Heilerde innerlich angewendet wird. Demnach enthalte die Erde schädliche Substanzen, wie etwa Quecksilber. Dieses kann sich laut der Studie nicht nur ungünstig auf die Intelligenz auswirken, sondern auch Krebserregend sein sowie die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Da die Studienlage über den Nutzen von Heilerde uneindeutig ist, sollten Sie sich von Ihrem Arzt beraten lassen.

 
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