Heilende Kälte – was ist die Kryotherapie?

Erfrierung durch Coldpack
Bei der Kryotherapie ist Vorsicht geboten, damit es nicht zu Erfrierungen kommt: Legen Sie das Coldpack nicht direkt auf die Haut! © Fotolia

So unangenehm sie manchmal durch Mark und Bein dringt – Kälte hat auch positive Seiten. Bei der Kryotherapie wird sie für therapeutische Zwecke eingesetzt.

Kalte Wadenwickel senken das Fieber, Eiswürfelauflagen verhindern Schwellungen und dämmen Entzündungen ein. Diese Kälte liegt ,,nur” um den Gefrierpunkt. Bei der in Japan entwickelten Ganzkörpertherapie jedoch geht’s in die Kältekammer – minus 110 Grad! All diese Behandlungsformen werden unter dem Begriff „Kryotherapie“ zusammengefasst.

 

Was der Gang in die Kälte bewirkt

Bei der japanischen Ganzkörper-Kältetherapie wird das Schmerzempfinden schlagartig blockiert, über Nervenreize kommt es zur reflexartigen Muskelentspannung, in der Tiefe des Gewebes werden Entzündungen gehemmt.

Die Behandlung erfolgt in Kliniken und wird unter anderem bei Arthrose, chronisch entzündlichen Wirbelsäulenleiden und entzündlichem Rheuma angewendet. Auch gegen Hautleiden wie Schuppenflechte und Neurodermitis zeigt sie Erfolge.

In Arztpraxen wird die Kryotherapie mit Eiswasserbädern, Eisauflagen und Kältesprays durchgeführt. Ebenfalls möglich: die so genannte Begasung mit Stickstoff, durch die eine Temperatur von bis zu minus 180 Grad erzielt werden kann. Anwendungsgebiete sind Sportverletzungen sowie Verstauchungen oder Zerrungen.

 

Erfrierungsgefahr durch Coldpacks

Bei Verstauchung oder Prellung hilft die Kryotherapie in Form von Coldpacks aus dem Eisfach effektiv. Aber Diabetiker sollten die Gel-Packungen nicht benutzen. Weil die Zuckerkrankheit häufig auch Nerven schädigt, merken Betroffene nicht, wenn die Haut zu kalt wird – Erfrierung droht! Diabetiker sollten kühle, feuchte Tuch-Umschläge machen.

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