Hautverfärbungen: Diese Krankheiten können dahinter stecken

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Hautverfärbungen können unterschiedliche Gründe haben und an allen Körperstellen entstehen. Welche Erkrankungen dahinter stecken können und wann man zum Arzt gehen sollte.

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Inhalt
  1. Was können Verfärbungen der Haut bedeuten?
  2. Welche Arten von Hautverfärbungen gibt es?
  3. Sind Hautverfärbungen im Intimbereich gefährlich?
 

Was können Verfärbungen der Haut bedeuten?

Jede Änderung der Hautfarbe, die nicht dem natürlichen Hautton entspricht, wird als Hautverfärbung bezeichnet. Hautverfärbungen können harmlos sein, aber auch gefährlich. Einige deuten auf eine Krankheit hin. Andere wiederum sind rein kosmetischer Natur. Auch äußere Einflüsse können Hautverfärbungen auslösen, die entweder kurzzeitig auftreten oder dauerhaft bestehen.

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Welche Arten von Hautverfärbungen gibt es?

Die Farbpalette der Hautverfärbungen reicht von Blau über Gelb, Rot, Braun bis hin zu Violett. Zu den häufigsten Verfärbungen der Haut, die nicht auf eine Hyperpigmentierung beruhen, gehören die folgenden:

Feuermal: Rote bis violette Färbung

Eine angeborene, gutartige Hautveränderung, bei der die Blutgefäße dicht unter der Hautoberfläche erweitert sind. Das führt zur roten bis violetten Färbung. Meist ist das Feuermal schon bei der Geburt vorhanden oder entwickelt sich im frühen Kindesalter. Treten diese Hautverfärbungen im Gesicht auf, kann eine Behandlung aus kosmetischer Sicht nötig sein.

Erythema ab igne – die „Feuerröte"

Die „Feuerröte“ oder Buschke-Hitzemelanose wird durch längere Hitzeeinwirkung auf die Haut verursacht. Es bildet sich eine netzartige Hautrötung, die sich auch zurückbilden kann. Ist die Wärmeeinwirkung dauerhaft oder regelmäßig, verfärbt sich das Erythema ab igne bräunlich und wird irreversibel. Ursache sind Wärmflaschen, aber auch Heizdecken oder Sitzheizungen, sodass diese Art der Hautverfärbung oft an der Wirbelsäule oder auf dem gesamten Rücken auftritt. Auch Hautverfärbungen an den Beinen sind häufig – vor allem, wenn eine Heizdecke die Ursache ist.

Kältemarmorierung: Netzartige Hautverfärbungen

Sie ist quasi das Gegenteil zum Erythema ab igne. Die Kältemarmorierung zeigt sich als violette, netzartige Hautverfärbung. Ursache ist das Zusammenziehen der Blutgefäße bei großer Kälte. Das Muster verschwindet wieder, sobald sich die Haut erwärmt.

Gelbe Flecken weisen auf Gelbsucht hin

Diese Art der Hautverfärbung kommt mit am häufigsten vor. Ausgelöst wird sie durch Erkrankungen der Galle oder Leber. Die Ursachen können von Gallensteinen bis hin zu Leberkrebs reichen. Bei einer Gelbverfärbung der Haut sollte man immer den Arzt aufsuchen.

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Zyanose: Blaue Hautverfärbungen

Im Volksmund spricht man auch von „Blausucht“, denn es handelt sich um großflächige blaue Hautverfärbungen. Sie zeigen, dass sich zu wenig Sauerstoff im Blut befindet. Tritt die Blaufärbung akut auf, kann sie auf einen lebensbedrohlichen Zustand hinweisen – in solchen Fällen muss umgehend ein Notarzt gerufen werden. Bei chronischem Auftreten sind die Hautverfärbungen meist Symptom einer anderen Erkrankung, etwa eines Herzfehlers oder einer Varikosis (Krampfadern).

Hautveränderungen durch Brustkrebs und Strahlentherapie

Zu den Symptomen von Brustkrebs zählen nicht nur die tastbaren Knoten. Auch eine Hautverfärbung der Brust kann darauf hindeuten. Diese Verfärbungen können unterschiedlicher Natur sein. Frauen, die eine Hautverfärbung an der Brust feststellen, sollten diese vom Gynäkologen abklären lassen. Auch durch die Behandlung von Brustkrebs, speziell bei der Strahlentherapie, kann es als Spätreaktion zu Hautverfärbungen an der Brust kommen.

 

Sind Hautverfärbungen im Intimbereich gefährlich?

Hautverfärbungen können an allen Körperstellen auftreten, auch im Intimbereich. So kann beispielsweise eine rötliche Verfärbung der Eichel auf eine Balanitis, also eine Entzündung der Eichel, hindeuten. Rote, fleckenartige Hautverfärbungen im Intimbereich, die zudem noch mit Juckreiz einhergehen, können sowohl beim Mann als auch bei der Frau auf eine Pilzinfektion oder Geschlechtskrankheiten wie Tripper hindeuten. Hautverfärbungen im Intimbereich sollte man daher sicherheitshalber immer von einem Facharzt untersuchen lassen.

Quellen:

Unklare Hautveränderungen, in: Berufsverband der Deutschen Dermatologen

Abeck, Dietrich (2020): Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin, Berlin: Springer-Verlag

Röcken, Martin et al. (2010): Taschenatlas Dermatologie: Grundlagen, Diagnostik, Klinik, Stuttgart: Thieme Verlag

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