Hautproblem Akne

Kopfkissen sind Bakterienherde für Pickel
Das Kopfkissen ist ein Bakterienherd und Akne-Auslöser. Ein häufiges Wechseln der Bettwäsche kann der Entstehung von Pickeln vorbeugen © Fotolia

Da denkt man, ab 30 kann man das Thema „Akne" beiseite legen und sich ganz der Faltenbekämpfung widmen. Doch plötzlich kommen sie wieder, die Pickel, die kleinen Biester. Warum?

Als Teenager hatte ich viele Illusionen. Ich dachte, dass alles leichter würde, wenn ich nur endlich erwachsen wäre. Ich dachte, dass alle Menschen gleichberechtigt wären. Und ich dachte, dass es eine Zeit geben würde, in der ich diese verhassten Pickel endlich los sein würde. Diese Zeit stellte ich mir glorios vor. In meinen pickellosen Träumen hatte ich eine Haut wie ein Supermodel (Cindy, Linda, Christy, das war mir egal), und zwar bis zu meinem 50. Geburtstag. In diesem "hohen" Alter kämen dann die ersten Falten oder vielmehr Fältchen, die sich sympathisch in meinen Augenwinkeln versammelten und von meinem Humor, meiner Güte und meiner Weisheit zeugten.

Mit Mitte 20 stellte ich fest, dass ich als Teenager ganz schön naiv war. Alles war viel komplizierter geworden, ich hatte Chauvinismus erlebt, und in meinen Augenwinkeln versammelten sich Fältchen, die ich alles andere als sympathisch fand. Das Schlimmste aber war die Tatsache, dass ich immer noch regelmäßig Pickel bekam. Mit Mitte 20! All diese Ungerechtigkeiten machten mich fertig und ließen mich regelmäßig ausrasten. Davon bekam ich natürlich nur noch mehr Pickel.

 

"Pickel und Falten sind wichtig – zumindest für mich"

Heute, mit Mitte 30, sehe ich die Sache so: Mein Leben ist nur so kompliziert, wie ich es finde, Emanzipation ist eine Lebensaufgabe, und Pickel und Falten sind wichtig. Zumindest für mich. Die senkrechte Furche zwischen meinen Augenbrauen, zum Beispiel, stammt aus einer Phase, in der Hadern und Zweifeln meine Hauptbeschäftigungen waren. Diese Falte ist so etwas wie mein dermatologisches Post-it, das mich daran erinnert, mich zu entspannen und das Leben zu genießen. Natürlich finde ich meine Falten nicht gerade schön, aber ich habe mich mit ihnen angefreundet. Ebenso wie mit meinen Pickeln. Na ja. Angefreundet vielleicht nicht. Aber ich nehme sie ernst. Denn ich weiß, dass die entzündeten Hügelchen Warnsignale meines Körpers sind. Bekomme ich einen Pickel, schalte ich einen Gang runter, ernähre mich gesünder, trinke mehr Wasser und mache meine Qigong-Übungen. Außerdem weiß ich mittlerweile auch, wie man einem Pustel am besten beikommt: mit Antisepsis und Humor.

Und insgeheim erfreue ich mich an der Illusion, dass jeder Pickel ein Zeichen dafür ist, dass in mir immer noch ein Teenager wohnt.

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