Hautmaulwurf: Wenn sich die Krampfader als Parasit entpuppt

Redaktion PraxisVITA
Screenshot eines YouTube-Videos über einen Parasiten im Fuß eines Patienten
Larva migrans cutanea ist eine Infektion mit Parasiten. Sie zeigt sich durch rote Erhebungen der Haut, die Krampfadern ähneln © YouTube

Nach seiner Rückkehr von einer Nigeria-Reise bemerkte ein Mann aus China eine Krampfader an seinem Fuß. Als diese nach einem Monat begann, zu jucken und sich zu bewegen, ging er zum Arzt. Dort entpuppte sich die Krampfader als Hautmaulwurf.

Als ein 42-jähriger Patient sich seinem Arzt vorstellte, hatte er bereits seit einem Monat eine Krampfader am Fuß. Doch diese zeigte ein auffälliges Verhalten: Sie juckte stark und veränderte ihre Position – und zwar um bis zu einige Zentimeter täglich.

Sein Arzt fand schnell heraus, was die Ursache dafür war: Der Patient hatte keine Krampfader. Er hatte eine Parasiteninfektion namens Larva migrans cutanea („wandernde Larve“). Dabei gräbt sich die Larve eines sogenannten Hakenwurms in die oberen Hautschichten und verweilt dort. Bemerkbar macht sie sich durch juckende, gerötete „Gänge“ in der Haut, die ihre Position verändern können – durch diese Gänge bewegen sich die Larven unter der Haut fort. Darum wird die Infektion auch als „Hautmaulwurf“ bezeichnet.

 

Wie kommt es zum Hautmaulwurf?

Bei den Larven (Unterarten des Hakenwurms, z.B. Ancylostoma canium) handelt es sich um Katzen- oder Hundeparasiten. Eine Übertragung auf den Menschen ist über den Kot der Tiere möglich, beispielsweise durch verschmutzten Sand am Strand. Meist sind die Füße von einem Hautmaulwurf betroffen, es können aber auch andere Körperstellen wie beispielsweise der Rücken befallen werden.

Hautmaulwurf
Ein Hautmaulwurf lässt sich am einfachsten medikamentös behandeln© iStock
 

Wie wird der Hautmaulwurf behandelt?

Da der natürliche Wirt vom Hautmaulwurf Tiere sind, ist der Befall des Menschen ein „Versehen“, das heißt, der Parasit ist nicht auf den menschlichen Körper ausgerichtet. Darum schafft die Larve es auch nicht, sich in einen Wurm zu entwickeln und stirbt schließlich auch ohne Therapie ab – meist nach wenigen Wochen.

Da die Symptome wie der starke Juckreiz für Betroffene jedoch belastend sein können, wird die Infektion häufig medikamentös behandelt – so auch bei dem Patienten aus China. Nach zwei Wochen Therapie mit dem Medikament Albendazol verheilte der Fuß vollständig.

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