Haut- und Augenschutz im Skiurlaub

Dr. med. Nadine Heß

Bald geht es für die ersten Bundesländer in die Skiferien, spätestens Ostern sind dann alle, die den Schnee mögen und es der Familie ermöglichen können, in den Bergen beim Wintersport zu finden. Was gilt es dort aus ärztlicher Sicht zu beachten? Wie schützt man die Haut und die Augen?

Dr. Nadine Hess
Expertin Dr. Hess: „Die häufigsten Beinbrüche im Winterurlaub geschehen nicht auf der Piste, sondern durch Umknicken in Skischuhen beim ausgedehnten Après-Ski.“ © privat
 

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess

Die Sonneneinstrahlung in den Bergen ist bedingt durch die dünnere Luft und die Reflektion durch den Schnee viel höher als in unseren Breiten. Selbst bei bewölktem Wetter kann man sich ungeschützt schwere Sonnenbrände zuziehen. Hinzu kommt, dass unsere Haut nach dem langen Winter kaum noch an die Sonne gewöhnt und somit viel empfindlicher ist – also noch leichter verbrennt – als in den Bergen ohnehin schon.  Dadurch, dass es kalt ist, merken wir die Stärke der Sonneneinstrahlung noch weniger als im Sommer, unterschätzen also auch deshalb ihre Wirkung.

Kind im Schnee
Neben Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor zählen Helm, Sonnenbrille, Schal, Mütze, Handschuhe und idealerweise Rückenprotektoren zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen für Kinder im Skiurlaub© Fotolia
 

Welcher Sonnenschutz im Skiurlaub?

Wichtig ist also ein hoher Lichtschutzfaktor. Ich empfehle mindestens 50 zu verwenden – für Kinder sowieso, aber auch für die Erwachsenen. Dieser sollte auf alle dem Licht ausgesetzten Hautpartien aufgetragen werden. Vergessen Sie nicht, die Lippen mit einem speziellen Pflegestift einzucremen, der ebenfalls einen hohen Lichtschutzfaktor enthält. Denken Sie daran, dass durch Schwitzen und häufiges Nasenputzen die Sonnencreme abgeht. Cremen Sie also mehrmals am Tag nach.

Viele haben immer noch Bedenken, einen hohen Lichtschutzfaktor zu verwenden, weil sich das Gerücht hartnäckig hält, man würde dann nicht braun. Das stimmt nicht. Man bräunt trotzdem, aber man verhindert Lichtschäden, die zu vorzeitigen Faltenbildungen und schlimmstenfalls zu Hautkrebs führen können.

 

Sonnenbrille, Helm, Protektoren: Gesundheitsschutz beim Wintersport

Schützen Sie Ihre und die Augen Ihrer Kinder mit qualitativ hochwertigen Sonnenbrillen, tragen Sie eine Mütze, um ein Auskühlen des Kopfes zu verhindern und auch einen Schutzhelm, um Kopfverletzungen bei Stürzen zu minimieren. Ebenso sinnvoll sind Rückenprotektoren, die unter der Kleidung getragen werden und in vielen Fällen vor Verletzungen des Rückens schützen können.

zwei Kinder im Schnee
Achten Sie darauf, den Sonnenschutz Ihrer Kinder im Winterurlaub mehrmals täglich zu erneuern – denn Schwitzen, im Schnee spielen oder häufiges Naseputzen vermindern die Schutzwirkung von Sonnencreme© Fotolia

Seien Sie Ihren Kindern ein gutes Beispiel: Fahren Sie umsichtig und Ihrem Können angemessen. Nehmen Sie Rücksicht auf langsamere und schlechtere Ski- oder Snowboardfahrer, als Sie selbst es sind, fahren Sie nicht mit hohem Tempo in Pistenkreuzungen oder enge Bereiche hinein.

Auch, wenn es für viele zum Skifahren untrennbar dazugehört – der Après-Ski mit Alkohol sollte auch wirklich NACH dem Skitag stattfinden und anschließend keine Abfahrt ins Tal mehr notwendig sein. Jedes Jahr passieren schwere Pistenunfälle, weil betrunken doch noch mal auf die Bretter gestiegen wird. Und: die häufigsten Beinbrüche im Winterurlaub geschehen nicht auf der Piste, sondern durch Umknicken in Skischuhen beim ausgedehnten Après-Ski....

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