Hausmittel gegen Schnecken: Welche wirken wirklich?

Verena Elson Medizinredakteurin

Schnecken, allen voran Nacktschnecken, gehören zu den schlimmsten Feinden der meisten Hobbygärtner:innen. Welche Hausmittel gegen Schnecken gibt es und wie gut wirken sie?

Schnecken fressen Salat in einem Beet
Schnecken können die gesamte Salaternte in kurzer Zeit vernichten Foto:  iStock/tepic

Komplett zerlöcherter Salat oder gar kein Salat: So sieht die Ernte in manch liebevoll gepflegtem Garten aus, nachdem Schnecken über die Beete hergefallen sind. Hausmittel gegen Schnecken stehen darum hoch im Kurs. Doch halten sie, was sie versprechen? Was die beliebtesten Hausmittel gegen Schnecken wirklich können – und was nicht.  

 

Hilft Kaffeesatz gegen Schnecken?

Ein Schutzring aus Kaffeesatz um das Salatbeet oder auf die Erde gestreuter Kaffeesatz – das gilt als beliebtes Hausmittel gegen Schnecken. Die Theorie dahinter: Der getrocknete Kaffeesatz erschwert den Schnecken das Vorankommen. Zudem gibt es Studien, die nahelegen, dass Koffein eine tödliche Wirkung auf Schnecken haben kann.

Die Erfahrungen vieler Hobbygärtner:innen zeigen jedoch, dass einige Schnecken zwar tatsächlich abdrehen, wenn sie sich mit einem Schutzwall aus Kaffee konfrontiert sehen. Viele lassen sich davon aber nicht abschrecken und kriechen unbeeindruckt über den Kaffeesatz, ohne auch nur langsamer zu werden.

Dazu kommt, dass der Kaffeesatz beim nächsten Regen in der Erde versickert und so auch seine teilweise Schutzwirkung aufgehoben wird. Als Alternativen für einen solchen Schutzring gelten etwa Sand oder Sägespäne (beide mit ähnlich umstrittener Wirksamkeit wie Kaffeesatz).

Bei all diesen Varianten gilt aber: Bei feuchter Witterung wird der Schutzring durchweicht und seine Wirkung als „Kriechbarriere“ ist dahin. Eine solche Schneckenbarriere um das Gemüsebeet muss also, um überhaupt eine Wirksamkeit zu entfalten, nach jedem Regen erneuert werden.

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Eierschalen gegen Schnecken: Ein wirksames Hausmittel?

Zerbröselte Eierschalen sollen ebenfalls als Schutzwall Schnecken aus dem Beet fernhalten. Auch hier gibt es gemischte Erfahrungen – einige Schnecken vermeiden es, über die scharfkantigen Schalen zu kriechen. Andere wiederum lassen sich davon nicht abschrecken; einen Versuch kann es dennoch Wert sein. Ein Vorteil der Eierschalen ist vielleicht, dass sie bei feuchter Witterung nicht aufweichen.  

 

Bier gegen Schnecken: Funktionieren „Bierfallen“?

Schnecken stehen auf Bier – diese Tatsache sollen sich die sogenannten Bierfallen zunutze machen. Dabei wird ein zur Hälfte mit Bier gefüllter Becher in die Erde eingegraben; die Schnecken sollen von dem Bierduft angelockt werden, in den Becher fallen und ertrinken.

Die große Liebe zum Bier der Tiere ist aber gleichzeitig der größte Nachteil dieser Methode. Denn von dem starken Duft werden häufig derart viele Schnecken angelockt, dass die Aktion dem Garten mehr schadet als nützt.

In der Regel fallen auch nur wenige Schnecken tatsächlich in den Becher, vor allem dann, wenn dieser ebenerdig eingegraben wurde und nicht übersteht.  

 

Salz gegen Schnecken: Qualvoller Tod

Die Methode, Schnecken mit Salz zu bestreuen, tötet die Tiere zwar, bedeutet für sie aber ein qualvolles Ende, da ihnen langsam Feuchtigkeit entzogen wird, bis sie „vertrocknen“.

Schneller und damit weniger grausam sind Tötungsmethoden wie heißes Wasser, Essiglösung – oder die Gartenschere. Getötete Tiere sollten nicht herumliegen gelassen werden, da sie andere Schnecken anlocken, für die tote Artgenossen eine Nahrungsquelle darstellen. Stattdessen sollten die Kadaver vergraben werden.

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Knoblauch gegen Schnecken: vielversprechendes Hausmittel

Knoblauch hat den Ruf, Schnecken zu vertreiben. Einen Versuch ist es laut einer Studie zur Wirksamkeit verschiedener Schneckenmittel von Forschenden aus dem britischen Newcastle allemal Wert. Die Wissenschaftler:innen besprühten Salatblätter mit einer Lösung aus 90 ml Wasser und 10 ml Knoblauchextrakt.

In dem Experiment starben die meisten Schnecken, die von den besprühten Salatblättern fraßen. Die Forschenden vermuten, dass Knoblauch bei den Schnecken wie ein Nervengift wirkt.

 

Kupfer gegen Schnecken richtig anwenden

Kupfer ist ein beliebtes wie umstrittenes Hausmittel gegen Schnecken. An Blumentöpfen oder Hochbeeten angebrachte Kupferbänder können durchaus abschreckend auf Schnecken wirken. Denn beim Darüberkriechen entsteht eine chemische Reaktion zwischen der Schnecke und dem Metall, die für das Tier unangenehm ist. In vielen Fällen drehen die Schnecken dann lieber ab. Einen hundertprozentigen Schutz bietet dieses Hausmittel jedoch nicht.

Eine Bedingung sollte in jedem Fall erfüllt sein, damit sich Schnecken vom Kupfer zumindest teilweise abschrecken lassen: Das Kupferband muss eine gewisse Breite haben (mindestens so breit, wie die Schnecke lang ist). Sonst ignoriert die Schnecke das Abschreckungsmanöver und kriecht einfach darüber.

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Die sicherste Methode: Schnecken einsammeln

Aufwendig und für viele sicherlich wenig angenehm, aber tatsächlich der Goldstandard unter den Mitteln gegen Schnecken: die Schnecken an zentrale „Sammelpunkte“ locken und dort jeden Morgen einsammeln.

Solche Sammelpunkte können etwa Unterschlüpfe aus Brettern oder Tonziegeln sein. Sind die Tiere ins umzäunte Beet gelangt, können sie mit einer Mischung aus gequollener Weizenkleie und Katzentrockenfutter vom Salat weggelockt und von dort eingesammelt werden.

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Pflanzen gegen Schnecken: Diese schmecken Schnecken nicht

Wer großen Schneckenplagen vorbeugen möchte, kann seinen Garten hauptsächlich mit Pflanzen bestücken, die von Schnecken in der Regel gemieden werden. Dazu gehören viele giftige Pflanzen. Das sollte man bedenken, wenn etwa kleine Kinder in dem Garten spielen.

Zusätzlich können stark duftende und bei Schnecken unbeliebte Kräuterbüsche wie Lavendel als Schutzwall um die Gemüsebeete gepflanzt werden. Schneckenabschreckende Pflanzen sind unter anderem:

  • Akelei
  • Bartnelke
  • Bohnenkraut
  • Eisenhut (die blaue Variante)
  • Ehrenpreis
  • Farn
  • Fingerhut
  • Kamille
  • Kornblume
  • Lavendel
  • Nieswurz
  • Maiglöckchen
  • Märzenbecher
  • Pfingstrose
  • Rosmarin
  • Thymian
  • Vergissmeinnicht

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Schneckenabwehr mit einem Schneckenzaun

Für bei Schnecken besonders begehrte Bereiche wie das Kopfsalatbeet lohnt es sich sicherlich, einen Schneckenzaun aufzustellen. Dieser ist so geformt, dass die Tiere den oberen Rand nicht überwinden können, weil sie keinen Halt daran finden.

Alle Pflanzen im Garten damit zu schützen, ist aus Ästhetik- und Kostengründen Abwägungssache.

 

Welche Tiere fressen Schnecken?

Wer einen möglichst abwechslungsreichen Naturgarten hat, kann diesen gezielt so gestalten, dass sich natürliche Feinde von Nacktschnecken darin wohlfühlen (etwa mit Unterschlüpfen und Winterquartieren für Igel). Bei folgenden Tieren stehen Schnecken auf dem Speiseplan:

 

Was hilft außerdem gegen Schnecken?

Hobbygärtner:innen sollten insgesamt auf eine Gartengestaltung achten, die Schnecken den Aufenthalt in den Beeten so unangenehm wie möglich macht. Dabei sind folgende Tipps hilfreich:

  • Hochbeete: Pflanzen in Hochbeeten sind für Schnecken allgemein schwerer erreichbar.
  • Feinkrümeliger Boden: Ein feinkrümeliger Boden ist besser als ein lehmiger, weil so keine Höhlen und Verstecke für Schnecken entstehen können. Schnecken lieben Hohlräume, um darin ihre Eier abzulegen.
  • Garten nicht im Herbst umgraben: Beim Umgraben entstehen Hohlräume und Unterschlüpfe für junge Schnecken. Besser ist es, den Garten im Winter umzugraben – dann kommen die Schneckeneier zum Vorschein und erfrieren an der Erdoberfläche.
 

Hausmittel gegen Schnecken: immer nur begrenzt wirksam

Einmal ausstreuen und das Problem ist gelöst: So einfach funktioniert es mit Hausmitteln gegen Schnecken unter anderem aufgrund von Witterungseinflüssen leider nicht – Hobbygärtner:innen sollten das Schneckenproblem darum das ganze Jahr über im Auge behalten, um zu verhindern, dass die Schneckenpopulation im Garten überhandnimmt.

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