Hausgeburt: Vorteile, Risiken und Kosten

Redaktion PraxisVITA

Ist eine Hausgeburt sicher? Eine außerklinische Entbindung birgt für manche Schwangere im Vergleich zur Geburt im Krankenhaus Risiken – sie bietet jedoch auch einige Vorteile.

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Bei einer Hausgeburt ist üblicherweise keine Ärzt:in dabei und – anders als bei einer Klinikgeburt – auch nicht abrufbar in unmittelbarer Nähe. Aber eine Hausgeburt ist deswegen nicht gleich gefährlich für Mutter und Kind. Trotzdem gibt es einige Risiken und Nachteile, die sich für manche Schwangere ergeben.

 

Welche Vorteile bietet eine Hausgeburt?

Geburtsexpert:innen gehen grundsätzlich davon aus, dass das vertraute Umfeld zu Hause einen unkomplizierten Geburtsverlauf fördert. Die heimischen vier Wände bieten eine intime und bekannte Umgebung, in der sich Gebärende gegebenenfalls besser entspannen können als im Kreißsaal.

 

Hausgeburt: Risiken nicht höher als im Krankenhaus

Eine 2015 veröffentlichte kanadische Studie zeigte, dass das Risiko einer Totgeburt bei geplanten Hausgeburten nicht höher ist als bei Geburten in einer Klinik. Eine niederländische Studie kam 2013 sogar zu dem Ergebnis, dass Hausgeburten sicherer seien. Das Ergebnis war allerdings nur in der Gruppe der Frauen, die nicht zum ersten Mal ein Kind bekamen, statistisch signifikant. Demnach kam es unter diesen Frauen bei 3,1 von 1.000 geplanten Klinikentbindungen zu Komplikationen, aber nur bei 2,3 von 1.000 geplanten Hausgeburten.

Bei beiden Studien wurden ausschließlich Daten von Frauen berücksichtigt, die eine risikoarme Schwangerschaft hatten. Nach solchen Schwangerschaften sind ernste Komplikationen allgemein sehr selten.

Zudem ist es möglich, dass einige Risiken, wie beispielsweise der ungünstige Verlauf einer vorherigen Geburt, in den ausgewerteten Registern nicht erfasst wurden – diese Risiken könnten aber Schwangere dazu veranlasst haben, in einer Klinik zu entbinden.

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Wann ist eine Hausgeburt zu riskant?

Die Entscheidung für eine Hausgeburt trifft die Schwangere mit ihrer Hebamme gemeinsam – am besten frühzeitig vor dem errechneten Geburtstermin. Die Hebamme entscheidet letztendlich, ob sie eine außerklinische Geburt verantworten kann. Entsteht im Verlauf der Geburt dennoch der Verdacht, dass Komplikationen auftreten werden, veranlasst sie die Verlegung der Frau in eine Klinik.

Für die Entscheidung für oder gegen eine Hausgeburt ist vor allem relevant, ob von vornherein ein erhöhtes Risiko für Komplikationen besteht. In folgenden Fällen kommt eine Hausgeburt nicht infrage:

  • Vorerkrankungen wie Diabetes oder ein Herzleiden bei der werdenden Mutter
  • Mehrlingsgeburt
  • Komplikationen in der Schwangerschaft
  • Einsetzen der Wehen vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche

Das Risiko für Komplikationen ist außerdem bei der ersten Geburt rund doppelt so hoch wie bei jeder weiteren. Für Erstgebärende ist deshalb eine Hausgeburt zwar nicht ausgeschlossen, sie sollte jedoch besonders gründlich überlegt werden. So können beispielsweise im Krankenhaus die Herztöne des Babys besser überwacht werden.

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Ist eine Hausgeburt nach einem Kaiserschnitt (Sectio) möglich?

Rechtlich gesehen ist eine Hausgeburt nach einem Kaiserschnitt möglich, zumindest nach der ersten Sectio. Wenn die werdende Mutter allerdings schon zwei Kaiserschnitte hinter sich hat und danach noch keine vaginale Geburt hatte, ist die Hausgeburt ausgeschlossen.

Auch nach Besonderheiten wie etwa einem sogenannten T-Schnitt (ein zweiter vertikaler Schnitt in der Gebärmutter) bei der vorangegangenen Sectio ist eine Hausgeburt nicht möglich.

Die Risiken für Geburtskomplikationen bei einer natürlichen Geburt nach einem Kaiserschnitt sind zwar im Vergleich zur vaginalen Geburt, der kein Kaiserschnitt vorangegangen ist, deutlich erhöht. Sie sind aber immer noch vergleichsweise gering, sodass die vaginale Geburt nach einem Kaiserschnitt im Allgemeinen als sicher eingestuft wird. Schwangere sollten in diesem Fall jedoch die Risiken und Vorteile besonders gut abwägen, bevor sie sich für eine Hausgeburt entscheiden.

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Hausgeburt: Kosten werden größtenteils übernommen

Wie auch bei einer Klinikgeburt übernimmt die Krankenkasse bei einer Hausgeburt den größten Teil der Kosten. Für die Rufbereitschaft der Hebamme müssen die werdenden Eltern allerdings eine Pauschale zahlen – diese beläuft sich auf etwa 150 bis mehrere hundert Euro und ist von Hebamme zu Hebamme unterschiedlich hoch. Einige Krankenkassen zahlen auch hierzu einen Zuschuss.

Eine natürliche Geburt zu Hause ist also möglich und – sofern die Bedingungen stimmen – auch sicher. Bei der Entscheidung, ob sie eine Klinik- oder eine Haugeburt wünschen, sollten sich werdende Mütter aber in jedem Fall gut beraten lassen.

Quellen:

Kainer, Franz & Annette Nolden (2018): Das große Buch zur Schwangerschaft: Umfassender Rat für jede Woche, München: Gräfe und Unzer Verlag.

Gebauer-Sesterhenn, Birgit & Villinger, Thomas (2012): Schwangerschaft und Geburt, München: Gräfe und Unzer Verlag.

Hutton, Eileen K., et al. (2016): Outcomes associated with planned place of birth among women with low-risk pregnancies, in: Cmaj.

de Jonge, Ank, et al. (2013): Severe adverse maternal outcomes among low risk women with planned home versus hospital births in the Netherlands: nationwide cohort study, in: Bmj.

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