Hausapotheke füllen: Was gehört da eigentlich rein?

Ines Fedder Medizinredakteurin

Eine gute Hausapotheke sollte immer prall gefüllt sein. Doch was gehört rein und was darf für den Notfall auf keinen Fall fehlen? Hier alles rund um die medizinische Haushaltsversorgung im Check!

Arzneimittel und Pillendosen
Die Hausapotheke sollte mindestens einmal im Jahr kontrolliert werden. Besser jedoch: nach jedem Krankheitsfall Foto:  istock/roschetzkyistockphoto

Was gehört eigentlich in eine gute Hausapotheke? Das fragt man sich in der Regel leider immer erst dann, wenn es schon fast zu spät ist und der Krankheitsfall bereits eingetroffen ist. Für den Notfall sollte man daher immer gewappnet sein. Diese Medikamente gehören auf jeden Fall in eine gut sortierte Hausapotheke.

 

Checkliste: Medikamente für die Hausapotheke im Überblick

Folgende Medikamente sollte man immer Zuhause haben:

  • Fiebersenkende Schmerzmittel wie Paracetamol
  • Mittel gegen Erkältungssymptome wie Halsschmerzen, Husten und Schnupfen
  • Nasenspray
  • Medikamente für Verdauungsbeschwerden (Abführende Mittel). Bei akutem oder chronischen Durchfall ist ein Medikament mit dem Wirkstoff Loperamid empfehlenswert.
  • Medikamente gegen Erkrankungen der Mundschleimhaut
  • Medikament gegen Sodbrennen (Protonenpumpenhemmer oder Antazid)
  • Allergie-Medikamente
  • Arzneimittel gegen Insektenstiche
  • Elektrolyte zum Ausgleich des Mineralstoffhaushalts

Zudem sollten diese medizinischen Hilfsmittel unbedingt vorrätig sein:

  • Desinfektionsmittel
  • Kühlkompressen
  • Fieberthermometer
  • Wund- und Heilsalbe
  • Verbandsmaterial (Mullbinden, Pflaster)
  • Schere
  • Pinzette
  • Einmalhandschuhe 

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Hausapotheke für Babys und Kleinkinder

Besteht der Haushalt auch aus Babys oder Kleinkindern, sollten noch weitere Medikamente in der Hausapotheke vorhanden sein. Denn: Nicht alle Medikamente sind auch für Kinder geeignet. Der Bundesverband Deutscher Apothekenverbände rät daher dazu, folgende Arzneimittel im Haus zu haben:

  • Medikamente für Zahnungsbeschwerden (Salbe mit Kamille zum Beispiel)
  • Kochsalz-Nasenspray für Kinder
  • Fiebersenkendes Medikament für Kinder (in der Regel in Zäpfchenform oder Saft)
  • Entschäumer gegen Blähungen

Medikamente für die Hausapotheke richtig lagern

Damit die Medikamente nicht unwirksam werden, gilt es, sie richtig zu lagern. Idealerweise befindet sich die Hausapotheke also an einem, kühlen und trockenen Ort. Zudem sollten die Arzneimittel für Kinder unzugänglich sein. Viele Haushalte lagern ihre Medikamente in einem eigens angelegten Hausapothekenschrank. Dieser sollte am besten abschließbar sein und sich nicht in der Küche oder im Badezimmer befinden, da es dort zu feucht ist.

Was tun, wenn die Medikamente abgelaufen sind?

Nicht jedes Medikament kommt regelmäßig zum Einsatz. Da kann es schon einmal passieren, dass es im Fall der Fälle zwar vorhanden, allerdings abgelaufen ist. Augentropfen sollten zum Beispiel maximal vier bis sechs Wochen verwendet werden, sonst können sich nach dem Öffnen Keime im Fläschchen festsetzen und Infektionen auslösen. Nasensprays am besten nach der überstandenen Erkältung sofort entsorgen, damit es zu keiner erneuten Ansteckung kommt. Hustensaft ist nach Anbruch oft nur vier Wochen haltbar. Salben, Cremes oder Erkältungsbalsam ohne Konservierungsstoffe halten ebenfalls häufig nur sechs Wochen. 

Tabletten in Blistern auf Holztisch
Medikamente & Wirkstoffe Abgelaufene Medikamente: Darf ich sie trotzdem nehmen?

Daher sollte man einmal im Jahr seine Hausapotheke auf Vollständigkeit checken und abgelaufene Lebensmittel entsorgen und ersetzen.
Einige Apotheken nehmen abgelaufene Medikamente übrigens gerne wieder zurück und entsorgen diese fachgerecht. In der Regel kann man sie aber auch ganz einfach in den Haushaltsmüll schmeißen.

Medizinischer Ernstfall: Notfall-Adressen nicht vergessen!

Das Kind hat sich verschluckt, die falsche Pille eingenommen oder plötzlicher Schwindel? Tritt ein medizinischer Notfall ein, verliert man schnell den Überblick. Daher sollten sämtliche Notfalladressen und medizinisch relevanten Informationen unbedingt griffbereit sein. Einige Haushalte haben immer einen Zettel in ihrer Hausapotheke, wo alles Wichtige – wie die Adresse des Kinderarztes, des ärztlichen Notdienstes oder des Hausarztes – notiert ist. Seit Kurzem hat sich aber auch die Benutzung der sogenannten Notfalldose bewährt. Sie enthält alle relevanten Informationen für den Ersthelfer (Impfpass, Medikamentenplan, Patientenverfügung) und wird im Kühlschrank aufbewahrt. Ein Aufkleber weist darauf hin, dass die Notfalldose dort verwahrt ist, sodass eine schnellstmögliche medizinische Versorgung im Ernstfall erfolgen kann.

Es lohnt sich also im Sinne der eigenen Gesundheit in jedem Fall, nicht nur über die Frage nachzudenken, was eigentlich in eine Hausapotheke gehört, sondern diese auch regelmäßig wieder aufzufüllen.

Quellen:

  • Das gehört in die Hausapotheke, in: bbk.bund.de (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe)
  • abda.de, Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände e.V. (ABDA)
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