Hauptsymptome sind der Schlüssel zur ADHS-Diagnose

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Es gibt keinen speziellen Test, mit dem der Arzt die ADHS-Diagnose stellen kann. Wichtig sind vor allem die Symptome, die auftreten. Dazu befragt der Arzt das Kind und seine Eltern, möglicherweise auch weitere Bezugspersonen, zum Verhalten in verschiedenen Situationen.

 

Standardisierte Fragebögen für die ADHS-Diagnose

Dabei können spezielle Fragebögen für die Eltern helfen. Für ältere Kinder und Jugendliche sowie für erwachsene Patienten gibt es auch Fragebögen, in denen sich die Betroffenen selbst einschätzen sollen. Dabei achtet der Arzt vor allem auf die Hauptsymptome Unaufmerksamkeit, Impulsivität und gegebenenfalls Hyperaktivität. Im Rahmen dieser Befragung sieht er auch, wie sich der Patient verhält – ob zum Beispiel ein Kind ruhig sitzen bleibt oder aufsteht, ob es häufig dazwischen redet oder anderweitig stört.

Fragenbogen zur ADHS-Diagnose
Anhand standardisierter Fragebögen oder verschiedener Tests wird die ADHS-Diagnose gefestigt© Imago
 

ADHS-Diagnosekriterien

Damit der Arzt die ADHS-Diagnose stellt, müssen verschiedene Kriterien erfüllt sein. Dazu gehört, dass die Symptome bereits seit mehr als sechs Monaten auftreten. Außerdem müssen sie über das für das Alter und den Entwicklungsstand des Kindes normale Maß hinausgehen. Es reicht außerdem nicht aus, wenn ein Kind ausschließlich in der Schule Konzentrationsschwierigkeiten hat oder nur zu Hause ständig dazwischen redet. Damit der Arzt die ADHS-Diagnose stellt, müssen die Symptome in mindestens zwei Lebensbereichen (also z.B. in der Schule und in der Familie) auftreten. Eine Vorraussetzung für die ADHS-Diagnose im Erwachsenenalter ist, dass bereits vor dem 12. Lebensjahr dauerhaft Symptome aufgetreten sein müssen. Der Arzt muss die Betroffenen also nach Aufmerksamkeitsstörungen und impulsivem Verhalten in ihrer Kindheit befragen.

Andere psychische Erkrankungen, die ebenfalls zu Unruhe, Impulsivität und Hyperaktivität führen können, zum Beispiel Schizophrenie oder Angststörungen, schließt der Arzt im Rahmen der Befragung ebenfalls aus. Auch organische Erkrankungen können ähnliche Symptome hervorrufen, zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion. Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung klärt der Arzt dies ab.

 

ADHS mit verschiedenen Tests erkennen

Auch wenn es keinen speziellen ADHS-Test gibt, sind im Rahmen der Diagnose verschiedene Tests sinnvoll, um die ADHS-Diagnose zu festigen und um das Ausmaß der Störung festzustellen. Dazu gehören zum Beispiel Intelligenztests und Tests, mit denen der Arzt die geistige Entwicklung eines Kindes beurteilen kann. Für erwachsene Patienten gibt es eigene Tests und Fragebögen, um die ADHS-Diagnose zu stellen.

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