Hat Vitamin D einen Einfluss auf den COVID-19-Verlauf?

Daphne Sekertzi

Vitamin D beeinflusst den Krankheitsverlauf einer COVID-19-Erkrankung und kann sogar vor einer Infektion schützen – das zumindest glauben indonesische Forscher, die eine Fallstudie zur Corona-Sterberate durchgeführt haben. Die Studie liefert beeindruckende Zahlen.

Inhalt
  1. Indonesische Studie: Vitamin-D-Mangel beeinflusst Corona-Sterberisiko
  2. Zusammenhang zwischen Vitamin-D und Atemwegserkrankungen
  3. Vitamin D ist wichtig für das Immunsystem

Eine Fallstudie aus Indonesien reiht sich in die Bemühungen der Forschung ein, wirksame Behandlungsmethoden gegen schwere COVID-19-Erkrankungen zu finden: Die Forscher gehen von einem Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Gehalt im Körper und dem Krankheitsverlauf einer Coronavirus-Infektion aus.

Patientin bekommt eine Injektion
Krankheiten & Behandlung Drei COVID-19-Patienten durch Blutplasma geheilt

 

Indonesische Studie: Vitamin-D-Mangel beeinflusst Corona-Sterberisiko

Forscher aus Indonesien haben eine Fallstudie mit mehr als 380 Corona-Patienten aus Spanien, Italien und der Schweiz durchgeführt. Denn in diesen Ländern soll die Vitamin-D-Versorgung bei älteren Menschen besonders mangelhaft sein. Rein von den Zahlen sprechen die Ergebnisse der Studie eine deutliche Sprache: 99 Prozent der Patienten, die einen Vitamin-D-Mangel hatten, sind an COVID-19 gestorben – von denen, die keinen derartigen Mangel aufwiesen, waren es nur vier Prozent.

Aus den Ergebnissen leiten die Forscher ab, dass der Vitamin-D Spiegel den Verlauf einer COVID-19-Erkrankung beeinflussen kann und dass ein Mangel ein wichtiger Faktor des Sterberisikos ist. Entsprechende Nahrungsergänzungsmittel sollen daher Teil der Behandlung von Corona-Patienten sein. Nicht nur das: Die Forscher glauben, dass Vitamin-D-Präparate gegen eine Infektion mit dem Coronavirus schützen.

Arzt bereitet die Spritze mit der Kur für die Impfung vor
Service Israelische Forscher isolieren Corona-Antikörper: Impfstoff gefunden?

 

Zusammenhang zwischen Vitamin-D und Atemwegserkrankungen

Es hat einen Grund, warum die Forscher aus Indonesien hinsichtlich des Corona-Sterberisikos gerade Vitamin D in den Blick genommen haben: Bereits in früheren Studien wurden Hinweise dafür gefunden, dass sich durch Vitamin D Atemwegsinfektionen vorbeugen lassen. Der Grund: Vitamin D soll die Immunabwehr speziell gegen Bakterien und Viren aktivieren. Es gibt jedoch auch Studien, die diesen Effekt nicht nachweisen konnten. Ein endgültiger wissenschaftlicher Beweis, dass sich durch Vitamin D ein Schutz gegen Atemwegserkrankungen bildet, bleibt somit bisher noch aus.

 

Vitamin D ist wichtig für das Immunsystem

Ob Vitamin D tatsächlich einen Einfluss auf den Verlauf einer COVID-19-Erkrankung hat oder sogar vor einer Corona-Infektion schützen kann, ist noch nicht klinisch bewiesen. Was aber in der Forschung unumstritten ist: Vitamin D trägt zur Organfunktion bei und ist darüber hinaus wichtig für ein intaktes Immunsystem, was ein entscheidender Faktor ist für einen komplikationslosen Krankheitsverlauf bei einer Corona-Infektion.

Wissenschaftler von der Universität Kopenhagen haben bereits vor rund zehn Jahren herausgefunden, dass bei einem Vitamin-D-Mangel die Abwehrzellen nicht richtig reagieren und inaktiv bleiben. Fehlt es an dem Vitamin, kann das Immunsystem die Krankheitserreger nicht bekämpfen. Diese Ergebnisse können zugleich eine Erklärung für den beobachteten Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Gehalt und dem Verlauf einer COVID-19-Erkrankung liefern.

Animation eines sich vermehrenden Virus
NEWS Was macht das Coronavirus im Körper? Der Krankheitsverlauf

Quellen:

Antworten des Robert-Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zu Vitamin D, in: Robert-Koch-Institut.

Bedeutung von Vitamin D in der Krebsprävention, in: Ärzteblatt

Vitamin D: Ein Mangel sollte auf jeden Fall vermieden werden, in: Ärzteblatt

Nutzen von Vitamin D bei Prävention weiter umstritten, in: Ärzteblatt

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2020 praxisvita.de. All rights reserved.