Obstruktive Bronchitis: Warum sie für Kinder gefährlich werden kann

Redaktion PraxisVITA

Viele Menschen, darunter auch häufig Babys und Kinder, leiden besonders in der kalten Jahreszeit unter obstruktiver Bronchitis. Sie wird durch Viren ausgelöst und führt häufig zu Atemnot, weil die Atemwege anschwellen. Alles über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

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Was ist eine obstruktive Bronchitis?

Eine obstruktive Bronchitis ist eine besondere Form der Bronchitis. Die Bronchitis ist eine Entzündung der größeren Atemwege, also der großen und mittelgroßen Bronchialäste, manchmal auch der Luftröhre. Ausgelöst wird eine Bronchitis durch Bakterien oder Viren. Bei einer bakteriellen Bronchitis ist der Schleim, der hochgehustet wird, oft gelblich-grün, bei viralen Infektionen durchsichtig oder weißlich.

Oft sind nicht nur die Bronchien, sondern auch die oberen Luftwege insgesamt betroffen. In der Anfangsphase ist der Husten oft trocken und wird im Laufe der Zeit dann schleimig-feucht. Ein Reizhusten kann sehr quälend werden, insbesondere im Liegen.

Kommt es infektbedingt zu einem deutlichen Anschwellen der Atemwege, bezeichnen Mediziner das als eine obstruktive Bronchitis. Das Atemgeräusch wird bei der Einatmung dann teilweise pfeifend, und in ausgeprägten Fällen kann bei einer obstruktiven Bronchitis auch die Sauerstoffversorgung leiden und unter den Normbereich von 97 bis 100 Prozent fallen, weil nicht mehr genügend Luft in den kleinsten Lungenbläschen ankommt.

Bronchitis
Service Selbst-Test: Trockener Husten – Leide ich an einer Bronchitis?

 

Obstruktive Bronchitis beim Baby und Kleinkind

Obstruktive Bronchitis bei Babys zeigt sich in schweren Fällen als das sogenannte Nasenflügeln: Bei der Einatmung bewegen sich die Nasenflügel deutlich sichtbar, damit sich die Nasenöffnung vergrößert. Außerdem kommt es zu Einziehungen im Bereich der Rippen und unterhalb des Rippenbogens, manchmal sieht man sogar eine bläuliche Färbung der Lippen. In diesen Fällen sollten Eltern mit ihrem Kind umgehend ein Krankenhaus aufsuchen.

Leidet ein Kind häufig unter obstruktiver Bronchitis, sollte es möglichst selten mit Schadstoffen wie Zigarettenrauch in Kontakt kommen. Möglicherweise tut diesen Kindern auch eine Kur am Meer oder in einem Luftkurort gut.

 

Ist eine obstruktive Bronchitis ansteckend?

Besonders in der akuten Phase ist eine obstruktive Bronchitis ansteckend, da sie von Viren verursacht wird. Beim Sprechen und bei ausgeprägten Symptomen, wie starkem Husten mit Schleimauswurf und Niesen, ist es daher möglich, über die sogenannte Tröpfcheninfektion andere Menschen anzustecken. Aber auch keimbelastete Oberflächen, wie beispielsweise Türklinken, Haltegriffe oder Wasserhähne, können mit Viren belastet sein und über einen späteren Kontakt mit Schleimhäuten in Mund, Nase oder Augen übertragen werden.

Da obstruktive Bronchitis häufig mit Atemnot einhergeht, gilt es besonders Kinder, Ältere und Risikopersonen mit Vorerkrankungen durch strikte Hygiene vor einer Ansteckung zu schützen.

Eine Frau liegt hustend im Bett
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Wie sieht die Behandlung der obstruktiven Bronchitis aus?

Eine obstruktive Bronchitis muss mit bronchienerweiternden Mitteln behandelt werden, da die Atmung aufgrund der Schwellung und daraus resultierenden Enge der Atemwege erschwert ist. Deshalb führt besonders bei Kindern eine obstruktive Bronchitis schnell zu Atemnot, denn die Atemwegsdurchmesser sind besonders klein und schwellen schnell zu.

Es gibt Medikamente zum Einnehmen; besser ist es aber, das Präparat zu inhalieren. So kommt der Wirkstoff direkt und nur dort an, wo er gebraucht wird, und er belastet nicht zusätzlich den restlichen Organismus. Das Gleiche gilt für Cortisonpräparate, die bei schweren obstruktiven Bronchitiden oft notwendig sind. Sie unterdrücken die überschießende Entzündungsreaktion der Atemwege und lassen sie etwas abschwellen. Dadurch wird die Atmung erleichtert.

 

Welche Tipps zum Inhalieren gibt es für die obstruktive Bronchitis?

Ein weiterer positiver Effekt der (Feucht-) Inhalation ist die Befeuchtung der Atemwege, wodurch der Schleim leichter abgehustet werden kann. Nachteil der Feuchtinhalation ist die relativ lange Dauer. Bis alles an Kochsalz und eingesetzten Zusätzen inhaliert und in der Lunge angekommen ist, dauert es circa zehn Minuten – für Erwachsene kein Problem. Bei kleinen, ungeduldigen Kindern hingegen möglicherweise schon.

Frau inhaliert über einer Schüssel mit Handtuch über dem Kopf
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Es gibt auch die Möglichkeit, bereits kleine Kinder mit obstruktiver Bronchitis ein Druckgasinhalat einatmen zu lassen. Für kleine Kinder ist dazu noch ein besonderer Aufsatz mit Maske notwendig, der die Inhalation ermöglicht. Nach etwa fünf Atemzügen (das Gerät zeigt jeden Atemzug an) ist der gesamte Wirkstoff inhaliert.

Die Inhalationstherapie, es sei denn, sie wird mit einem Feuchtinhalator und nur mit Kochsalz durchgeführt, gehört in die Hände eines Arztes. Patienten sollten mit bronchienerweiternden Mitteln oder auch mit Kortison nur nach vorheriger Anweisung inhalieren. Sonst droht eine Überdosierung bei der Behandlung der obstruktiven Bronchitis.

 

Kann bei obstruktiver Bronchitis Homöopathie helfen?

Unterstützend zu einer bronchienerweiternden Behandlung kann bei obstruktiver Bronchitis auch Homöopathie eingesetzt werden. Vor allem bei Babys, Kleinkindern und Kindern versprechen homöopathisch ausgebildete Ärzte und Homöopathen gute Ergebnisse. Wichtig ist, dass die homöopathische Behandlung der obstruktiven Bronchitis gerade bei Kindern ärztlich überwacht wird und Eltern vor allem bei Fieber und schlechtem Allgemeinzustand des Kindes sofort ärztlichen Rat einholen.

Um die Symptome einer obstruktiven Bronchitis mit Homöopathie zu lindern, werden häufig die Arzneien Pulsatilla, Hydrastis, Hepar sulfuris oder Ferrum phosphoricum eingesetzt.

Ärztin tastet Hals einer Patientin ab
Globuli Ferrum phosphoricum: Infekte im Anfangsstadium bekämpfen

Quellen:

Besonderheiten bei Kindern, in: lungenaerzte-im-netz.de

Eisele, Matthias (2020): Homöopathie für die Kitteltasche, Stuttgart: Deutscher Apotheker Verlag.

Speer, Christian & Gahr, Manfred (2013): Pädiatrie, Heidelberg: Springer-Verlag.

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