Harndrang – Wenn die Seele auf die Blase drückt

Harndrang kann auch psychisch bedingt sein
Angst und Unruhe sind Ihre ständigen Begleiter? Bei manchen Menschen kann der Köper mit erhöhtem Harndrang auf zu großen Druck reagieren © Fotolia

Viele Menschen leiden unter plötzlichem Harndrang, der durch alltäglichen Stress oder Druck ausgelöst wird. Während einige von ihnen ständig auf die Toilette müssen, weil sie nervös sind, können andere überhaupt kein Wasser mehr lassen. Blasentraining und Entspannung können helfen.

Ständiger Harndrang machte Simone G. zu schaffen. Ihr Hausarzt wusste auch nicht weiter, deshalb ging sie zu einem Spezialisten. „Zuckerkrank bin ich jedenfalls nicht”, merkte Simone G. an, „und zum Glück kann ich den Urin immer gut halten, und es tut auch nicht weh. Wenn da nur nicht dieser ständige Harndrang wäre.”

 

Psychisch bedingter Harndrang?

Diabetes sowie eine Erkrankung der Harnwege konnten also ausgeschlossen werden. Und eine Inkontinenz bestand offensichtlich auch nicht. Eine Untersuchung des Urins brachte kein Ergebnis, es war alles unauffällig. An der Harnröhrenmündung im Genitalbereich war die Schleimhaut nicht gerötet oder rissig, es war auch kein Fluor vorhanden. Ein Infekt kam auch nicht in Frage. Da organische Ursachen ausgeschlossen waren, konnte die Diagnose Reizblase – auch Urethralsyndrom genannt – gestellt werden. In diesem Fall kann die Blasen- und Beckenbodenmuskulatur dann nicht mehr optimal zusammenarbeiten. So besteht eine erhöhte Empfindlichkeit bei der Muskulatur, die die Öffnung der Harnblase/Harnröhre bewirkt. Aber auch psychische Faktoren spielen bei Harndrang eine Rolle. So können Angstsituationen oder Anspannung die Beschwerden verstärken.

 

Pflanzliche Kombinationspräparate lindern Harndrang

Pflanzliche Kombinationspräparate können bei psychisch bedingtem Harndrang helfen. Diese Stoffe entspannen die Muskulatur und harmonisieren das Zusammenspiel der gesamten Blasenmuskulatur. Aber auch ein ausführliches therapeutisches Gespräch mit den Betroffenen kann helfen, um mehr über ihre momentanen Belastungen zu erfahren. Hilfreich sind zudem autogenes Training oder andere Entspannungsmethoden, damit Patienten lernen, mit Stress und Aufregung besser umzugehen.

Simone G. hat die Anregungen angenommen. Die Medikamente brachten zwar nur geringe Besserung, aber durch die ergänzende psychologische Betreuung haben die Beschwerden innerhalb eines halben Jahres deutlich abgenommen.

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