Hantavirus-Toter in China - vergleichbar mit Corona?

Lisa Emmely Schmidt

In China ist ein Mann an den Folgen des Hantavirus gestorben. Das schürt die Angst vor einer weiteren Pandemie neben der Corona-Krise. Aber sind die beiden Virus-Arten vergleichbar? Alle Infos über das Hantavirus.

Laborant mit Petrischale
Hantaviren können ganz unterschiedliche Symptome hervorrufen Foto:  istock/microgen
Inhalt
  1. Hantavirus: Ein Toter in China
  2. Hantavirus: So erfolgt die Ansteckung
  3. Wer ist gefährdet, sich mit dem Hantavirus zu infizieren?
  4. Symptome des Hantavirus
  5. Zwei Hantavirus-Arten in Deutschland
  6. Ist das Hantavirus so gefährlich wie das Coronavirus?

Mitten in der Corona-Krise wurde nun bekannt, dass in China ein Mann an den Folgen einer anderen Virus-Erkrankung gestorben ist. Es handelt sich um das Hantavirus. Aber ist das Hantavirus vergleichbar mit den Gefahren des Coronavirus?

 

Hantavirus: Ein Toter in China

Gestern (25.3.) ist ein Mann aus dem chinesischen Yuhann an den Folgen des Hantavirus gestorben. Der Mann befand sich in einem Bus, mit dem er in die Stadt Shandong reisen wollte. Berichten zufolge, sei er durch eine Ratte infiziert worden.

 

Hantavirus: So erfolgt die Ansteckung

Das Hanatvirus wird von verschiedenen Nagetierarten an den Menschen übertragen. In Deutschland erfolgt die Infektion meist über die Rötel- oder Brandmaus. Doch auch Spitzmäuse, Maulwürfe und Fledermäuse können das Virus übertragen. Es gelangt über Kot, Speichel und Urin der Tiere in Kontakt mit den Menschen. Ein direkter Kontakt ist dabei nicht zwingend nötig, um sich anzustecken: Die Viren können mehrere Wochen im Staub überleben, wodurch auch das Einatmen des Staubs schon zu einer Infektion führen kann. Zudem ist eine Infektion über einen Biss eines Nagetiers durchaus möglich.

Die Ansteckungsrate ist jedoch sehr gering und es sind noch keine Fälle bekannt, bei denen es zu einer Ansteckung von Mensch zu Mensch gekommen ist. Das Risiko, sich mit dem Hantavirus zu infizieren, ist somit weitaus geringer als beim Coronavirus.

 

Wer ist gefährdet, sich mit dem Hantavirus zu infizieren?

Ein erhöhtes Risiko an dem Virus zu erkranken, besteht an den Orten, wo sich infizierte Nagetiere aufhalten.

Bei folgenden Tätigkeiten kann es dementsprechend zu einer Infektion kommen:

  • Arbeiten im Wald oder auf dem Bau
  • Umschichten von Holzstapeln
  • Reinigen und Aufräumen von Dachböden, Kellern, Garagen und Schuppen

Grafische Darstellung des Coronavirus
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Symptome des Hantavirus

Kommt es zu einer Infektion mit dem Virus, verläuft die Infektion oft unauffällig und Infizierte spüren leichte bis keine Symptome. Jedoch gibt es auch Fälle, in denen die Infizierten über grippeähnliche Symptome, wie Fieber und Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen klagen. Bei einem schlechten Verlauf der Infektion kann es zu Blutdruckabfall und schließlich zu Nierenfunktionsstörungen bis zum akuten Nierenversagen kommen. Sehr selten kommt es als Folge der Infektion zu Erkrankungen der Lunge oder zu äußeren Blutungen.

Ein positiver Test auf das Coronavirus.
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Wichtig: Bei einem Verdacht einer Infektion sollte man sich an einen Arzt wenden.

 

Zwei Hantavirus-Arten in Deutschland

In Deutschland sind bisher zwei krankheitsauslösende Hantavirus-Arten bekannt. Zum einen das Puumalavirus, welches von Rötelmäusen übertragen wird, und zum anderen das Dobrava-Belgrad-Virus, welches von Brandmäusen auf den Menschen übertragen wird.

Hantaviren sind in Deutschland bereits seit mehreren Jahren als Krankheitserreger bekannt und sind, bei einer Infektion, meldepflichtig. Die Anzahl der gemeldeten Fälle ist stark abhängig von dem Aufkommen der Nagetiere. Brandmäuse kommen eher im Süden und Westen Deutschlands vor, während Rötelmäuse vor allem im Osten und Norden leben. Deshalb findet eine Infektion des Puumala-Hantavirus auch überwiegend im südlichen und westlichen Teil Deutschland statt, während das Dobrava-Belgrad-Hantavirus häufiger im östlichen und nördlichen Teil Deutschlands vorkommt.

 

Ist das Hantavirus so gefährlich wie das Coronavirus?

Bislang gibt es, wie beim Coronavirus, noch keinen Impfstoff gegen das Virus. Um eine Ansteckung zu vermeiden, ist daher Vorsicht an den Orten geboten, wo ich sich infizierte Nagetiere aufhalten könnten.

Das Hantavirus stellt jedoch keine so große Gefahr dar, wie das Coronavirus, da die meisten Krankheitsfälle nicht tödlich verlaufen und es bisher nicht bekannt ist, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen wird.

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Quelle:

FAQ zum Hanta-Virus, in: Bernhard-Nocht-Institut

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