Handy-Strahlung in der Hosentasche: Riskieren Männer ihre Fruchtbarkeit?

Männer, die ihr Handy regelmäßig in der Hosentasche transportieren, verringern damit ihre Wahrscheinlichkeit, Vater zu werden. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Exeter in Großbritannien. Demnach wird durch den engen Kontakt des männlichen Unterleibs mit der Strahlung des Mobiltelefons das Sperma langfristig geschädigt.

Trägt ein Mann sein Handy in der Hosentasche, befindet es sich zu nah am Unterleib. Durch diese Nähe der männlichen Geschlechtsorgane mit den hochfrequenten elektromagnetischen Strahlungen (RF-EMR) der Handys werden männliche Spermien langfristig geschädigt. Das zeigten Wissenschaftler um Professor Fiona Mathews von der Universität Exeter in einer kürzlich veröffentlichten Studie.

 

Deutliche Reduzierung männlicher Fruchtbarkeit

Für die Studie wurden die Daten von knapp 1.500 Probanden ausgewertet. Um die männliche Fruchtbarkeit zu messen, wurde das Sperma der Probanden hinsichtlich der Motilität (der Fähigkeit von Spermien sich in Richtung einer Eizelle zu bewegen), der Rentabilität (der jeweilige Anteil lebendiger und toter Spermien) und der Konzentration (der Spermiendichte) untersucht.

Nach Aussagen der Wissenschaftler zeigte sich auf diese Weise, dass durch das Transportieren von Handys in der Hosentasche die männliche Fruchtbarkeit – vor allem bezogen auf die Motilität und Rentabilität – um durchschnittlich acht Prozent sinkt. Vergleichsmessungen mit einer sogenannten Kontrollgruppe – Personen, die kein Handy in der Hosentasche transportieren – belegten, dass im Schnitt rund 15 Prozent der Männer, unabhängig von äußerlichen Einflüssen, unter Einschränkungen ihrer Fruchtbarkeit leiden.

 

Besonders betroffen sind Männer mit Vorschädigungen

Besonders betroffen von dem Einfluss hochfrequenter Handystrahlung in der Hosentasche sind Männer, die bereits mit einer verminderten Fruchtbarkeit zu kämpfen haben. Mithilfe weiterer Studien soll in Zukunft untersucht werden, welche Folgen die Handynutzung und vor allem der Transport von Mobiltelefonen nahe dem Unterleib für die Fruchtbarkeit von Männern habe.

Erst vor Kurzem hatten französische Wissenschaftler gezeigt, dass durch regelmäßige Handynutzung das Tumorrisiko um 200 bis 300 Prozent steigt. Damit haben sie eine Debatte über die potentielle Gesundheitsgefahr für Menschen durch Handystrahlung angestoßen.

Hamburg, 10. Juni 2014

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