Handgelenk tapen: Schmerzen einfach „abwickeln“

Ines Fedder

Lässt die Stabilität des Handgelenks nach und treten Reizungen und Muskelverspannungen auf, lohnt es sich, das Gelenk einmal fest zu „umwickeln“. Ein Tape-Verband kann bei Handgelenksbeschwerden schnell Linderung verschaffen.

Handgelenk mit Kinesio-Tape verbunden
Durch das Kinesio-Tape wird das Handgelenk stabilisiert und bleibt dennoch elastisch Foto:  iStock/Samo Trebizan
Inhalt
  1. Warum tapen? Deshalb ist die Wickeltechnik so effektiv
  2. Handgelenk tapen mit dem Kinesio-Tape
  3. Handgelenk tapen mit dem Sport-Tape
  4. Handgelenk tapen: Clever wickeln gegen den Schmerz
  5. Diagnose Maushand: Schritt-für-Schritt-Tape-Anleitung

Das Handgelenk ist vielen Belastungen ausgesetzt. Eine „Maushand“ durch die vermehrte Arbeit am PC oder die starke Überbelastung durch die permanente Smartphone-Nutzung führen heutzutage nicht selten zu gesundheitlichen Problemen wie zum Beispiel einer Sehnenscheidenentzündung. Untersuchungen aus dem Jahre 2017 [1] haben sogar ergeben, dass durch die Smartphone-Nutzung das sogenannte Karpaltunnelsyndrom ausgelöst werden kann. Dabei muss bei Problemen im Handgelenk nicht immer sofort an eine Operation gedacht werden. Um das Handgelenk zu fixieren, ruhig zu stellen oder von äußeren Einflüssen zu schützen, kann man die Hand ganz einfach mit einem Tape umwickeln. Dabei werden je nach Beschwerde verschiedene Materialien verwendet. Häufig in der Sportmedizin angewandt wird das sogenannte Kinesio-Tape.

 

Warum tapen? Deshalb ist die Wickeltechnik so effektiv

Durch das Bandagieren mit Tapes wird das Handgelenk geschont, so lange, bis die Heilung einsetzen kann. Ein Tape im Handgelenk wird häufig bei folgenden Beschwerden angelegt:

  • Prellung im Handgelenk
  • Sehnenscheidenentzündung
  • Muskelverhärtung/Verspannung
  • Instabiles Handgelenk
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Arthrose (Gelenkverschleiß)
 

Handgelenk tapen mit dem Kinesio-Tape

Der Name des Kinesio-Tapes leitet sich aus dem griechischen „kinesis“ ab, was so viel wie „Bewegung“ bedeutet. Der Vorteil des Tapes: Richtig angelegt „massiert“ es die Hautpartie und löst dadurch Schwellungen, Verspannungen und Schmerzen. Muss das Handgelenk komplett ruhig gestellt werden, ist das Kinesio-Tape hingegen keine gute Wahl. In diesem Fall sollte man eher zu einem Sport-Tape greifen. 

Kinesio-Tape wird an der Schulter aufgetragen
Selbstbehandlung Schulter tapen: Schmerzen und Verspannungen schnell loswerden

Handgelenk mit Sport-Tape umwickelt
Häufig im Boxsport verwendet: Das Sport-Tape Foto: iStock/bycphotography
 

Handgelenk tapen mit dem Sport-Tape

Um das Handgelenk zu stabilisieren, wird häufig das Sport-Tape verwendet. Es ist in der Beschaffenheit wesentlich fester als das Kinesio-Tape und bietet so mehr Halt. Oft wird das Sport-Tape auch beim Boxsport und anderen Sportarten verwendet, um die Hände vor äußeren Verletzungen zu schützen.

 

Handgelenk tapen: Clever wickeln gegen den Schmerz

Es gibt eine Vielzahl an Anleitungen, wie man die Hand am besten wickelt. Die Tape-Methode richtet sich je nach Beschwerde. Hier ein Beispiel:

 

Diagnose Maushand: Schritt-für-Schritt-Tape-Anleitung

  1. Legen Sie das Kinesio-Tape mit Folie zweimal um das Gelenk. Schneiden Sie es um 1/4 kürzer zu. Reißen Sie die Folie fünf cm vor einem Ende durch.
  2. Kleben Sie das Ende von oben mittig aufs Gelenk. Daumen und kleinen Finger zusammendrücken. Folie abziehen.
  3. Wickeln Sie das Tape mit deutlichem Zug kantengleich zweimal herum.

Tipp: Um das Kinesio-Tape richtig anlegen zu können, sollte die Hautpartie im Vorfeld enthaart und gereinigt werden. Nicht jedes Tape ist für jeden Hauttyp geeignet. Testen Sie das Kinesio-Tape im Vorfeld mit einem kleinen Streifen für einige Tage in der Armbeuge. Juckt oder brennt es, sollten Sie ein Produkt eines anderen Herstellers verwenden. Das Kinesio-Tape gibt es bereits ab circa 7 Euro in der Apotheke, im Reformhaus oder im Drogerie-Markt zu kaufen.

Quellen:

www.kinesiologietape.com


[1]  Woo, E. H. C., White, P., & Lai, C. W. K. (2017). Effects of electronic device overuse by university students in relation to clinical status and anatomical variations of the median nerve and transverse carpal ligament. Muscle & nerve56(5), 873-88 

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