Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Was ist das?

Redaktion PraxisVITA

Wenn das Kind die Nahrungsaufnahme verweigert, erhöhte Temperatur hat, aber ansonsten keine Erkältungssymptome zeigt, dann steckt häufig eine Mandel- oder andere Halsentzündung dahinter. Es kann sich aber auch um die Hand-Fuß-Mund-Krankheit handeln.

 

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess

Kürzlich stellte sich eine Familie mit einem fast dreijährigen Mädchen bei mir vor – sie mochte seit dem Vortag kaum noch etwas essen und trinken, Fieber hatte sie nicht, aber mit 38,0° Celsius leicht erhöhte Temperatur. Sie hustete nicht und hatte auch keinen Schnupfen. Da sie die Nahrungsaufnahme mehr oder weniger verweigerte, war relativ klar, dass das Problem wahrscheinlich im Bereich des Magen-Darm-Traktes lag – den Mund eingeschlossen. Wie zu erwarten, waren in der körperlichen Untersuchung von Herz, Lunge und den Ohren keine Auffälligkeiten zu bemerken. Es stellten sich keine vermehrten oder besonders glucksenden Darmgeräusche dar, der Bauch war weich, die Palpation tat ihr nicht weh, die Organe waren nicht vergrößert tastbar.

Kinderärztin Dr. Nadine Hess
Expertin Dr. Hess: „Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird von Viren ausgelöst, von denen es mehrere Unterformen gibt – somit kann man leider mehrfach daran erkranken. Da es sich um Viren handelt, kann man nicht ursächlich behandeln, sondern nur symptomatisch.“© Privat
 

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Das sind die Anzeichen

An der Haut war eine minimal kleine Stelle an der Handinnenfläche, die aussah wie eine abgeheilte Blase, sonst war auch hier der Befund völlig unauffällig.

Bei der Inspektion des Mundes sah man aber gleich, was hier los war – eine mindestens 0,5 mal 0,5 Zentimeter große Aphthe direkt an der Zungenspitze, zudem noch eine an der Innenseite der Unterlippe – dass das wehtut und meine kleine Patientin darum nicht essen mochte, konnte ich mir vorstellen.

 

Nicht immer sind Hand, Fuß und Mund gleichzeitig betroffen

Zusammen mit der kleinen Stelle an der Handinnenfläche ergab alles einen Sinn – das Mädchen litt an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit, auch wenn in ihrem Fall die Füße gar nicht betroffen waren und nur eine Hand minimal. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird von Viren ausgelöst, von denen es mehrere Unterformen gibt – somit kann man leider mehrfach daran erkranken.

 

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Wie sieht die Behandlung aus?

Hand-Fuß-Mund-Krankheit Symptom Ausschlag an den Händen
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit kann sich durch Ausschlag an den Händen und Füßen sowie am und im Mund äußern© Shutterstock

Da es sich um Viren handelt, kann man nicht ursächlich behandeln, sondern nur symptomatisch. Ich besprach also mit den Eltern, dass die kleine Patientin mindestens zwei Mal täglich ein Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol bekommen sollte, zusätzlich verordnete ich noch ein schmerzstillendes Mundgel, das mehrfach am Tag aufgetragen wurde.

 

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Unbedingt essen und trinken

Da sich Kranksein manchmal auch lohnen darf, bekam das Mädchen ein Rezept über zwei Tage lang soviel Eis, wie sie möchte. Was große Begeisterung hervorrief – wie viele Kinder liebt sie Eis. Der Vorteil beim Eis ist, dass es zum einen durch die Kälte leicht schmerzstillend wirkt, zum anderen zählt es als Flüssigkeit, was bei einem Patienten, der jedes Getränk standhaft ablehnt auch zu einer, zumindest halbwegs, ausgeglichenen Flüssigkeitsbilanz führt.

Kind hat Hand-Fuß-Mund-Krankheit und Schmerzen beim Essen
Kinder mit Hand-Fuß-Mund-Krankheit mögen wegen der schmerzhaften Aphthen im Mund meist nicht essen oder trinken© Shutterstock

Da die Aphthen vorne im Mund waren, besprach ich mit den Eltern, dass sie ihrer Tochter zusätzliche Flüssigkeit am besten löffelweise einflößen sollten – so kommt das Getränk nicht direkt an die schmerzende Stelle, anders als beim Trinken aus dem Glas. Ein Esslöffel voll entspricht 20 Millilitern. Wenn man also über ein oder zwei Stunden alle zehn Minuten einen Löffel verabreicht, hat man schon 120 bis 240 Milliliter „geschafft“. Meiden sollten Sie eher heiße Lebensmittel sowie scharfes, saures und salziges. Das führt zu mehr Schmerzen. Ebenso sollten die Speisen eher weich sein, also für ein paar Tage auf krosse Brötchen etc. verzichten.

 

Hand-Fuß-Mund-Krankheit heilt nach einigen Tagen ab

Nach zwei Tagen Behandlung war der Spuk vorbei und die Hand-Fuß-Mund-Krankheit abgeheilt – die Aphthen waren zwar noch sichtbar, aber deutlich weniger schmerzhaft und nach fünf Tagen sah die Mundschleimhaut rosig und unauffällig aus, wie immer.

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