Ausgangssperre mit Ausnahmen: Hamburger Senat greift durch

Ines Fedder Medizinredakteurin

Die nächste Großstadt zieht noch vor Ostern die Notbremse – und greift knallhart durch. Nun gelten strenge Einschränkungen am Arbeitsplatz, im Einzelhandel und Bildungssektor. Und auch die nächtliche Ausgangssperre wurde verhängt. Alle Hintergründe hier.

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Inhalt
  1. Ausgangsbeschränkung in Hamburg: Das greift jetzt
  2. Einzelhändler müssen früher schließen, Kita- und Schulbetrieb nur eingeschränkt
  3. Hamburgs Notbremse: Verschärfungen am Arbeitsplatz und Home-Office-Pflicht

Am Mittwoch sprach Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher die bereits vermuteten Worte aus: Es muss eine Ausgangssperre geben. „Der Senat hat in den letzten Tagen eingehend über die Corona-Lage beraten“, so Hamburgs Bürgermeister. „Wir haben ein zu starkes Infektionsgeschehen.“ 

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Ausgangsbeschränkung in Hamburg: Das greift jetzt

Zu der Hauptstrategie des regelmäßigen Testens müsse daher nun wie bei der Ministerkonferenz abgesprochen, auch in Hamburg die Notbremse gezogen werden. „Wenn diese Schnellteststrategie nicht ausreichend wirkt, brauchen wir etwas Zusätzliches, bis sie greift“, so der Bürgermeister. Was das im Detail für Hamburg bedeutet:

In Hamburg gilt nun ab Karfreitag eine Ausgangsbeschränkung von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens am Folgetag. Ausnahmen von dieser Regel sind die bereits formulierten „triftigen Gründe“ wie zum Beispiel die Tierversorgung oder medizinische Notfälle.

Es gibt jedoch bei der vom Senat definierten Ausgangssperre eine besondere Ausnahme: Personen, die sich alleine nach draußen begeben, um sich außerhalb des Wohnraums körperlich zu ertüchtigen, dürfen sich auch trotz Ausgangssperre nach 21 Uhr im Freien aufhalten.

Der Hamburger Bürgermeister fügte zudem hinzu: Auch gemeinsame Autofahrten, selbst wenn es nur einen Haushalt betrifft, sind während der Ausgangssperre zu unterlassen

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Einzelhändler müssen früher schließen, Kita- und Schulbetrieb nur eingeschränkt

Zu der Ausgangssperre kommen noch weitere Verschärfungen hinzu:

  • Der Lebensmittel-Einzelhandel muss um 21 Uhr geschlossen werden.
  • Das Abholen von Speisen ist während der Ausgangssperre untersagt. Lieferdienste sind von dieser Regelung ausgenommen.
  • Körpernahe Dienstleistungen, ausgenommen Friseure und medizinische Fußpflege, sind ebenfalls wieder untersagt.
  • Die Kita-Betreuung wird weiter eingeschränkt und geht zurück in die Notbetreuung.
  • In der Schule gibt es eine Testpflicht als Bedingung für die Teilnahme am Präsenz-Unterricht.
  • Theoretischer Fahrunterricht muss künftig digital gestaltet werden.

 

Hamburgs Notbremse: Verschärfungen am Arbeitsplatz und Home-Office-Pflicht

Auch in Hamburg sind Arbeitgeber immer noch dazu verpflichtet, den Mitarbeitern das Arbeiten im Home-Office zu ermöglichen. Zudem sollen für Arbeitnehmer künftig in Abhängigkeit der Kapazitäten zweimal die Woche Schnelltests zur Verfügung gestellt werden, dort, wo ein Arbeiten im Home-Office nicht möglich ist. 

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Am Arbeitsplatz wird die Maskenpflicht noch einmal weiter verschärft. Medizinische Masken müssen immer dann, wenn sich mehr als eine Person in einem Raum aufhält, getragen werden. Diese darf nur abgenommen werden, wenn es zum Ausüben einer Tätigkeit unbedingt erforderlich ist.

„Die Infektionsdynamik ist zu stark. Wir müssen eine deutliche Bremsung hinbekommen“, erklärt Hamburgs Bürgermeister Tschentscher noch einmal nachdrücklich. „Die Sorge ist sehr, sehr groß, dass aus den hohen Infektionszahlen heute eine Überlastung in den Intensivstationen in den nächsten Wochen besteht.“ Jeder Schritt, den man zu spät mache, verlängere daher die Krise. Die Einschränkungen gelten ab Karfreitag und sind einschließlich bis 18. April einzuhalten. Sollte es vertretbar sein, werde man beschließen, die Maßnahmen wieder zu lockern.

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