Halten auch Menschen Winterschlaf?

Wintersmüdigkeit trifft uns alle
In der kalten Jahreszeit sind wir häufig müde und abgespannt – wir halten sozusagen unsere eigene Art von Winterschlaf © Fotolia

Auch wir Menschen besitzen ein Winterschlaf-Gen! Das ist bei uns zwar ausgeschaltet, unser Schlafbedürfnis ist in der kalten Jahreszeit aber trotzdem erhöht. Schuld ist der Lichtmangel, der an den Zeigern unserer inneren Uhr dreht.

Gesteuert wird der Schlafrhythmus vom Melatonin. Sobald es dunkel wird, setzt das Gehirn dieses Hormon frei. Das erklärt, warum wir im Winter bereits am Nachmittag müde werden. Gestoppt wird das Schlafhormon erst, wenn es wieder hell wird. An sehr trüben Tagen kann es aber durchaus sein, dass die Melatonin-Produktion nicht ausreichend unterdrückt wird. Dann kann der Körper nicht richtig zwischen Tag und Nacht unterscheiden. Die Folge: Unsere eigene Form von Winterschlaf, durch die wir tagsüber kaum wach werden und nachts keine Ruhe finden. Wir sagen Ihnen, wie Sie dennoch ausreichend Schlaf bekommen und die Müdigkeit am Tag vertreiben können.

 

Der Winterschlaf bringt uns aus dem Rhythmus – so stellen Sie Ihre innere Uhr neu!

Der Wecker klingelt, draußen ist es noch dunkel und die Kälte macht auch keine Lust auf den Tag. Im Winter fällt uns das Aufstehen deutlich schwerer. Eine tolle Hilfe ist da ein Lichtwecker, der einen Sonnenaufgang nachstellt. Eine halbe Stunde lang wird die eingebaute Lampe immer heller, bis sie zur eingestellten Weckzeit Tageslicht-Niveau erreicht. Zusätzlich können Sie bei den meisten Modellen zwischen Naturklängen wie Meeresrauschen oder Vogelgezwitscher wählen. So werden Sie ganz sanft geweckt. Am Tag lautet die Devise: Nutzen Sie jeden Sonnenstrahl. Gehen Sie aber auch bei einem wolkenverhangenen Himmel nach draußen. Selbst dann nehmen wir noch Licht auf, das den Schlaf-Wach-Rhythmus in Ordnung bringt. Außerdem ist ein Spaziergang an der frischen Luft das beste Mittel gegen Winter-Depressionen.

 

Abends besser zur Ruhe kommen

Anstatt den Tag mit künstlichem Licht zu verlängern, sollten Sie Ihrem erhöhten Schlafbedürfnis nachkommen – es heißt nicht umsonst Winterschlaf! Im Schnitt brauchen wir im Winter 30 bis 60 Minuten mehr Nachtruhe. Dimmen Sie die Lampen, damit Ihr Körper eine Chance hat, sich auf den Schlaf einzustellen. Auch das Flimmern des Fernsehers kann die Melatonin-Produktion hemmen. Deshalb sind Bücher die bessere Einschlafhilfe. Smartphone und Laptop sollten sie zum Schlafen ganz ausschalten.

So kommen Sie fit durch den Winter
Damit Sie fit und ausgeruht durch den Winter kommen, sollten Sie sich ein wenig mehr Schlaf als im Sommer gönnen© Fotolia
 

Leckeres Essen gegen Trübsinn

Mit Dunkelheit, Kälte und Müdigkeit wächst der Heißhunger auf Süßes und Fettes. Damit will unser Körper den niedrigen Serotonin-Spiegel ausgleichen. Dabei handelt es sich um den Gegenspieler des Schlafhormons Melatonin, den das Gehirn bei Tageslicht ausschüttet. Über das Essen können wir den Serotoninmangel wettmachen. Der Eiweißbaustein Tryptophan regt im Körper die Produktion von Serotonin an. Greifen Sie aber nicht nur zur Schokolade – Tryptophan steckt auch in vielen gesunden Lebensmitteln wie Bananen, Milch, Käse, Eiern, Bohnen und Getreide. Da wir im Winter schneller Gefahr laufen, einen Mangel an Vitalstoffen zu erleiden, sollten Sie jetzt auch auf eine vitaminreiche Ernährung mit frischem Obst und Gemüse achten. Bekommen wir nicht genug Vitamine und Mineralstoffe, werden wir schlapp und unkonzentriert – typische Symptome des Winterschlaf-Gens. Genießen Sie daher täglich einen Obstsalat.

 

Tipps für eine gute Nachtruhe: Kuscheldecke

Ein molliges Bett ist eine wichtige Voraussetzung für erholsamen Schlaf. Die Decke sollte Sie aber nicht nur warmhalten. Jeder Mensch gibt im Schlaf etwa einen halben Liter Schweiß ab. Diese Flüssigkeit muss schnell durch die Decke abtransportiert werden. Daunen und Federn können das besser, sind aber auch teurer als Synthetikbetten. Achten Sie darauf, dass die Hülle aus Baumwolle besteht. Für eine Körpergröße bis 1,80 m ist das Standardmaß (135 x 200 cm) ausreichend.

 

Frischeklima

Schwitzen und Frieren stören den Schlaf. Die perfekte Zimmertemperatur beträgt 18 Grad. Öffnen Sie vor dem Zubettgehen das Fenster für 10 Minuten, um frische Luft hereinzulassen. Ist das Klima zu trocken, werden die sensiblen Schleimhäute gereizt. In diesem Fall sollten Sie für eine höhere Luftfeuchtigkeit sorgen. Diese sollte zwischen 50 und 60 Prozent liegen. Stellen Sie dazu ein Schälchen mit Wasser zum Verdunsten auf die Heizung. Pflanzen verbessern das Raumklima zusätzlich. Sie filtern Schadstoffe aus der Luft und dienen als natürliche Raumbefeuchter.

 

Wohlfühlwärme

Gerade im Winter tut ein wärmendes Bad am Abend richtig gut. Und weil sich dabei sämtliche Glieder entspannen, fördert es auch den Schlaf. Vor allem dann, wenn Sie beruhigende Badezusätze wie Lavendel oder Baldrian verwenden. Wer keine Badewanne hat, sollte abends heiß duschen, denn auch das macht angenehm schläfrig. Ein dampfender Schlummertrunk oder eine Wärmflasche sind weitere Einschlafhilfen.

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