Halsschmerzen, Übelkeit, Fieber: Das sind die Scharlach-Symptome

Treten Fieber, Halsschmerzen und Übelkeit gleichzeitig auf und färbt sich auch noch die Zunge tiefrot, ist klar, um was es sich handelt: Scharlach. An einem ganz bestimmten Symptom können Eltern jedoch bereits früh erkennen, ob ihr Kind erkrankt ist. Kinderärztin Dr. Nadine Hess klärt über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten auf.

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Scharlach-Symptome: Fieber, Halsschmerzen und Übelkeit

Halsschmerzen und Übelkeit können auf viele Erkrankungen hindeuten, doch zeigen sich diese Symptome bei Kindern gleichzeitig, können das die ersten Anzeichen für Scharlach sein. Gerade in der Winterzeit tritt Scharlach besonders häufig auf. Der Grund: Die bakteriellen Auslöser, bestimmte Streptokokken der Gruppe A, können sich im Winter einfach leichter in den Atemwegen festsetzen. Durch trockene Heizungsluft und Kälte nimmt die Durchblutung und Schleimproduktion im Hals ab und die Bakterien haben leichtes Spiel.

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Nach etwa einem bis fünf Tagen kommt es dann zu Fieber, Halsschmerzen, oft auch zu Übelkeit und Erbrechen, begleitet von ausgeprägtem Krankheitsgefühl. Bereits am ersten oder zweiten Krankheitstag tritt ein feinfleckiger, nicht juckender Ausschlag auf, der oft in der Leiste beginnt und sich dann auf den ganzen Körper ausbreitet. Lediglich die Region um den Mund bleibt ausgespart. Der Ausschlag bleibt meist über eine Woche lang sichtbar. Die Zunge ist anfangs meist weißlich belegt, im Verlauf dann aber hochrot mit gut sichtbaren Geschmackspapillen– die sogenannte Himbeerzunge. Nach Verschwinden des Ausschlages kommt es zu Hautauschuppungen an den Fingern und Zehen.

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Scharlach: Mehrfacherkrankung und Komplikationen möglich

Diese gesundheitlichen Probleme werden ausgelöst durch bestimmte Giftstoffe, die als Stoffwechselprodukt von Streptokokken-Bakterien der Gruppe A ausgeschieden werden. Da jedoch nicht alle Streptokokken dieser Gruppe dies tun, bedeutet nicht jede Infektion, dass zwangsläufig Scharlach entsteht. Die Kehrseite der Medaille: Es gibt mindestens vier A-Streptokokkentypen, die Scharlach verursachen können. Dadurch können Betroffene auch mehrfach an Scharlach erkranken.

Eine Infektion sollte allerdings – unabhängig von einer Scharlach-Erkrankung – immer behandelt werden, da Komplikationen möglich sind, wie Entzündungen der Herzklappen und Gelenke sowie eine bestimmte Form der Nierenentzündung, die Poststreptokokken-Glomerulonephritis

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Behandlungsmöglichkeiten von Scharlach

Solche Komplikationen können und sollten mit einer konsequenten antibiotischen Therapie verhindert werden. Penicillin ist immer noch Mittel der ersten Wahl – bislang sind keine Resistenzen von A-Streptokokken gegen Penicillin in Deutschland bekannt. Die Behandlung muss unbedingt für 10 Tage durchgeführt werden, sonst droht ein Rückfall.

Bei einer Allergie gegen den Wirkstoff, die relativ weit verbreitet ist, kann auf ein sogenanntes Makrolidantibiotikum wie beispielsweise Erythromycin ausgewichen werden. Dabei ist eine fünftägige Behandlung angebracht. Das Mittel sollte jedoch nur bei einer Penicillin-Unverträglichkeit oder -Allergie eingenommen werden, da es die Gefahr von resistenten Keimen erhöht. Je früher die Behandlung eingeleitet wird, umso besser. Denn so kann das Risiko für Komplikationen vermieden werden. Daher sollten Eltern frühzeitig reagieren, wenn Übelkeit, Halsschmerzen und Erbrechen beim Kind im Verbund auftreten.

Unsere Expertin: Dr. Nadine Hess, Kinder- und Jugendärztin in Hamburg-Eppendorf

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