Haglundferse: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Mona Eichler Health-Redakteurin

Eine Haglundferse tut weh, ob beim Gehen, beim Sport oder in Ruhe. Auslöser ist eine knöcherne Verwölbung am hinteren Ende des Fersenbeins am Ansatz der Achillessehne – anders als beim klassischen Fersensporn, bei dem es zu Entzündungen an der Unterseite des Fersenbeins kommt.

Inhalt
  1. Was ist eine Haglundferse?
  2. Wie entsteht die Verformung des Fersenbeins?
  3. Welche Symptome treten bei einer Haglundferse auf? 
  4. Behandlungsmöglichkeiten: Hilft immer nur die OP? 
 

Was ist eine Haglundferse?

Die Haglundferse ist die seltenere Form des Fersensporns, die sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten kann. Sie wird oberer (kranialer) Fersensporn genannt. Dabei ragt der obere/hintere Teil des Fersenbeins eines Menschen weiter und spitzer hervor als im Normalzustand, ein Überbein (Exostose) entsteht. 

Dieses Überbein führt zu einem erhöhtem Druck auf das umliegende Gewebe. Im Verlauf kommt es zu einer Entzündung des Schleimbeutels, der zwischen dem Knochen und der Achillessehne liegt.

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Wie entsteht die Verformung des Fersenbeins?

Eine Haglundferse kann angeboren sein. Sie entsteht allerdings häufiger durch Fehlstellungen der Füße, schädliche Schuhe oder eine Überlastung beim Sport. 

Vor allem der sogenannte Hohlfuß kann zu einer knöchernen Verwölbung am hinteren Ende des Fersenbeins führen. Bei dieser Fehlstellung ist das Fußlängsgewölbe zu stark ausgeprägt. Aufgrund dessen berühren nur Vorfuß und Ferse den Boden, was zu einer Deformation des Fersenbeins führen kann. 
Schlechtes Schuhwerk bedeutet mit Blick auf die Haglundferse vor allem zu enge und/oder hohe Schuhe, die die natürliche Fußstellung beeinträchtigen.

 

Welche Symptome treten bei einer Haglundferse auf? 

Zu den Symptomen der Haglundferse gehören Haut- und Gewebeirritationen, Schwellungen, Schmerzen und eine Hitzereaktion der Ferse. Gerade zu Beginn der Erkrankung spüren Patienten lediglich sogenannte Anlaufschmerzen: Die ersten Schritte tun weh, nach einigen Metern verschwinden die Symptome. Bleibt die Haglundferse länger unbehandelt, treten die Schmerzen meist nicht nur unter Belastung, sondern auch in Ruhe auf. 

Die Symptome werden durch Druckstellen in den Schuhen ausgelöst. Dort, wo die knöcherne Verwölbung gegen die Schuhe reibt, kommt es zu Druckschmerzen, Haut- und Gewebereizungen, Schwellungen und schließlich (bleibenden) Schmerzen. Hierbei spricht man auch vom Haglund-Syndrom, benannt nach dem schwedischen Orthopäden Patrik Haglund, der das Krankheitsbild 1928 zum ersten Mal analysierte.

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Behandlungsmöglichkeiten: Hilft immer nur die OP? 

Hat der Arzt eine Haglundferse per Röntgenbild und/oder Ultraschall diagnostiziert, entscheidet das Stadium der Verwölbung darüber, welche Behandlungsmöglichkeiten Sinn haben. Hier ist in den allermeisten Fällen eine Magnetresonanztomographie mit Kontrastmittel nötig, bei der der behandelnde Arzt den Zustand der betroffenen Weichteile (Schleimbeutel und Achillessehne) sowie Kalkablagerungen in der Achillessehne sichtbar macht. 

Je früher die Schwellungen und Schmerzen bei einer Haglundferse behandelt werden, desto besser sind die Aussichten auf schnelle Genesung. Hekla Lava hat sich bei der Behandlung von Schmerzen und Entzündungen aufgrund eines Fersensporns als sehr zuverlässig erwiesen. Die Asche des Hekla-Vulkans in Island dient hier als Grundlage für das Arzneimittel. Durch die Einnahme der Tabletten werden die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt. Zusätzlich gibt es noch weitere konservative Therapien, die bei der Behandlung einer Haglundferse helfen können.

Zu den Maßnahmen einer konservativen Therapie gehören: 

  • hinten offene Schuhe
  • Einlagen zur Druckreduzierung
  • regelmäßiges Kühlen der überhitzten Stellen
  • Sportpause bzw. Anpassen des Trainings, um die Ferse(n) zu schonen
  • physikalische Therapie in Form von Stromanwendungen, Stoßwellen- oder Ultraschalltherapie
  • eventuelle Gewichtsabnahme (bei übergewichtigen Patienten)
  • bei besonders schweren Fällen: Ruhigstellung durch Gips oder Orthese 

Greift die konservative Therapie nicht und die Symptome der Haglundferse treten weiterhin auf, wird eine OP nötig. Dieser chirurgische Eingriff erfolgt endoskopisch (minimalinvasiv) und meist unter Teilnarkose. Je nach Schweregrad der Erkrankung kann der Chirurg während der OP das Überbein abtragen, den entzündeten Schleimbeutel entfernen und/oder die entzündete Achillessehne säubern.

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Quellen:
Haglundferse: Entstehung, Rückbildung, Therapie, in: gelenk-klinik.de
Haglundferse - Medizinische Experten, in: leading-medicine-guide.de

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