Hagedorn: Die Pflanze fürs Herz

Alexander Scherb

Umgangssprachlich Hagedorn genannt, genießt die Weißdorne einen unzweifelhaft guten Ruf. Zum einen, weil das Gewächs schmackhaft süß-saure Früchte liefert, die sich zu leckerem Kompott oder Marmelade verarbeiten lassen, zum anderen aber auch, weil Blüten und Blätter bei Herz- und Gefäßkrankheiten helfen sollen. 

Hagedorn mit roten Beeren
Hagedorn unterstützt die Herzgesundheit Foto:  iStock/CatLane
Inhalt
  1. Die besondere Kraft des Hagedorns
  2. Woher bekommt man Hagedorn?
  3. Die Früchte des Hagedorns
  4. Vorher den Arzt konsultieren
Was ist der Hagedorn?

Beim Hagedorn oder der Weißdorne handelt es sich um einen Strauch aus der Familie der Rosengewächse. Weltweit gibt es etwa 300 unterschiedliche Arten, 22 davon sind in Europa verbreitet. In Deutschland gibt es (noch) drei unterschiedliche Arten von Weißdornen. Allerdings kreuzen sich die Arten auch ohne das Zutun des Menschen sehr leicht, wodurch sie sich immer ähnlicher werden. Mittlerweile kann ein Laie Weißdorne kaum noch voneinander unterscheiden, so gering sind die verschiedenen Merkmale.

 

Die besondere Kraft des Hagedorns

Die wahre Stärke des Hagedorns liegt in seinen Blüten und Blättern. Diese helfen nämlich nachweißlich gegen Herz- und Gefäßbeschwerden. Dies liegt am hohen Anteil von sogenannten oligomeren Procyanidinen und Flavonoiden. Diese stimulieren in unserem Körper die Produktion des Botenstoffs Stickstoffmonoxid, welcher die Gefäße erweitert und das Herz stärkt. Gerade im Alter können die Stoffe der Weißdorne eine Verbesserung bewirken, da unser Körper in den späteren Lebensjahren immer weniger Stickstoffmonoxide produziert und unsere Gefäße dadurch starrer werden. Die Einnahme von Weißdorn lässt die Gefäße entspannen und das Herz stärker schlagen.

 

Woher bekommt man Hagedorn?

Schon im Mittelalter wusste man um die Wirkung des Weißdorns und so wurde er schon damals bei Herzleiden verschrieben. Heutzutage haben so gut wie alle pharmazeutischen Unternehmen Medikamente mit dem Wirkstoff des Hagedorns. Meist sind sie rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Da der Inhaltsstoff gut verträglich ist, besteht kaum eine Gefahr. Selten berichten Einnehmende von leichtem Schwindel.

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Die Früchte des Hagedorns

Alle Weißdorn-Arten haben eine Sache gemeinsam: Sie tragen Früchte. Je nach Region, kann die Farbe von rot über gelb bis hin zu blau schwanken. Essbar sind sie jedoch alle. Dabei ist das Fruchtfleisch meist trocken bis mehlig. Das Mundgefühl ist also nicht sonderlich gut. Der Geschmack allerdings ist sehr lecker. Deswegen nutzte man die Früchte schon im Mittelalter für Kompott oder Gelee. Da die Früchte des Hagedorn gut gelieren, eignen sie sich auch zum Mischen mit anderen Früchten. Auch Säfte und Sirupe lassen sich aus ihnen gut herstellen.

Neben Vitamin B und Vitamin C besitzen die Früchte keine besonders stark ausgeprägten Inhaltsstoffe, welche sie wertvoller machen, als anderes Obst. Achten Sie beim Verzehr auf die Kerne. Wie bei allen Rosengewächsen enthalten die sie Blausäure, die bei übermäßigem Verzehr gesundheitsschädlich sein können.

 

Vorher den Arzt konsultieren

Bevor Sie sich aber Hagedorn-Produkte besorgen, sollten Sie vorher Ihren Arzt konsultieren. Auch wenn Hagedorn gut verträglich ist, sollte man ihn nicht aufs Ge­ra­te­wohl einnehmen. Besser ist es, mit Ihrem Arzt einen Therapieplan zu erstellen. Zudem müssen Sie Geduld mitbringen. Weißdorn wirkt nicht sofort, sondern muss meist mehrere Wochen eingenommen werden, um seine Wirkung zu entfalten.

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