Häusliche Quarantäne: Darauf muss jeder achten

Miriam Mueller-Stahl Medizinredakteurin

Personen, die verdächtigt sind, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, müssen in häusliche Quarantäne. Aber welche Regeln gelten dabei und ist die Isolation verpflichtend?

Frau auf der Couch in häuslicher Quarantäne.
Personen, die im Verdacht stehen, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, müssen in eine mehrtägige Quarantäne Foto:  iStock/MajaMitrovic
Inhalt
  1. Wer muss in häusliche Isolation?
  2. Wie lange dauert die häusliche Quarantäne?
  3. Ist die häusliche Isolation ein Zwang?
  4. Wer erstellt den Bescheid zur häuslichen Quarantäne?
  5. An welche Regeln muss man sich bei der Quarantäne halten?
  6. Muss man während der Quarantäne arbeiten?
  7. Was müssen Familienmitglieder und Mitbewohner beachten?
  8. Wie sollten sich Betroffene verhalten?
  9. Wie werden Betroffene versorgt?
  10. Wie kann man sich auf die häusliche Quarantäne vorbereiten?

Eine Maßnahme, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, ist die häusliche Quarantäne. Doch wie genau läuft die Isolation in den eigenen vier Wänden ab und worauf müssen Familienmitglieder oder Mitbewohner achten? Alle Infos über die Regeln und Pflichten.

 

Wer muss in häusliche Isolation?

In häusliche Quarantäne müssen sich diejenigen begeben, die sich entweder in einem COVID-19-Risikogebiet aufgehalten haben, oder Kontakt zu einem Erkrankten hatten. Die Maßnahme betrifft somit alle Personen, die mit dem Coronavirus infiziert sein könnten.

 

Wie lange dauert die häusliche Quarantäne?

Menschen, bei denen der Verdacht besteht, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, müssen sich 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Dieser Zeitraum ist die Inkubationszeit des Virus, der Zeitpunkt also von der Infektion bis zum Auftreten der Symptome.

 

Ist die häusliche Isolation ein Zwang?

In der deutschen Rechtssprechung ist festgelegt, dass die Freiheit einzelner eingeschränkt werden kann, wenn das Wohl der gesamten Bevölkerung gefährdet ist. Es ist somit die Pflicht des Bürgers der Anordnung, sich in Quarantäne zu begeben, nachzukommen. Dies ist auch im Infektionschutzgesetz festgelegt. Wer nicht zuhause bleibt, kann mit einem Bußgeld oder sogar einer Freiheitsstrafe geahndet werden. Für den Bescheid zur häuslichen Quarantäne ist die Gesundheitsbehörde des entsprechenden Bundeslandes verantwortlich.

 

Wer erstellt den Bescheid zur häuslichen Quarantäne?

Das Robert-Koch-Institut hat ein Musterschreiben erstellt, das die Gesundheitsbehörden der Länder zur Anordnung häuslicher Quarantäne verwenden können.

Wer sich möglicherweise mit dem Virus infiziert haben könnte, bekommt dann eine „Anordnung der Absonderung in sogenannter häuslicher Quarantäne“ vom Gesundheitsamt zugestellt.

Das Schreiben gibt Hinweise darauf, wie sich Personen in häuslicher Isolation verhalten sollten.

 

An welche Regeln muss man sich bei der Quarantäne halten?

Folgende Regeln müssen Betroffene befolgen:

  • Wer das Schreiben vom Gesundheitsamt erhält, muss zweimal täglich Fieber messen und ein Protokoll über den Gesundheitszustand führen. Zudem muss der Betroffene täglich aufschreiben, welche Kontaktpersonen es gab und welche Aktivitäten er vorgenommen hat.
  • Der Betroffene muss telefonisch erreichbar sein, da das Gesundheitsamt täglich per Telefon den Gesundheitszustand kontrolliert.
  • Mitarbeitern des Gesundheitsamtes muss Zutritt zur Wohnung gewährt werden.
 

Muss man während der Quarantäne arbeiten?

So lange nur ein Verdacht besteht und es der Gesundheitszustand zulässt, muss der Betroffene im Homeoffice arbeiten. Der Arbeitgeber muss jedoch dafür sorgen, dass benötigte Arbeitsmittel zur Verfügung stehen. Vor allem ein Laptop mit Zugang zum Intranet der Firma ist unabdingbar.

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Was müssen Familienmitglieder und Mitbewohner beachten?

Falls nur eine Person des Haushalts die Anordnung zur Quarantäne erhalten hat, sollten sich alle anderen Haushaltsmitglieder wie folgt verhalten:

  • Der Betroffene sollte räumlich isoliert werden.
  • Die Mahlzeiten sollten nicht zusammen eingenommen werden.
  • Nicht dasselbe Geschirr, wie der Betroffene benutzen.
  • Es muss ein Mindestabstand von zwei Metern zum Betroffenen gehalten werden.
  • Wenn möglich, sollte nicht dasselbe Badezimmer benutzt werden.
 

Wie sollten sich Betroffene verhalten?

Wer in Verdacht steht, sich mit dem Virus infiziert zu haben, sollte diese Verhaltensregeln beachten:

 

Wie werden Betroffene versorgt?

Betroffene sollten bei der Lebensmittelversorgung auf ihr soziales Netz zurückgreifen und Verwandte, Freund und Nachbarn um Hilfe bitten. Diese können die Einkäufe dann vor der Haustür des Betroffenen abstellen. Wer keine Hilfe zur Verfügung hat, kann sich beim Gesundheitsamt melden. In Risikogebieten unterstützen ehrenamtliche Helfer vom Deutschen Roten Kreuz und den Maltesern bei der Lebensmittelversorung.

Wer Medikamente benötigt, sollte seinen Arzt kontaktieren und darauf hinweisen, dass er sich in häuslicher Isolation befindet.

Bei Notfällen muss, wie gewohnt, der Notruf (112) gerufen werden. Die Person muss in diesem Falle ebenfalls angeben, dass sie sich in häuslicher Quarantäne befindet.

 

Wie kann man sich auf die häusliche Quarantäne vorbereiten?

Da die Ausbreitung des Coronavirus bisher nicht klar ist, sollte jeder einen Notvorrat an Lebensmitteln, wichtigen Medikamenten sowie Hygieneartikeln einkaufen. So ist man möglichst gut auf den Beginn einer häuslichen Quarantäne vorbereitet.

Quellen:

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