Hämorrhoiden: Salbe, Ernährung oder Op - was hilft wirklich?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Es ist schwer zu sagen, wie viele Menschen in Deutschland von vergrößerten Hämorrhoiden betroffen sind. Schätzungen variieren stark. Es ist jedoch von mehreren Millionen Erkrankten auszugehen - die sich oft selbst therapieren. Aber was hilft wirklich: Gesunde Ernährung, Salben oder doch nur eine Operation? Die Expertin Professor Dr. Döll klärt auf.

 

Wie merke ich, dass ich vergrößerte Hämorrhoiden habe?


Zunächst verursachen leicht vergrößerte Hämorrhoiden keine Schmerzen. Gelegentlich kann es zu Ablagerungen von hellrotem Blut im Stuhl kommen oder auch entsprechend rot gefärbtem Toilettenpapier. Wachsen die Hämorrhoiden weiter können sie Schmerzen beim Absetzen des Stuhles verursachen. Ebenso leiden viele Betroffenen unter Juckreiz, Brennen oder Nässen im Analbereich.

 

Was sind die Ursachen?


Eine zu ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel zum Beispiel durch sitzende Tätigkeiten, Verstopfung und starkes Pressen beim Stuhlgang sind mögliche Ursachen. Aber auch Übergewicht, ein schwaches Bindegewebe oder eine Schwangerschaft können ein Hämorrhoidalleiden begünstigen.

 

Kann ich vergrößerte Hämorrhoiden zu Beginn selber behandeln?


Ja, aber ist wichtig die Beschwerden im Auge zu behalten, denn eine Verschlimmerung kann letztlich einen operativen Eingriff zur Folge haben. Dazu gilt: Wenn Sie Blut im Stuhl finden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen. Denn das kann auch ein Hinweis auf eine schwerwiegendere Erkrankung wie zum Beispiel Darmkrebs sein.

 

Wie sieht die Eigenbehandlung aus?

Prof. Dr. Michaela Döll ist Buchautorin und Professorin für Lebensmittelchemie an der TU Braunschweig.

Sind diese Beschwerden abgeklärt, dann kann man auf bewährte Mittel aus der Apotheke zurückgreifen. Wichtig ist hier eine rasche Linderung der Akutbeschwerden (u. a. Schmerzen und Jucken in der Analregion), die auch über ein paar Stunden anhält. Hier empfiehlt sich das Lokalanästhetikum Quinisocain, welches einen raschen Wirkungseintritt (innerhalb weniger Minuten) und eine lange Wirkungsdauer (bis zu 8 Stunden) zeigt. Weiterhin kann die Anwendung Salben aus der Hamamelisrinde hilfreich sein. Diese ist besonders reich an entzündungshemmenden Gerbstoffen.

 

Worauf muss ich achten, wenn ich Hämorrhoiden mit Salbe behandle?


Es ist wichtig schonend vorzugehen und die betroffene Region nicht zusätzlich zu reizen. Viele Hersteller bieten zusätzlich zu ihrem Hämorrhoidenmittel einen Kunststoffapplikator an, der beim Auftragen der Salbe helfen soll. Dieser sieht ähnlich wie eine große Plastikspritze aus, die oben auf die Tube geschraubt werden kann. Ich halte diese Applikatoren nicht für sinnvoll, da sie ein überflüssiges Verletzungspotenzial bergen. Es ist besser, die Creme einfach mit der Hand aufzutragen. Das minimiert das Risiko, sich zu verletzen, und es ist trotzdem möglich, die Salbe an den notwenigen Stellen aufzutragen.

 

Ab wann muss ich vergrößerte Hämorrhoiden operieren lassen?


Wenn sich die Beschwerden verschlimmern, nässende, ekzemartige Hautveränderungen, Entzündungen oder gar Abszesse in der Analregion auftreten oder ausweiten, dann sollten chirurgische Verfahren (zum Beispiel Abbinden, Veröden) zur Anwendung kommen.

 

Was kann ich nach einem Eingriff machen, um schnell wieder gesund zu werden?


Es sollte auf eine Änderung der Lebensführung mit einer ballaststoffreichen Kost, ausreichend Flüssigkeitszufuhr und viel Bewegung geachtet werden. Es kann auch hilfreich sein, auf blähende Speisen zu verzichten.

 

Können Salben auch nach einem Eingriff helfen?


Ja, so können zum Beispiel Salben mit Hamamelisrinde einen langfristigen Beitrag zur Pflege der betroffenen Schleimhaut leisten.

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.