Hämorrhoiden nach der Geburt: Ursachen und Behandlung

Verena Elson Medizinredakteurin

Hämorrhoiden nach der Geburt sind ein häufiges Phänomen. Was sollten Betroffene beachten und welche Hausmittel helfen schnell?

Eine Frau sitzt auf Toilette
Im Wochenbett werden viele Frauen von Hämorrhoiden geplagt Foto:  iStock/YakobchukOlena
Inhalt
  1. Hämorrhoiden nach der Schwangerschaft: Die Ursachen
  2. Hämorrhoiden: Geburt als Auslöser?
  3. Hämorrhoiden nach einem Kaiserschnitt: Ebenfalls eine „normale Erscheinung“  
  4. Die besten Hausmittel und Tipps gegen Hämorrhoiden im Wochenbett
  5. Hämorrhoiden nach der Geburt gehen nicht weg: Was ist zu tun?

Durchwachte Nächte, Stillprobleme, Schmerzen nach der Geburt und die Gewöhnung an das neue Leben als Mutter: Eigentlich gibt es für Frauen im Wochenbett schon mehr als genug potenzielle Probleme, die die Anfangszeit mit Baby erschweren können – Hämorrhoiden oder, korrekt ausgedrückt, Hämorrhoidalleiden sind in dieser Situation vielleicht noch nerviger und überflüssiger als in allen anderen. Dennoch plagen sie viele Frauen in der Zeit nach der Schwangerschaft. Zum Glück gibt es zahlreiche Hausmittel und Tipps, die bei Hämorrhoiden nach der Geburt helfen, die Beschwerden zu lindern.

Eine Frau sitzt auf Toilette
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Hämorrhoiden nach der Schwangerschaft: Die Ursachen

Eigentlich bezeichnet der Begriff Hämorrhoiden das Gefäßpolster, das rund um den Darmausgang zusammen mit dem Schließmuskel Für die „Abdichtung“ des Darms verantwortlich ist.

Umgangssprachlich bezieht sich der Ausdruck auf die Vergrößerung oder Entzündung dieses Gewebes. Solche „Hämorrhoidalleiden“, wie der medizinische Fachausdruck dafür lautet, äußern sich häufig durch Jucken, Schmerzen oder Blutungen am After; bei manchen Betroffenen machen sie aber auch gar keine Beschwerden.

Hämorrhoiden, an denen Wöchnerinnen zu leiden haben, sind meist schon während der Schwangerschaft entstanden. Der Grund: Die Hormonumstellungen in der Schwangerschaft haben häufig eine verstärkte Darmträgheit zufolge – so kommt es zu Verstopfung und schließlich zu entzündeten Hämorrhoiden.

Zusätzlich drückt der wachsende Bauch auf den Beckenboden; in dem empfindlichen Gewebe rund um den After entstehen so mitunter Blutstaus und in der Folge Schwellungen und Entzündungen.

 

Hämorrhoiden: Geburt als Auslöser?

Bei manchen Frauen, die noch „hämorrhoidenfrei“ durch die Schwangerschaft gekommen sind, entsteht durch das starke Pressen während der Geburt ein Hämorrhoidalleiden; bei anderen werden bereits vorhandene Beschwerden durch die Geburt noch verstärkt.

Auch Verstopfung im Wochenbett kann ein Auslöser von Hämorrhoiden nach der Geburt sein. Diese hat ihre Ursache ebenfalls in hormonellen Umstellungen – dazu kommt, dass sich der Darm in dem jetzt leereren Bauchraum erst wieder in seine ursprüngliche Position „zurückbegeben“ muss, was sich ebenfalls auf die Verdauung auswirken kann.

Zusätzlich fördert mangelnde Bewegung im Wochenbett und beim Stillen Darmträgheit und Verstopfung.

Eine Schwangere sitzt auf dem Bett
Schwangerschaft & Geburt Hämorrhoiden in der Schwangerschaft: Welche Behandlung hilft?

 

Hämorrhoiden nach einem Kaiserschnitt: Ebenfalls eine „normale Erscheinung“  

Aus diesen Gründen können Hämorrhoiden auch nach einem Kaiserschnitt auftreten – oder durch die körperlichen Veränderungen nach der Schwangerschaft verstärkt werden. Das Pressen bei einer natürlichen Geburt ist also keine Voraussetzung für Hämorrhoidalleiden im Wochenbett.

 

Die besten Hausmittel und Tipps gegen Hämorrhoiden im Wochenbett

Zäpfchen und Salben aus der Apotheke auf der Basis von pflanzlichen Wirkstoffen wie etwa der Zaubernuss (Hamamelis virginiana) helfen, die Beschwerden wie Brennen und Schmerzen zu lindern.

Zusätzlich können Hausmittel wie kühlende, in abgekühlten Kamillen- oder Salbeitee getunkte Kompressen sowie Sitzbäder mit Zusätzen aus Eichenrindenextrakt oder Kamille wohltuend wirken.

Außerdem sind folgende Regeln sinnvoll, um das entzündete Gewebe zu entlasten und die Beschwerden zu lindern:

  • Ballaststoffreiche Ernährung: Betroffene sollten täglich Obst, Gemüse und Vollkornprodukte in ihren Speiseplan aufnehmen, damit der Stuhl weicher wird.
  • Viel trinken: Auch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme wirkt der Verstopfung entgegen – darum sollten Wöchnerinnen mindestens zwei Liter Flüssigkeit täglich zu sich nehmen. Wasser und Kräutertees eignen sich gut; nur Salbei- und Pfefferminztee hemmen die Milchproduktion und sind für stillende Mütter darum unter Umständen weniger gut geeignet.
  • „Richtiges“ Sitzen auf der Toilette: Starkes Pressen beim Stuhlgang verschlimmert die Beschwerden bei Hämorrhoidalleiden. Um das Pressen zu vermeiden, hilft es, auf der Toilette eine möglichst optimale Position einzunehmen: Dazu die Füße leicht erhöht, zum Beispiel auf einem Toilettenschemel, abstellen – durch die so erreichte Sitzposition ist der Darm weniger geknickt und der Stuhl kann leichter Richtung Darmausgang wandern.
  • Ausreichende Bewegung: Ob Schwimmen, Yoga oder einfach ein Spaziergang – jede Art von Bewegung fördert auch die Darmtätigkeit und wirkt so Verstopfung und damit Hämorrhoiden entgegen.
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Hämorrhoiden nach der Geburt gehen nicht weg: Was ist zu tun?

Häufig verschwinden Hämorrhoiden nach der Geburt innerhalb von ca. drei Monaten wieder – in anderen Fällen bilden sich die unliebsamen Begleiter nicht vollständig zurück; in diesem Fall sollten weitere Therapieoptionen wie etwa eine Operation mit der behandelnden Ärzt:in besprochen werden.

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