Hämorrhoiden entfernen: Diese Methoden gibt es

Hämorrhoiden zu entfernen, ist ab einem bestimmten Schweregrad notwendig. Aber kann man Hämorrhoiden auch selbst entfernen? Welche Verfahren angewendet werden können und was beachtet werden sollte.

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Hämorrhoiden sind nichts Ungewöhnliches: Jeder hat sie. Zum Problem werden sie erst, wenn sich die Hämorrhoidalpolster vergrößern und infolgedessen Schmerzen, Entzündungen und Brennen am After auslösen. Doch wie lassen sich Hämorrhoiden entfernen? Welche konservativen und operativen Methoden gibt es? Und ist eine Selbstbehandlung empfehlenswert? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Person fasst mit beiden Händen an den schmerzenden Po
Vergrößerte Hämorrhoiden lassen sich mit konservativen und modernen Verfahren leicht entfernen Foto: iStock/Staras

Hämorrhoiden entfernen – in diesen Fällen ist es ratsam

In der Regel werden angeschwollene Hämorrhoiden nur dann entfernt, wenn sie Beschwerden wie Schmerzen und Blutungen hervorrufen. Ziel der ärztlichen Behandlung ist es in der Regel, Hämorrhoiden möglichst nicht entfernen zu müssen, sondern sie schrumpfen zu lassen. Hilft das nicht und ist das Hämorrhoidenleiden schon weiter fortgeschritten (mind. Schweregrad 2), kommen verschiedene Verfahren infrage, um sie zu entfernen.

Hämorrhoidenleiden: Unterscheidung nach vier Schweregraden

  • Grad 1: Die Hämorrhoiden sind leicht vergrößert und treten nicht nach außen. Beschwerden treten in der Regel nicht auf.

  • Grad 2: Die Hämorrhoiden weisen eine stärkere Vergrößerung auf und können beim Pressen oder körperlicher Aktivität aus dem After hervortreten. Danach ziehen sie sich von selbst wieder in den After zurück.

  • Grad 3: Die Hämorrhoiden sind stark vergrößert und treten beim Stuhlgang oder körperlicher Belastung aus dem After. Von alleine ziehen sie sich nicht wieder zurück.

  • Grad 4: Die Hämorrhoiden sind so stark vergrößert, dass sie dauerhaft aus dem After herausragen.

Hämorrhoiden entfernen: Welcher Arzt ist zuständig?

Wer Blut im Stuhl entdeckt, sollte die Beschwerden zunächst beim Hausarzt abgeklärt werden. Für eine genauere Untersuchung empfiehlt sich ein Besuch beim Arzt der folgenden Fachrichtungen:

  • Proktologie:

    Ärzte dieser Fachrichtung kümmern sich um Erkrankungen des Enddarms und des Afters. Auch der Beckenboden kann von ihnen untersucht werden. Auch Experten der Koloproktologie sind Ansprechpartner bei Hämorrhodialleiden. Sie beschäftigen sich im Störungen im After, Enddarm, Dickdarm und unterem Dünndarm.

  • Gastroentrologie: Ärzte für Magen-Darm-Erkrankungen sind spezialisiert auf Erkrankungen der inneren Organe. So können sie auch vergrößerte Hämorrhoiden untersuchen

  • Urologie: Männer können sich bei Beschwerden am After an ihren Urologen wenden und sich untersuchen lassen.

  • Gynäkologie: Frauen haben die Möglichkeit, ihre Symptome beim Gynäkologen abklären zu lassen.

  • Dermatologie: Auch Hautärzte können bestehendes Hämorrhoidalleiden feststellen, vor allem wenn die Hämorrhoiden nach außen fallen.

Zunächst versucht der Arzt die vergrößerten Hämorrhoiden mit den Fingern zu ertasten. Anschließend kann eine Proktoskopie, eine Spiegelung des Enddarms, durchgeführt werden. Doch welcher Arzt entfernt die Hämorrhoiden? In der Regel führt ein Facharzt für Chirugie die Operation durch.

Hämorrhoiden selbst entfernen und behandeln: Sollte man das?

Innere oder äußere Hämorrhoiden sollte man nicht selbst entfernen – selbst behandeln können Betroffene sie allerdings schon. Leichte Hämorrhoiden des 1. Grades können sich in einigen Fällen zurückbilden, wenn man

  • auf eine ballaststoffreiche Ernährung achtet,

  • ausreichend trinkt (1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßte Tees),

  • sich Sitzbäder mit entzündungshemmenden Gerbstoffen aus Kamille oder Eichenrinde einlässt

  • und sich viel bewegt.

Diese Verhaltensweisen haben zum Ziel, den Stuhl möglichst weich zu halten, um ein Pressen beim Toilettengang zu vermeiden.

Hausmittel haben allerdings ihre Grenzen. In erster Linie sind sie – als Basis jeder medizinischen Behandlung – dazu da, Symptome wie Schmerzen und Brennen am After zu lindern. Wenn das nicht hilft, ist eine Therapie unter ärztlicher Aufsicht erforderlich. Denn vergrößerte Hämorriden selbst zu entfernen, sollte man nicht.

Hämorrhoiden bekämpfen mit Salben und Zäpfchen

Bei niedriggradigen Hämorrhoiden kann der Arzt Salben und Zäpfchen verschreiben. Diese Präparate sind allerdings nicht dafür da, dass sich die angeschwollenen Polster langfristig zurückbilden. Vielmehr werden sie eingesetzt, um das Leiden erträglicher zu machen.

Eine pflanzliche Hämorrhoidensalbe mit Hamamelis lindert den Juckreiz und die Entzündung. Üblich sind auch Arzneimittel mit entzündungshemmenden Wirkstoffen wie Bufexamac oder Kortison. Sie können einzeln oder kombiniert angewendet werden. Kortison kann allerdings unangenehme Nebenwirkungen hervorrufen und die Darmschleimhaut schwächen, sodass eine Pilzinfektion im Darm entstehen kann.

Gegen Schmerzen und Juckreiz helfen Präparate mit den Wirkstoffen Cinchocain, Benzocain und Lidocain. Diese Mittel betäuben die betroffene Stelle.

Hämorrhoiden selbst behandeln mithilfe eines Analdehners

Neben Hausmitteln hilft zur Selbstbehandlung auch ein sogenannter Analdehner. Ziel der Anwendung ist es, die Anusmuskulatur zu dehnen und lockern, damit sie besser durchblutet wird und die Hämorrhoiden-Beschwerden zurückgehen.

Der Analdehner wird zunächst mit einer Salbe eingerieben und mit dem spitzen Ende in den After eingeführt. Wichtig dabei ist, behutsam vorzugehen und das Hilfsmittel anfangs nur ein Stück weit in den After zu schieben. Je elastischer die Muskulatur im Laufe der Behandlung wird, desto weiter kann der Analdehner eingeführt werden.

In der Regel rät der Arzt dazu, das Gerät regelmäßig morgens und abends für ein paar Minuten zu verwenden. Zusätzlich hilft es der Anusmuskulatur, wenn Betroffene während der Anwendung den Schließmuskel mehrmals anspannen. Wichtig ist, den Dehner anschließend mit Wasser und Seife gründlich zu reinigen.

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft entfernen: Das sollten Frauen wissen

Vergrößerte Hämorrhoiden treten häufig in der Schwangerschaft auf, da das Ungeborene auf den Bauchraum drückt und auch auf das Hämorrhoidengewebe. Die Folge: Die Durchblutung verringert sich an den Polstern. Tritt ein Hämorrhoidalleiden auf, rät der Arzt in der Regel zu konservativen Methoden. Wichtig ist, viel zu trinken, auf eine ballaststoffreiche Ernährung zu setzen und sich viel zu bewegen. Salben und Zäpfchen können nach Absprache mit dem Arzt die Beschwerden verringern. Die pflanzlichen Alternativen mit dem Wirkstoff Hamamelis können Sie rezeptfrei in der Apotheke bekommen.

In vielen Fällen schrumpfen vergrößerte Hämorrhoiden nach der Geburt wieder. Deshalb ist es unüblich, das Leiden während der Schwangerschaft operativ zu behandeln. Wenn jedoch starke Blutungen oder ein Analprolaps (Analkanal fällt aus dem After) auftreten, muss abgewogen werden, ob eine Operation notwendig ist. Ab zwei Monaten nach der Geburt wird ein solcher Eingriff – wenn noch notwendig – durchgeführt. Eine Operation kommt während der Schwangerschaft nur bei Versagen der konservativen Therapie in Betracht, wie es in der S3-Leitlinie zum Hämorrhoidalleiden empfohlen wird.

Zudem fragen sich betroffene Frauen, ob sie die vergrößerten Hämorrhoiden in der Schwangerschaft und nach der Geburt zurückzuschieben können. Ja: Das ist beim Schweregrad 3 möglich.

Hämorrhoiden zurückschieben: Wann ist es möglich, Hämorrhoiden zurückzudrücken?

Viele Betroffene mögen sich fragen: Kann man Hämorrhoiden zurückschieben und selbst wieder in den After reindrücken? Ja, aber es kommt auf den Schweregrad an. Nur vergrößertes Gewebe einschließlich bis zum 3. Grad kann manuell in den After zurückgedrückt werden. Beim 4. Schweregrad lassen sich die Ausstülpungen (wie etwa die Analschleimhaut) nicht mehr in den After manuell zurückdrücken.

Die beste Methode dabei: Hämorrhoiden lassen sich mit den Fingern selbst zurückschieben. Allerdings können beim 3. Grad die Hämorrhoiden durch das Zurückdrücken eingeklemmt werden und anfangen zu bluten – deshalb sollte nur ganz vorsichtig Druck ausgeübt werden.

Innere Hämorrhoiden entfernen mit konservativen Therapien

Helfen Arzneimittel, Hausmittel und Analdehner nicht aus, können zunächst konservative Methoden zum Einsatz kommen. Dabei geht es zunächst darum, Hämorrhoiden zu entfernen ohne OP:

  • Gummibandligatur: Die Methode des Abbindens kommt ab dem Schweregrad 2 in Betracht und führt dazu, dass die inneren Hämorrhoiden entfernt werden. Dabei saugt der Behandler die inneren Hämorrhoiden an, sodass er sie mit einem Gummiring umschließen kann. Das Gewebe wird so abgeschnürt und nach wenigen Tagen vom Körper auf natürliche Weise abgestoßen.

  • Sklerosierungstherapie: Dieses Verfahren wird häufig bei den Schweregraden 1 und 2 angewendet. Bei diesem minimalinvasivem Eingriff wird eine Substanz in die Hämorrhoidenknoten injiziert, um eine künstliche Verhärtung (Sklerose) herbeizuführen. Dadurch werden die Gefäße verödet bzw. verschlossen. Die Folge: Die Hämorrhoiden schrumpfen aufgrund der geringen Durchblutung.

  • Infrarotkoagulation: Eine Verödung der Hämorrhoidengefäße kann auch mithilfe von Infrarotstrahlung herbeigeführt werden. Dabei dringen die Infrarotstrahlen in das Gewebe ein und veröden es. Dieses Verfahren wird bei den Graden 1 und 2 angewendet, selten bei Grad 3.

  • Kryohämorrhoidektomie: Bei diesem Verfahren wird das betroffene Gewebe vereist und damit zerstört. Der Eingriff selbst ist nicht schmerzhaft, danach können Patient:innen aber mehrere Wochen lang Schmerzen haben. Auch ein mehrstündiger Ausfluss ist nach dem Eingriff möglich.

In Deutschland kommen die eher veralteten Behandlungsmethoden der Infrarotstrahlung und der Kryohämorrhoidektomie immer seltener zum Einsatz. Den „Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie“ ist zu entnehmen, dass die Infrarotstrahlung nur eine „unzureichende Effektivität“ habe. Viel häufiger greifen Ärzte auf die Gummibandligatur und die Sklerosierungstherapie zurück.

Hämorrhoiden operativ entfernen: Diese 5 Methoden sind gängig

Neben diesen konservativen Therapien gibt es auch moderne und schonendere Verfahren zur Entfernung von Hämorrhoiden. Diese Methoden sind gängig und werden vor allem angewendet, um austretende bzw. äußere Hämorrhoiden zu entfernen:

1. Hämorrhoiden mit Laser entfernen

Für Hämorrhoidenleiden der Schweregrade 2 und 3 bietet sich das minimal-invasive Laserverfahren Laserhämorrhoidoplastie (LHP) an. Nachdem der Patient in eine leichte Narkose versetzt wurde, führt der Arzt eine Lasersonde in den Bereich der Hämorrhoiden ein und bestrahlt diese. Ziel dieses Verfahrens ist es, dass sich die Hämorrhoiden durch die Laserbehandlung verkleinern und die Blutzufuhr gedrosselt wird, was ein erneutes Auftreten vergrößerter Hämorrhoiden verhindern soll.

Eine weitere mögliche Laserbehandlung stellt das Verfahren „Hemorrhoid Laser Procedure (HeLP) dar. Der Unterschied zu LHP ist, dass hier nur die Gefäße, die zu den Hämorrhoiden hinführen, bestrahlt und damit verödet werden.

Die Vorteile von Lasertherapien sind, dass durch die Behandlung keine große Wunde entsteht und der Patient in der Regel nach einer Woche wieder arbeitsfähig ist.

2. Außenliegende Hämorrhoiden entfernen mit der Operation nach Longo

Die Longo-Methode, auch Stapler-Hämorrhoiden-Operation oder „anales Lifting“ genannt, wird nur bei heraustretenden Hämorrhoiden (Analprolaps) des 3. Grades durchgeführt, weil das Gewebe in diesem Stadium noch beweglich ist. Wenn kein Risikofaktor vorliegt (Übergewicht, Herz- oder Lungenkrankheiten, hohes Alter), kann der Patient in eine Narkose versetzt werden; möglich sind eine Vollnarkose oder eine Rückenmarksanästhesie. Blutverdünnende Medikamente müssen rechtzeitig vor der OP ausgesetzt werden.

Der Arzt entnimmt mithilfe eines runden Klammernahtgeräts, dem sogenannten „Stapler“, einen etwa drei Zentimeter breiten Streifen aus der Mastdarmschleimhaut oberhalb der Hämorrhoiden. Die Wunde wird anschließend mit Klammern fixiert und verschlossen. Durch diese Technik ziehen sich die herausfallenden Hämorrhoiden automatisch ins Afterinnere zurück und das Risiko, erneut ein Hämorrhoidenleiden zu entwickeln, verringert sich aufgrund der gedrosselten Blutzufuhr im Zuge der OP. Nach dem Eingriff wird der Patient in der Regel für zwei Wochen krankgeschrieben.

Die Vorteile dieses Operationsverfahrens: Der Eingriff ist mit wenig Schmerzen verbunden und der Patient scheidet im Nachhinein kein Hämorrhoidengewebe aus. Zudem bleiben die Hämorrhoiden in normaler Größe erhalten.

3. Hämorrhoiden entfernen lassen mit der HAL-Methode

Dieses Verfahren wird vor allem bei Hämorrhoidenleiden der Schweregrade 2 und 3 durchgeführt. Voraussetzung ist, dass sich die heraustretenden Hämorrhoiden noch zurückschieben lassen. Bei dem minimal-invasive Eingriff ohne Narkose werden die oberen Arterien, die zu den Hämorrhoiden führen, abgeschnürt, sodass sich die Durchblutung und der Druck auf den Schwellkörper verringert. Nach einiger Zeit schrumpfen die Hämorrhoiden und die Blutung nimmt ab.

Liegt ein Prolaps (herausstehende Hämorrhoiden) vor, können diese im Zuge der HAL-Methode ebenfalls behandelt werden.  

Die Vorteile der HAL-Methode sind, dass das Verfahren risikoarm und mit wenig Schmerzen verbunden ist.

4. Hämorrhoiden entfernen ohne Schmerzen mit der Rekto-Analen-Pexie

Als nahezu schmerzlos gilt das Verfahren der Rekto-Analen-Pexie, auch Rekto-Anal-Repair (RAR) genannt. Dabei spürt der Arzt mittels einer Ultraschallsonde die Arterien auf, die zu den Hämorrhoiden führen. Anschließend setzt er Nähte, um die Blutversorgung zum vergrößerten Gewebe zu unterbinden.

Ähnlich wie bei der Operation nach Longo wird so die Schleimhaut gestrafft, sodass sich die ausfallenden Hämorrhoiden nach innen ziehen. Im Gegensatz zur Longo-Methode kommt hier allerdings kein Klammergerät zum Einsatz, sodass das Verfahren ohne offene Wunden auskommt. Die Nebenwirkungen sind sehr gering; viele spüren nach der Behandlung ein leichtes Ziehen.

5. Äußerliche Hämorrhoiden entfernen mit der Milligan-Morgan-Operation

Bei hämorrhoidalem Leiden im Stadium 4, manchmal auch schon im 3. Stadium, kann die OP nach Milligan-Morgan, auch als offene Hämorrhoidektomie bezeichnet, zum Einsatz kommen. Der Patient erhält entweder eine Vollnarkose oder eine rückenmarksnahe Anästhesie und wird in der Regel im Krankenhaus operiert.

Bei diesem Verfahren wird die zuführende Arterie mit einer Naht umschlossen und anschließend das vergrößerte Hämorrhoidenpolster herausgeschnitten. Die Wunde wird offengelassen und verheilt in der Regel innerhalb von sechs bis acht Wochen. Wenn die Wunde verschlossen wird, spricht man von der sogenannten „geschlossenen Hämorrhoidektomie" nach Ferguson. Je nach Befund schreibt der Arzt den Patienten für etwa ein bis drei Wochen krank.

Es gibt noch weitere operative Möglichkeiten, Hämorrhoiden zu entfernen – lassen Sie sich hier von Ihrem behandelnden Arzt beraten.

Hämorrhoiden entfernen: Wie hoch sind die Kosten?

Bei gesetzlich Versicherten übernehmen die Krankenkassen die Kosten einer Hämorrhoiden-Behandlung und Operation. Selbstzahler und Privatversicherte müssen für die Therapiekosten selbst aufkommen. Dabei sollte der behandelnde Arzt nach der gültigen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abrechnen. Je nach Eingriffsart können sich die Kosten auf mehrere Hundert Euro belaufen. Auch mehrere Tausend Euro sind möglich, zum Beispiel bei der Laserbehandlung. Besprechen Sie am besten im Vorwege mit Ihrem Arzt den Kostenplan.

Nach Hämorrhoiden-OP: Das ist zu beachten

Wichtig ist, zwei- bis dreimal täglich gründlich die Wunde am After nach der Hämorrhoiden-OP zu pflegen, damit sie sich nicht infiziert. Die Wundreinigung kann mit lauwarmen Wasser ohne Zusätze durchgeführt werden. Dafür bieten sich Sitzbäder oder eine Dusch-Handbrause an. Zudem sollte die Kompresse täglich gewechselt werden.

Die Heilungsdauer nach einer Hämorrhoiden-Operation hängt von der Art des Eingriffs ab. Bei der Longo-OP kann mit einer Woche Arbeitsunfähigkeit gerechnet werden. Treten keine Komplikationen auf, können Patienten bei einer Operation im Krankenhaus bereits am nächsten Tag entlassen werden. Bei Operationen mit offenen Wunden, wie zum Beispiel nach Milligan-Morgan, kann die Genesungszeit am After bis zu drei Wochen andauern.

Treten Schmerzen auf, erhält der Betroffene eine adäquate Schmerztherapie und wird je nach Intensität der Beschwerden weiterhin stationär behandelt. Einige Patienten berichten auch von einer Schließmuskelschwäche nach dem Eingriff, die jedoch nach einigen Wochen wieder besser wird. Auch leichte Nachblutungen sind möglich. Ist der Blutfluss jedoch größer, sollte unverzüglich eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus aufgesucht werden.

Auch wenn die angeschwollenen Hämorrhoiden entfernt wurden, können sie sich nach der Operation abermals vergrößern – wichtig ist, nach dem Eingriff die proktologische Nachkontrolle wahrzunehmen.

Quellen:

Hämorrhoiden und Hämorrhoidalleiden, in: amboss.de

Joos, A. K., & Jongen, J. (2021). S3-Leitlinie Hämorrhoidalleiden. coloproctology, 1-21.

Vergrößerte Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden), in: gesundheitsinformation.de

Hämorrhoiden: Behandlung, in: internisten-im-netz.de

Herold, A.: Hämorrhoiden ambulant operieren. (PDF; 303 kB) In: Ambulante Chirurgie. Band 7, Nr. 4, 2003, S. 26–29.

Hämorrhoiden, in: dasgastroenterologieportal.de