Hämorrhoiden bluten: Ursachen und wie sich die Blutung stoppen lässt

Vergrößerte Hämorrhoiden können bluten. Doch warum ist das so? Und wie lässt sich die Hämorrhoiden-Blutung stoppen? Welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und welche Arzneimittel und Hausmittel helfen können.

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Wenn Hämorrhoiden bluten und sich der Stuhl plötzlich rot färbt, sind Betroffene schnell beunruhigt – schließlich deutet Blut im Stuhl in der Regel auf eine Erkrankung im Magen-Darm-Trakt hin. Wichtig ist deshalb, sich keine Eigendiagnose zu stellen, sondern sofort den Arzt aufzusuchen.

Blutungen aus dem Anus sind bei einem Hämorrhoidalleiden keine Seltenheit. Doch wann und warum bluten Hämorrhoiden eigentlich? Sind die Hämorrhoiden-Blutungen gefährlich? Und was kann man tun, wenn innere Hämorrhoiden nicht aufhören zu bluten? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Frau fasst sich an den Hintern aufgrund Hämorrhoiden-Blutungen
Blutungen aus dem After treten häufig bei einem Hämorrhoidalleiden auf Foto: iStock/Victor_69

Blutende Hämorrhoiden: Was ist die Ursache und wie kommt es zu Blutungen aus dem After?

Wenn Hämorrhoiden anschwellen, kann es zu Blutbeimengungen im Stuhl kommen – Blutungen sind somit ein typisches Symptom von Hämorrhoidalleiden und blutende Hämorrhoiden somit keine Seltenheit. Hämorrhoiden sind Schwellkörper, die durchzogen sind von Arterien und Venen. Die ringförmigen Gefäßschwämme sitzen zwischen dem Mastdarm und dem Afterkanal. Da die Polster im Körperinnern liegen, bezeichnen viele sie auch als „innere Hämorrhoiden“.

Wenn sich die gut durchbluteten Hämorrhoiden vergrößern, können die dünnen Gefäße im Zuge des Stuhlgangs verletzt werden – vor allem, wenn man presst und somit der Druck auf die Gefäßpolster stark zunimmt. Während dieses Vorgangs kann es bei einem bestehenden Hämorrhoidalleiden passieren, dass die Hämorrhoiden in den Analkanal gedrückt werden oder im fortgeschrittenen Stadium aus dem Anus heraustreten (Hämorrhoidalprolaps), wodurch eine Blutung begünstigt wird.

Marisken bluten: Nicht zu verwechseln mit Hämorrhoiden und Analthrombosen

Umgangssprachlich ist immer wieder von „äußeren“ Hämorrhoiden die Rede – gemeint sind damit häufig Hämorrhoidenknoten, die bei den Schweregraden 3 und 4 aus dem After heraustreten und sich dadurch gut ertasten lassen. In der Medizin wird diese Unterteilung in „innere“ und „äußere“ Hämorrhoiden jedoch nicht gemacht, da Hämorrhoiden ihren Ursprung im Afterkanal haben.

Vielmehr beschreiben Mediziner:innen mit „äußeren“ Hämorrhoiden die sogenannten Marisken. Marisken sind harmlose Hautläppchen, die sich außen am Analausgang befinden. Sie können gelegentlich knotenartig anschwellen, sich entzünden und infolgedessen bluten sowie brennen und nässen. Bei entzündeten Marisken hilft vor allem eine sorgfältige Analhygiene.

Zudem werden häufig Analvenenthrombosen irrtümlicherweise als äußere Hämorrhoiden bezeichnet. Analvenenthrombosen, auch als Perianalthrombose bezeichnet, sind schmerzhafte, kleine blaue Knoten am äußeren Analausgang infolge eines Blutgerinnsels. In den meisten Fällen heilt die Thrombose von selbst ab.

Blutung aus dem After: Diese Faktoren begünstigen das Hämorrhoidalleiden

Neben dem Pressen beim Stuhlgang gibt es noch weitere Faktoren, die vergrößerte Hämorrhoiden begünstigen und bei einem bestehenden Leiden die Beschwerden wie Blutungen gegebenenfalls verstärken können:

  • chronische Verstopfung

  • Hämorrhoiden bluten ggf. bei häufigem Durchfall

  • Hämorrhoiden bluten ggf. nach Alkohol, Kaffee oder scharfen Gewürzen

  • wenig Bewegung

  • ballaststoffarme Ernährung

  • schweres Heben

  • sitzende Tätigkeit

  • Übergewicht

  • Schwangerschaft

  • angeborene Bindegewebsschwäche

  • Bluthochdruck

  • Gerinnungsstörungen

  • gerinnungshemmende Medikamente

Einige dieser Risikofaktoren wie ungesunde und hastige Nahrungsaufnahme sowie Bewegungsmangel sind häufig auf einen hektischen Alltag zurückzuführen. Hämorrhoiden bluten nach Stress – da ist in der Tat viel dran. Deshalb ist es umso wichtiger, für genügend Auszeit und Entspannung sorgen, um besser auf eine gesunde Ernährungsweise und mehr Bewegung achten zu können.

Auch gewisse Sportarten können ein bestehendes Hämorrhoidalleiden verstärken. So kommt es vor, dass Hämorrhoiden nach dem Joggen bluten, insbesondere nach einer Hämorrhoiden-Operation. Zudem kann Gewichtheben die Beschwerden verstärken, wenn viel Druck auf dem Beckenboden lastet. Sportarten wie Tennis, Volleyball und Squash begünstigen durch Sprünge und ruckartige Bewegungen ebenfalls Hämorrhoiden.

Hämorrhoiden bluten nach dem Fahrradfahren – eine landläufige Annahme, die jedoch so nicht stimmt. Im Gegenteil: Radfahren entspannt den Beckenboden und kann Hämorrhoidalleiden sogar vorbeugen. Menschen mit vergrößerten Hämorrhoiden sollten aber darauf achten, dass der Fahrradsattel nicht zu hart ist, da die Reibung am After Entzündungen fördern kann.

Blutung bei Hämorrhoiden: Welche Symptome treten auf und was bedeutet die Blutung?

Je nach Schweregrad des Hämorrhoidalleidens kann es zu unterschiedlich starken Blutungen aus dem After kommen – beim oder nach dem Stuhlgang. Auch können Hämorrhoiden bluten ohne Stuhlgang.

Diese Blutungssymptome sind bei vergrößerten Hämorrhoiden möglich:

  • Hellrotes Blut: Beim Schweregrad 1, einer geringen Ausprägung des Hämorrhoidalleidens, sind Bluttropfen auf dem Toilettenpapier ein häufiges Symptom. Die Blutung wird zumeist dadurch ausgelöst, wenn bei hartem Stuhl gepresst wird – infolgedessen können die inneren Hämorrhoiden verletzt werden.

  • Stärkere Blutung aus dem After: Ab dem Schweregrad 2 können die Blutbeimengungen im Stuhl mehr werden. Im fortgeschrittenen Stadium kann es passieren, dass sich Blut nicht nur auf dem Stuhl oder nach dem Säubern auf dem Toilettenpapier befindet, sondern nach dem Stuhlgang auch in die Toilettenschüssel tropft.

Bei vergrößerten Hämorrhoiden können auch weitere Symptome auftreten – manchmal mit, manchmal ohne Blutungen: Juckreiz und Blutung am After, Brennen am After, Fremdkörpergefühl am Anus, besonders beim Sitzen, sowie starke Schmerzen im fortgeschrittenen Stadium. Zudem können Hämorrhoiden nässen und bluten. Auch Schleim im Stuhl, der Durchfall-ähnlich wirkt, in Verbindung mit Blähungen ist möglich.

Hämorrhoiden bluten stark seit Tagen und hören nicht auf zu bluten: Ist das schlimm?

In der Regel fällt die Blutung bei vergrößerten Hämorrhoiden schwach aus; der Blutverlust ist also nicht hoch und stellt für gewöhnlich keine Gesundheitsgefahr dar.

Doch was ist, wenn die Hämorrhoiden ständig stark bluten? Je fortgeschrittener das Hämorrhoidalleiden ist, desto stärker kann das Bluten am Anus ausfallen, vor allem bei „geplatzten“ Hämorrhoiden. Die stärkere Blutung aus dem Anus kann ein Hinweis darauf sein, dass die Hämorrhoiden geplatzt bzw. die dort liegenden Blutgefäße eingerissen sind – dies kann bei Hämorrhoidalleiden des Schweregrads 4 passieren. Doch auch bei stark blutenden Hämorrhoiden gilt: Kein Grund zur Panik, da die Blutung in der Regel nach etwa zehn Minuten wieder nachlässt und somit nicht lange andauert.

Die Folge von ständig stark blutenden Hämorrhoiden über einen längeren Zeitraum ist trotzdem unangenehm für Betroffene: Nicht nur, weil im Alltag immer die Befürchtung mitschwingt, dass Blut aus dem Anus fließen kann. Auch führt eine langandauernde Blutung zu einer starken Reizung des äußeren Afterbereichs.

Selten kommt es vor, dass ständig blutende Hämorrhoiden zu einer Blutarmut (Anämie) führen. Dies kann passieren, wenn die Beschwerden in starker Form mehrere Monate lang bestehen.

Blutende Hämorrhoiden in der Schwangerschaft: In der Regel ungefährlich

Im Zuge einer Schwangerschaft und auch bei der Geburt kann sich das Hämorrhoidalleiden verstärken oder erstmals auftreten. Genauso wie bei Nicht-Schwangeren können die vergrößerten Gefäßpolster bluten, wenn sie beispielsweise beim Stuhlgang verletzt werden. Das Bluten aus dem After ist zwar unangenehm, kann aber in den meisten Fällen durch konservative Therapien gelindert werden. In der Regel bilden sie sich nach der Geburt von alleine zurück.

Bei Blut im Stuhl in der Schwangerschaft sollten betroffene Frauen allerdings immer einen Arzt aufsuchen, um schwerwiegendere Erkrankungen auszuschließen – und auch um die Beschwerden zu behandeln, wenn das Bluten auf Hämorrhoiden zurückzuführen ist.

Blutende Hämorrhoiden in den Wechseljahren

Nicht nur in der Schwangerschaft, auch mit Beginn der Menopause können Frauen unter vergrößerten Hämorrhoiden mit Blutungsbeschwerden leiden. Als Auslöser für das Hämorrhoidalleiden in den Wechseljahren kommen die genannten Risikofaktoren wie chronische Verstopfung, ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel und Pressen beim Stuhlgang infrage.

Eine Rolle kann auch die hormonelle Veränderung spielen. So nimmt die Östrogenproduktion in den Wechseljahren ab, was eine Bindegewebsschwäche und somit angeschwollene Hämorrhoiden zur Folge haben kann. Betroffene Frauen haben dann dieselben Symptome wie andere Betroffene: Neben Juckreiz und Brennen am After, kann es zu Blutungen kommen.

Hämorrhoiden-OP: Blutungen nach dem Eingriff sind möglich

Blutungen nach einer Hämorrhoiden-Behandlung bzw. Operation zählen mit etwa fünf bis zehn Prozent zu den häufigsten Komplikationen. Nachblutungen sind zum Beispiel bei diesen Eingriffen möglich:

  • Milligan-Morgan-Operation:  Leichte Nachblutungen beim oder nach dem Stuhlgang sind nach dem Eingriff für drei bis sechs Wochen möglich, da die Operationswunde offengelassen wird. Die Heilungsdauer ist abhängig von der Größe der Wunde.

  • Operationsmethode nach Parks: Bei der plastisch-rekonstruktiven Hämorrhoidektomie wird ein Y-förmiger Schnitt durchgeführt und das Gewebe unterhalb der Hämorrhoide abgetragen. Der Großteil wird wieder verschlossen, ein Teil der Wunde bleibt offen. Im Zuge dessen können Nachblutungen auftreten.

  • Hämorrhoiden bluten trotz Verödung: In den ersten Tagen nach der Verödung (Sklerosierung) kommt es vor, dass Patient:innen beim Säubern der Analregion Blutspuren auf dem Toilettenpapier entdecken. Nach ein paar Tagen sollte sich eine deutliche Besserung einstellen.

  • Hämorrhoiden-Ligatur mit Blutungen: Nach einer Gummibandligatur kann es zu Staublutungen aus dem abgeschnürten Gewebe kommen. Häufiger sind jedoch Nachblutungen. Dabei handelt es sich um Blut, das in den Enddarm gelangt und

    den Drang auslöst, auf Toilette gehen zu müssen. In den Ausscheidungen finden Patient:innen dann frisches Blut, zum Teil mit Klumpen. Die Blutungsbeschwerden treten in der Regel nach zehn bis 14 Tagen auf, manchmal auch früher, eher selten nach drei Wochen. Auch wenn der Gummiring samt der Hämorrhoide abfällt, kann es zu Blutungen aus dem After kommen.

  • Blutungen nach der Operation nach Longo: Blutige Ausscheidungen sind eher eine seltene Komplikation der Longo-OP, auch Stapler-Hämorrhoiden-Operation genannt. Hin und wieder kann es zu Nachblutungen in den ersten Tagen nach dem Eingriff kommen. Nur bei ein bis zwei Prozent aller Patient:innen ist eine weitere Operation aufgrund der aufgetretenen Blutung notwendig.

Woher kommen Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Die Gefäßpolster können sich allerdings vergrößern und so zu unangenehmen Symptomen führen. Neben chronischer Verstopfung und einer ungesunden Lebensweise kommt auch eine genetisch bedingte Bindegewebsschwäche als Ursache infrage.

Hämorrhoiden bluten: Wann zum Arzt?

Auch wenn Hämorrhoiden-Blutungen in der Regel nicht gefährlich sind, ist es dennoch ratsam, einen Arzt aufzusuchen und die Beschwerden gezielt behandeln zu lassen.

Bei Betroffenen, die Blut im Stuhl entdecken und bei denen noch kein Hämorrhoidalleiden diagnostiziert wurde, sollten die Symptome unbedingt abgeklärt werden, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Infrage kommen hier Ärzt:innen mit den Fachrichtungen Protologie, Urologie, Gynökologie, Allgemeinmedizin oder Gastroenterologe.

Insbesondere ist ein Arztbesuch bei ständig blutenden Hämorrhoiden ratsam. Zum einen aufgrund der unangenehmen und den Alltag einschränkenden Beschwerden, zum anderen aber auch, weil sich vergrößerte Hämorrhoiden im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr von selbst zurückbilden und gegebenenfalls ein chirurgischer Eingriff erforderlich ist.

Leichte Blutungen nach einer Hämorrhoiden-Operationen sind nicht besorgniserregend. Wenn das Blut jedoch unaufhaltsam aus dem After fließt und die Menge stark zunimmt, sollte der behandelnde Arzt oder Klinik unverzüglich aufgesucht werden.

Hämorrhoiden-Blutung stoppen: Was tun im Notfall?

Eine Selbstbehandlung ersetzt zwar keineswegs einen Arztbesuch, ist aber manchmal notwendig, um akute Blutungen zu stoppen und die Beschwerden rasch zu lindern.

Erste Hilfe bei blutenden Hämorrhoiden:

  • Blut am Afterausgang vorsichtig abtupfen – nicht abwischen.

  • Anschließend den äußeren Afterbereich mit lauwarmem Wasser säubern und vorsichtig abtrocknen.

  • Hämorrhoidenzone kühlen mithilfe von feuchten Waschlappen, Kühlpads oder Eiswürfel, die in ein Tuch gewickelt sind. Wichtig ist dabei, dass die Haut nicht auskühlt.

  • Hilfreich kann auch eine Kombination aus Kälte und Wärme sein: Zunächst ein wärmendes Sitzbad (zum Beispiel mit Zusätzen wie Eichenrinde) nehmen und anschließend die Anusregion kühlen.

Diese SOS-Tipps beheben zwar das Hämorrhoidalleiden nicht, können aber kurzfristig helfen.

Blutende Hämorrhoiden mit Hausmitteln bekämpfen: Diese Tipps helfen

Wichtig dabei ist immer, weitere Reizungen der Hämorrhoiden zu vermeiden. Wenn die akute Blutung gestoppt ist, können folgende Hausmittel ebenfalls zur Linderung der Beschwerden beitragen:

  • Hämorrhoiden-Salben und -Cremes in Rücksprache mit mit Apotheker oder der Ärztin auf die Stelle am After anwenden

  • Hämorrhoiden-Kissen, um beim Sitzen den Druck auf das Becken zu verringern (erhältlich zum Beispiel im Sanitätshaus oder online)

  • weiches Toilettenpapier ohne Duftstoffe verwenden (kein feuchtes Toilettenpapier!)

  • ballaststoffreiche Ernährung

  • Flohsamen in Rücksprache mit dem Arzt oder der Apothekerin einnehmen

  • ausreichend trinken, ca. zwei bis drei Liter am Tag

Zudem ist es wichtig, erst auf Toilette zu gehen, wenn man wirklich muss, und beim Stuhlgang nicht zu pressen – auch wenn es manchmal schwerfällt, zum Beispiel weil sich der Darm nicht entleert anfühlt. Wenn Hämorrhoiden auch ohne Stuhlgang bluten, können sogenannte Analbinden (z.B. Apotheke) Abhilfe schaffen.

Mittel gegen blutende Hämorrhoiden: Salben, Zäpfchen, Medikamente und Globuli

Hilfe bei blutenden Hämorrhoiden können Medikamente wie Salben und Zäpfen kurzfristig bieten. Die Mittel helfen auch bei Juckreiz und Brennen am After. Als Hämorrhoiden-Salbe, -Creme oder Gel bei Blutungen können Präparate mit pflanzlichen Wirkstoffen wie Hamamelis (Zaubernuss) helfen. Pasten mit Aloe vera sind empfehlenswert, weil sie antibakteriell und entzündungshemmend wirken. Ebenfalls gängig sind Wundsalben und Pasten mit Zink oder Panthenol.

Salben und Zäpfen werden innerhalb des Analkanals aufgetragen bzw. eingeführt. Achten Sie darauf, dass in der Verpackung ein sogenannter Applikator (länglicher Aufsatz aus Plastik) enthalten ist, da dieses Hilfsmittel das Auftragen bis zu den innenliegenden Hämorrhoiden erleichtert. Alternativ gibt es in der Apotheke medizinische Einweg-Fingerschutzkondome, sogenannte Fingerlinge.

Eine weitere Möglichkeit, um hämorrhoidale Beschwerden zu lindern sind Zäpfchen, auch Analtampons oder Suppositorien genannt. Sie helfen bei Blutungen, können aber auch Juckreiz und Brennen am Anus verringern. Die Zäpfchen bestehen aus Mullstreifen, die entzündungshemmende und blutstillende Wirkstoffe wie Hamamelis enthalten. Analtampons mit Jojoba-Öl und Bienenwachs können dazu beitragen, dass der Stuhl leichter abgeht und die Gefäße nicht zu sehr gereizt werden. Lassen Sie sich im Zweifel in der Apotheke beraten.

Bei blutenden Hämorrhoiden, Juckreiz und Brennen kann der Arzt Salben mit dem Wirkstoff Lidocain verschreiben, die die Haut lokal betäuben. Kortisonhaltige Salben, zum Beispiel mit Hydrocortison, wirken entzündungshemmend.

Für Betroffene, die ihre Beschwerden ergänzend zur ärztlichen Therapie auch mithilfe anderer Behandlungsmethoden lindern wollen, bietet die Homöopathie eine Bandbreite an Möglichkeiten. Gängige homöopathische Mittel bei blutenden Hämorrhoiden sind Globuli oder Schüssler-Salze, die zum Beispiel Nux vormica, Paeonia oder Calcium Fluoratum enthalten. Am besten ist es, wenn Sie sich den Rat eines Homöopathen einholen.

Wenn diese Mittel nicht helfen, das Leiden schon weit fortgeschritten ist und die Hämorrhoiden immer wieder bluten, sollte in Erwägung gezogen werden, die Hämorrhoiden operativ entfernen zu lassen – besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ärztin, ob ein solcher Eingriff bei Ihnen infrage kommt.

Quellen:

Joos, A. K., & Jongen, J. (2021). S3-Leitlinie Hämorrhoidalleiden. coloproctology, 1-21.

Kersting, S., Herold, A., Jung, K. P., & Berg, E. (2015). Komplikationsmanagement bei Hämorrhoidenoperationen. Der Chirurg, 86(8), 726-733.

Vergrößerte Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden), in: gesundheitsinformation.de

Häufige Fragen (FAQ) in der Kolo-Proktologie, in: coloproktologen.de

Hämorrhoiden, in: dasgastroenterologieportal.de

Hämorrhoiden: Auswirkungen & Komplikationen, in: internisten-im-netz.de