Hält ein Apfel pro Tag wirklich den Doktor fern?

Verena Elson
Ein Apfel pro Tag hält vielleicht nicht den Doktor fern, aber den Apotheker – das zeigt eine aktuelle US-Studie
Ein Apfel pro Tag hält vielleicht nicht den Doktor fern, aber den Apotheker – das zeigt eine aktuelle US-Studie © Eva-Katalin/iStock

US-Forscher haben jetzt untersucht, ob der sprichwörtliche Apfel pro Tag tatsächlich den Doktor fernhalten kann. Was sie dabei herausfanden, erfahren Sie hier.

„An apple a day keeps the doctor away“: Ziel einer neuen Studie der University of Michigan war es, den Wahrheitsgehalt dieses weltweit bekannten Sprichworts zu überprüfen.

Dazu werteten die US-Forscher die Daten von rund 8.400 Erwachsenen aus, die zwischen 2007 und 2010 im Rahmen einer großangelegten Gesundheitsumfrage Fragebögen ausgefüllt hatten.

Immerhin 753 von ihnen (neun Prozent) aßen mindestens einen Apfel pro Tag. Tatsächlich gaben die Apfelesser im Schnitt weniger Arztbesuche an als die restlichen Befragten. Doch dieses Ergebnis war nicht signifikant – das heißt, es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass es ein Zufallsergebnis war –, wenn man andere Faktoren wie gesellschaftlichen Status und gesundheitliche Vorgeschichte berücksichtigte.

 

Ein Apfel pro Tag hält den Apotheker fern

Doch eine andere Erkenntnis ließ sich aus der Analyse der Daten ableiten: Wer einen Apfel pro Tag aß, nahm im Schnitt rund 30 Prozent weniger verschreibungspflichtige Medikamente ein.

Der Grund, warum der regelmäßige Apfelverzehr zu einer geringeren Medikamenteneinnahme führte, wurde in der Studie nicht untersucht. Eine Ursache könnte sein, dass sich Apfelesser allgemein gesundheitsbewusster verhalten. Doch die gesunden Eigenschaften des Apfels dürften dabei auch eine Rolle spielen: Äpfel sind hervorragende Lieferanten von Ballaststoffen, die schlank machen und vor vielen Erkrankungen schützen – beispielsweise vor Krebs und Herzinfarkt, wie eine Studie im vergangenen Jahr zeigte.

 

So viel könnte Deutschland mit Äpfeln sparen

Die Deutschen geben jedes Jahr 30 Milliarden für verschreibungspflichtige Arzneimittel aus. Mit einem Apfel pro Bürger und Tag könnte man also knapp 10 Milliarden Euro sparen. Im Großhandel kosten Äpfel etwa 40 Euro für 100 Kilo. Nach diesem Preis würde es 2,4 Milliarden kosten, alle Deutschen mit Äpfeln zu versorgen. Dann blieben immer noch saftige 7,6 Milliarden über.

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