Haben Sie ein männliches Gehirn?

Männer sind schlechter darin, Emotionen anderer zu deuten als Frauen – Autisten fällt das „Gesichterlesen“ in der Regel besonders schwer. Erfahren Sie hier, warum Autisten besonders männliche Gehirne haben und machen Sie den Test, ob Ihr Gehirn eher weiblich oder männlich ist.

Mit dem sogenannten „Reading the Mind in the Eyes“-Test messen Forscher, wie gut eine Person die Gefühle anderer Menschen an deren Augenpartie ablesen kann. Frauen schneiden dabei typischerweise im Schnitt besser ab als Männer – ihnen fällt es leichter, die Emotionen anderer Menschen richtig zu deuten. Wer bei dem Test häufig falsch liegt, hat darum ein eher männliches Gehirn, wer gut abschneidet, ein eher weibliches. Die Ursache dafür ist laut früherer Studienergebnisse das Geschlechtshormon Testosteron: Je höher der Testosteronspiegel schon vor der Geburt ist, desto schlechter sind später die Ergebnisse beim „Reading the Mind in the Eyes“-Test.

 

Autisten haben männliche Gehirne

Wissenschaftler der Cambridge University untersuchten in ihrer aktuellen Studie, welche Geschlechterunterschiede sich ergeben, wenn Autisten den Test absolvieren. Der Hintergrund: Autisten haben meist Schwierigkeiten damit, Gefühlsregungen und Absichten anderer Menschen aus deren Gesicht abzulesen. Sie schneiden im „Reading the Mind in the Eyes“-Test typischerweise schlechter ab als Nicht-Autisten. Darum wird der Test auch zur Diagnose von Autismus und Asperger-Syndrom eingesetzt.

Der Grund für die schlechten Testergebnisse bei Autisten ist laut der britischen Wissenschaftler ebenfalls das Testosteron: Autistische Jungen haben schon vor der Geburt im Schnitt einen höheren Testosteronspiegel als nicht-autistische Jungen.

 

Geschlechterunterschiede bei Autisten

Doch wie verhält sich das Gehirn autistischer Frauen im Verhältnis zu dem autistischer Männer? Um das herauszufinden, ließen die Forscher rund 400 autistische Männer und Frauen den „Reading the Mind in the Eyes“-Test absolvieren. Sie stellten fest: Bei Autisten ergeben sich keine Geschlechterunterschiede in der Fähigkeit, Emotionen aus der Augenpartie anderer Menschen herauszulesen – beide Geschlechter schneiden verhältnismäßig schlecht ab und haben damit sehr „männliche Gehirne“. Der Vergleich mit der Kontrollgruppe aus nicht-autistischen Probanden zeigte: Der Unterschied zwischen den Testergebnissen bei autistischen und nicht-autistischen Frauen ist deutlich größer als der zwischen den Testergebnissen autistischer und nicht-autistischer Männer.

 

Machen Sie den „Reading the Mind in the Eyes“-Test

Wie steht es mit Ihrer Fähigkeit, die Emotionen anderer aus deren Gesicht abzulesen? In der Praxisvita-Bildergalerie können Sie den „Reading the Mind in the Eyes“-Test machen und herausfinden, ob Sie ein eher männliches oder weibliches Gehirn oder sogar autistische Züge haben – hier klicken.

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