Haarewaschen ohne Shampoo: So wirkt sich "No Poo" auf Haare und Kopfhaut aus!

Haarewaschen ohne Shampoo – die Lösung bei strähnigem Haar und einem schnell fettenden Ansatz? Durch chemische Pflegeprodukte kann unsere Kopfhaut zwar austrocknen und die Talgproduktion wird angeregt. Doch ist es daher besser, komplett auf Shampoo zu verzichten? Das gilt es zu beachten!

Frau steht unter der Dusche und wäscht sich die Haare ohne Shampoo
Die künstlichen Inhaltsstoffe in herkömmlichen Shampoos können für Irritationen auf der Kopfhaut sorgen Foto: iStock/triocean

Vor einigen Jahren kam aus den USA der Beauty Trend „No Poo“ zu uns nach Europa. Ziel war es, die Haare über mehrere Wochen ausfetten zu lassen, um dem Teufelskreis des täglichen Haarewaschens zu entkommen – oder ganz auf Pflegeprodukte bei der Haarpflege zu verzichten. Beim Haarewaschen ohne Shampoo werden die Haare entweder nur mit Wasser ausgespült oder mit pflegenden Hausmitteln gewaschen. Aber ist es wirklich besser für die Haare und die Kopfhaut, auf Shampoo zu verzichten?

Haare Waschen ohne Shampoo: Vor- und Nachteile im Überblick

Auf die tägliche Haarwäsche mit Shampoo zu verzichten, kann gesundheitliche Vorteile mit sich bringen – schließlich sind in vielen Shampoos künstliche Inhaltsstoffe wie Silikone enthalten. Sie können für Irritationen auf der Kopfhaut sorgen. Außerdem sind in Shampoos oft Tenside und Parfums enthalten, die den natürlich pH-Wert unserer Kopfhaut aus dem Gleichgewicht bringen können. Die Folge: Schnell fettig werdendes Haar, wenn man jeden Tag mit Shampoo duscht. Daher ist es besser, auf silikonfreie Haarprodukte mit Bio-Siegel umzusteigen oder komplett auf Shampoo zu verzichten.

Natürlich hat Shampoo auch seine guten Seiten: Die Inhaltsstoffe sorgen dafür, dass Talg und Schmutz aus den Haaren gewaschen werden und dass die Haare wohlriechend, glänzend und weich werden. Wenn man auf Shampoo verzichtet, muss man also damit rechnen, dass sich die Haarstruktur ers tmal verändert – und das nicht immer ins Positive.

Trotzdem ist der Gedanke sich von chemischen Haarpflegeprodukten zu verabschieden aufgrund der oben genannten Inhaltsstoffe nicht verkehrt. Der klare Vorteil ist auch: Haarewaschen ohne Shampoo ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern schont auch den Geldbeutel.

Jeden Tag die Haare waschen ohne Shampoo: Das sollten Sie beachten

Grundsätzlich gilt: Man sollte nicht jeden Tag die Haare waschen, da die Kopfhaut dadurch schneller austrocknen kann. Die Folge können Schuppen und Juckreiz sein. Wenn Sie Ihre Haare trotzdem täglich reinigen wollen, reicht Wasser allein oft nicht aus. Denn bei einer Haarwäsche ohne zusätzliche Pflegeprodukte werden nicht alle Talg- und Schmutzrückstände entfernt. Auch bei der Hautpflege an anderen Stellen unseres Körpers setzen wir auf Seifen oder Hausmittel, um uns vollständig zu reinigen. Daher ist es besser, beim Haarewaschen ohne Shampoo nicht immer nur auf Wasser zu setzen.

Aber: Bei jeder zweiten oder dritten Haarwäsche können Sie auf zusätzliche Produkte zu verzichten und die Haare ausschließlich mit lauwarmem Wasser zu waschen. Die Kopfhaut kann sich regenerieren, der pH-Wert bleibt im natürlichen Bereich und Haare und Kopfhaut werden trotzdem sauber.

Ohne Shampoo Haare waschen: So geht es richtig!

Bei der Haarwäsche ohne Shampoo ist es besonders wichtig, dass Sie sich genügend Zeit für eine ausgiebige Kopfmassage nehmen. Aus dem Fett der Talgdrüsen und dem Wasser entsteht eine Emulsion, die erst durch ausgiebiges Ausspülen so verdünnt wird, dass der Talg abgetragen werden kann.

Durch die intensive Kopfmassage werden Schmutzrückstände und Schuppen entfernt.

Haare nur mit Wasser waschen – so geht's:

  • Lassen Sie das Wasser für einige Minuten über Ihren Kopf laufen.

  • Massieren Sie Ihre Kopfhaut gründlich, indem Sie mit den Fingerkuppen an verschiedenen Stellen langkreisen.

  • Üben Sie genügend Druck aus, um die Rückstände auf der Haut zu entfernen. Achten Sie aber darauf, dass die Massage nicht schmerzhaft oder unangenehm ist.

  • Bleiben Sie während der Massage unter dem laufenden Wasser stehen, um die abgelösten Schuppen sofort auszuspülen.

  • Trocknen Sie die Haare danach gründlich mit einem Handtuch und massieren Sie auch mit diesem noch einmal vorsichtig die Kopfhaut.

Immer sollten Sie allerdings nicht auf Pflegeprodukte verzichten. Wer auf künstliche Inhaltsstoffe verzichten will, kann auf natürliche Shampoos zurückgreifen oder aber auf diese Hausmittel.

Haare waschen ohne Shampoo: Die besten Hausmittel-Alternativen

Mit diesen Hausmitteln aus der Drogerie, dem Supermarkt oder der Apotheke können Sie herkömmliches Shampoo ersetzen.

  • Lavaerde: Die beige-braune Tonerde erhalten Sie im Reformhaus oder in Drogerien. Lavaerde saugt Fett und Schmutz auf, entfettet die Kopfhaut allerdings nie vollständig und schont damit die Talgdrüsen. Bei schnell fettenden Haaren kann Lavaerde so die ideale Shampoo-Alternative sein.

  • Kaffee: Das braune Kaffeepulver sollte maximal einmal die Woche zur Haarwäsche verwendet werden. Außerdem sollten Menschen mit blonden oder geblichenen Haaren auf Kaffee beim Haarewaschen lieber verzichten, um Verfärbungen zu vermeiden. Bei dunklerem Haar kann Kaffee eine gute Ergänzung in der Haarpflege sein, da die Durchblutung der Kopfhaut gefördert wird und Kaffee unangenehme Gerüche neutralisiert.

Doch es gibt noch viele weitere Alternativen zu Shampoo, zum Beispiel diese Hausmittel:

Auf jegliche Pflegeprodukte sollten Sie bei der Haarwäsche also lieber nicht verzichten. Es ist aber empfehlenswert, die Haare ab und an ausschließlich mit Wasser zu waschen. Bewährte Hausmitteln machen es möglich, beim Haarewaschen ohne Shampoo auf Glanz, Frische und Duft nicht verzichten zu müssen.

Text: Annabel Zoepke