Haarausfall beim Hund: Was steckt dahinter und was hilft?

Michael van den Heuvel Medizin- und Wissenschaftsjournalist

Tierhalter wünschen sich, dass ihr Hund ein dichtes, glänzendes Fell hat. Doch Haarausfall beim Hund macht diese Pläne zunichte. Die Ursachen und was gegen Fellverlust hilft.

Haarausfall beim Hund kann durch eine Unverträglichkeit, innere Krankheit oder einen Mangel entstehen.
Haarausfall beim Hund kann durch eine Unverträglichkeit, innere Krankheit oder einen Mangel entstehen Foto:  istock/chee_gin_tan
Inhalt
  1. Welche Ursachen hat Haarausfall beim Hund?
  2. Was hilft gegen starken Haarausfall bei Hunden?
  3. Hundefutter gegen Haarausfall

Haarausfall bei Hunden – medizinisch als Alopezie bezeichnet – zeigt sich in unterschiedlichen Formen. Entweder ist der gesamte Körper betroffen, oder es gibt bestimmte Stellen mit starkem Haarverlust. Diese können entweder kreisrund oder unregelmäßig geformt sein. Das verbliebene Haar erscheint oft trocken und spröde.

 

Welche Ursachen hat Haarausfall beim Hund?

Wie es zu Haarausfall bei Hunden kommt, können Tierärzte am besten in Erfahrung bringen. Häufig liegt es an Parasiten wie Flöhen, Milben oder Läusen. Was für diese Erklärung spricht, ist auch Juckreiz. Oft sind der Halsbereich sowie der Schwanz betroffen. Dort kratzen oder lecken sich Hunde stark.

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Fellverlust beim Hund kann aber auch durch Mangelerkrankungen entstehen. Für ihr Wachstum benötigen Haare diverse Aminosäuren, Vitamine und Mineralien. Frisst der Hund wenig oder erhält er biologisch artgerechte Rohfütterung (BARF) ohne Nahrungsergänzungsmittel, drohen Folgen für das Haarwachstum. In dem Zusammenhang sollte man auch an eine Futtermittelallergie denken.

Deutlich seltener führen schwerwiegende innere Erkrankungen, etwa ein Tumor der Hoden beziehungsweise der Eierstöcke, zum Haarausfall. Sie produzieren Sexualhormone und stören den Wachstumszyklus der Haare. Beim sogenannten Cushing-Syndrom produziert ein Tumor an der Nebennierenrinde Kortison. Das hat Folgen für den ganzen Körper, auch für das Fell. Krankheiten der Schilddrüse, speziell die Schilddrüsenunterfunktion, sind ebenfalls mögliche Auslöser. Bis man die wahre Ursache gefunden hat, vergeht mitunter viel Zeit.

 

Was hilft gegen starken Haarausfall bei Hunden?

Wer sehr starken Fellverlust beim Hund bemerkt, sollte mit seinem Tier zum Tierarzt gehen. Falls der Tierarzt eine Erkrankung findet, wird er Medikamente verordnen oder zu einer Operation raten.

In vielen Fällen helfen aber auch diese Tipps und Mittel gegen Haarausfall beim:

  • Fellpflege ist wichtig. Der Hund sollte regelmäßig gebürstet werden. Je nach Haarlänge oder Fellbeschaffenheit gibt es im Fachhandel unterschiedliches Pflegezubehör im Fachhandel.
  • Auch regelmäßiges Duschen oder Baden mit einem milden Shampoo aus dem Fachhandel wirkt eventuellem Juckreiz entgegen. Anschließend das Tier gut abfrottieren und es zum Trocknen an einen warmen Platz setzen.
  • Hunde haben ihre Lieblingsdecken, Kuschelkissen oder Spielsachen. Am besten wirft man alle Dinge regelmäßig in die Waschmaschine, die der Hund benutzt. Besonders wichtig ist das, falls Hunde an Parasiten erkrankt sind.
  • Die Umgebung von Schlafplätzen der Hunde ist regelmäßig feucht zu reinigen.
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Hundefutter gegen Haarausfall

Das richtige Hundefutter gegen Haarausfall spielt eine wichtige Rolle:

Das Barfen (Biologically Appropriate Raw Food), also die biologisch-artgerechte Roh-Fütterung, ist bei vielen Hundehaltern beliebt. Die Ernährungsform kann jedoch zum Mangel an Vitaminen und Mineralien führen, was sich oft beim Fell bemerkbar macht. Mit Nahrungsergänzungsmitteln lassen sich die Defizite beheben.

Besonders wichtig sind Omega-3-Fettsäuren, wie sie beispielsweise in Lachsöl, Thunfischöl, Lein- oder Distelöl vorkommen. Auch Omega-6-Fettsäuren aus Sonnenblumen- oder Walnussöl, dürfen nicht fehlen. Zink, Biotin und Bierhefe fördern die Bildung eines gesunden Fells ebenfalls.

Alternativ stellt man die Ernährung auf hochwertiges Futter um. Es enthält vor allem Fleisch, aber keine Farb- und Konservierungsstoffe, keinen Zucker und keine Milch.

Bei manchen Hunden löst Fertigfutter Allergien aus. Im Fachhandel gibt es für diese Tiere spezielles, hypoallergenes Futter. Hypoallergen bedeutet, dass kaum allergieauslösende Stoffe in den Zubereitungen enthalten sind.

Tierheilpraktiker empfehlen bei Haarausfall beim Hund das Schüßler-Salz Nr. 6 (Kalium Sulfuricum). Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich jedoch nicht nachgewiesen.

Grundsätzlich gilt, dass länger andauernder Haarausfall beim Hund vom Tierarzt untersucht werden sollte. 

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Quellen:

Bucksch, Martin (2013): Kosmos Praxishandbuch Hundekrankheiten, Stuttgart: Franckh-Kosmos.

Vom Stein, Sabine, Salomon, Franz-Viktor (2011): Hundekrankheiten, Stuttgart: Verlag Eugen Ulmer.

Bucksch, Martin (2017): Gesunde Ernährung für Hunde, Stuttgart: Franckh-Kosmos.

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